Online Reputation Management: Ein guter Ruf im Internet

Viele Karriereeinsteiger sind sich ihrer Darstellung im Internet nicht bewusst. – Und erst recht nicht über die Auswirkungen, die das digitale Erscheinungsbild im Web auf den Bewerbungserfolg haben kann. Damit es nicht soweit kommt, sollte man seinen Ruf im Internet, die sogenannte „Online Reputation“, aktiv kontrollieren und beeinflussen. Praktikum.info gibt dir zehn Tipps, wie du mit Online Reputation Management für ein positives Bild von dir sorgst.

Online Reputation Management

 

1. Überblick verschaffen

Um sich einen Überblick zu verschaffen, welche Informationen über einen selbst öffentlich – und somit auch für Personaler – im Internet zugänglich sind, sollte man den eigenen Namen zunächst einmal bei Google eingeben. Die ersten fünf Suchergebnisse zum Namen sollten seriös sein und möglichst relevant. Ist das nicht der Fall oder befinden sich unter den angezeigten Suchergebnissen unerwünschte Einträge, so solltest du versuchen, dagegen vorzugehen, indem du bspw. mit den Betreibern der Seite Kontakt aufnimmst.

Häufig lassen sich weniger erwünschte Einträge jedoch nicht so einfach aus dem Internet entfernen. Darum ist es das Ziel, mit Online Reputation Management irrelevante bzw. unerwünschte Suchmaschinenergebnisse durch positive Einträge zu verdrängen.

2. Geschäftliches Profil anlegen

Um bei Personalern einen guten Eindruck zu machen, empfiehlt es sich, ein geschäftliches Profil auf XING und ggf. LinkedIn anzulegen. Dieses sollte stets aktuell und auch für Nicht-Mitglieder des jeweiligen Portals sichtbar sein. Somit erhalten Arbeitgeber schnell und einfach einen seriösen Eindruck von dir und deiner beruflichen Qualifikation.

Speicher dein Profil regelmäßig neu ab. So wird eine höhere Aktualität gewährleistet und das Profil steigt im Suchmaschinen-Ranking.

3. Auf die Privatsphäre achten

Ist man in sozialen Netzwerken angemeldet, sollte man prinzipiell darauf achten, dass die persönlichen Daten geschützt sind. Private Profile auf Facebook, StudiVZ und Co. sollte man daher regelmäßig auf ihre Sichtbarkeit für Nicht-Freunde überprüfen und ggf. die Privatsphäre-Einstellungen anpassen. Dazu gehört auch, die Auffindbarkeit durch Suchmaschinen zu deaktivieren. Falls sie doch öffentlich sichtbar sind, sollte man ein gesellschaftsfähiges Profilbild wählen.

Immer häufiger hält man über derartige Netzwerke auch mit Kollegen, potentiellen Arbeitgebern oder Geschäftspartnern Kontakt. Diese sollte man über gesonderte Freundschaftslisten verwalten, sodass sie nicht alle privaten Informationen über dich einsehen können.

4. Twitter

In gewissen Branchen kann Twitter ein guter Hebel und bei der Bewerbung hilfreich sein. Beispielsweise bietet es sich an, ein Twitterprofil mit dem eigenen Namen zu besitzen, wenn man im Bereich Online-Marketing tätig ist.

Beim Twittern selbst sollte man auf die Qualität der Beiträge achten. Dazu gehören nicht nur die richtige Rechtschreibung und der gekonnte Ausdruck, sondern ebenfalls die Inhalte. So empfiehlt es sich, im Sinne einer positiven Online Reputation, relevante Inhalte zu posten, bestenfalls mit einem Link, der zu einer  interessanten Webseite oder einem guten Artikel führt. Während der Jobsuche empfiehlt es sich auch, Inhalte passend zum angestrebten Berufszweig oder dem jeweiligen Fachbereich zu posten.

Bei regelmäßiger Nutzung von Twitter werden die Twitter-Posts, die sogenannten Tweets, bei einer Suchanfrage zum Namen hoch gerankt.

5. Auf dem Laufenden bleiben

Um die Google-Einträge über den eigenen Namen zu kontrollieren, muss man nicht jeden Tag  aufs neue die Suchmaschine betätigen. Das Tool „Google Alert“ informiert dich automatisch per E-Mail, wenn etwas Neues zu einem eingegebenen Suchbegriff (zum Beispiel deinem Namen) veröffentlicht wird. So bleibst du auch ohne regelmäßige Suchanfrage auf dem Laufenden.

Taucht unter den Ergebnissen ein Eintrag auf, in dem dein Name unerwünscht genannt wird, kannst du den Verantwortlichen darum bitten, deinen Namen zu entfernen. Und wenn es etwas Gutes ist, kannst du es per Twitter, Xing oder Facebook posten.

6. Amazon-Wunschliste

Online-Portale und Online-Shops, wie beispielsweise Amazon, sind nicht zu unterschätzen im Hinblick auf das Online Reputation Management. Auch hier gibt es Privatsphäre-Einstellungen. Sind diese deaktiviert, kann jeder deine Amazon Wunsch- bzw. Einkaufsliste einsehen. Solche privaten Informationen gehen natürlich nur die Freunde etwas an und nicht den potentiellen Arbeitgeber. Aus diesem Grund sollte man abwägen, was auf der persönlichen Wunschliste steht, falls diese öffentlich ist.

7. Bloggen            

Mit einem eigenen Blog kannst du nicht nur deine Internet-Kompetenz unter Beweis stellen, sondern auch zeigen, wie es um dein sprachliches Ausdruckvermögen bestellt ist. Achte auch auf Grammatik und Rechtschreibung. Worüber man bloggt, ist prinzipiell jedem selbst überlassen. Man sollte sich aber im klaren sein, dass es öffentlich ist. Damit sich der Blog auch im Hinblick auf das Online Reputation Management als wirkungsvoll erweist, sollte er unter deinem Namen

In einigen Bereich eignet sich der eigene Blog auch als gute Referenz, beispielsweise, wenn man sich als Online-Redakteur bewirbt.

8. Kommentieren

Wenn du keinen eigenen Blog eröffnen möchtest, kannst du beispielsweise in Foren auch seriöse Kommentare mit deinem eigenen Namen schreiben. Auch die werden in Suchergebnissen anzeigt.

9. Arbeiten veröffentlichen

Im Rahmen des Studiums verfasst man verschiedene wissenschaftliche Arbeiten, in die man in der Regel viel Zeit und geistige Ressourcen investiert. Gut gelungene, wissenschaftliche und branchenspezifische Arbeiten sollte man für die eigene Online Reputation nutzen, indem man sie im Internet veröffentlicht. Möglich ist das über Portale wie Grin, Hausarbeiten.de oder auch Amazon.

Ebenfalls nützlich für die Online Reputation ist das Anlegen eines Autorenprofils auf den Websites, über die man die Arbeit(en) veröffentlicht. So schafft man sich nicht nur einen weiteren, positiven Eintrag bei Google, sondern hat auch die Möglichkeit, Personaler auf die eigene fachliche Spezialisierung aufmerksam zu machen. Womöglich ist die (Abschluss-) Arbeit sogar relevant für den zukünftigen Arbeitsplatz.

Positiver Nebeneffekt: Die Möglichkeit, für die eigene wissenschaftliche Arbeit ein paar Euros dazu zu verdienen.

10. Eigene Website

Die Königsdisziplin in puncto Online Reputation Management ist die eigene Website. Nicht nur in Bereichen wie IT und Softwareentwicklung erweist sich eine eigene Homepage als gute Referenz. Internetkompetenz und Computerkenntnisse braucht man heutzutage in fast jedem „Schreibtischjob“.

geschrieben von Luise Köhler am 30.01.2012

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