Bewerbungsschreiben für eine Ausbildung

Bewerbungsschreiben für eine Ausbildung
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Im Bewerbungsschreiben für eine Ausbildung geht es darum, den möglichen Arbeitgeber von sich zu überzeugen. Um das zu erreichen, muss man sich in einem positiven Licht darstellen. Dafür ist auf drei Dinge zu achten. Erstens muss der Anschreiben-Text so verfasst sein, dass man das Interesse des Unternehmens weckt. Zweitens müssen die Formalitäten stimmen. Und drittens sollte das Ganze noch optisch ansprechend aufbereitet sein. Denn als erster Eindruck zählt nicht nur der Text, sondern auch das gesamte Erscheinungsbild des Bewerbungsschreibens für die Ausbildung.

Der Bewerbungsschreiben-Text für eine Ausbildung

Im Text des Bewerbungsschreibens geht es für den Bewerber darum, das Unternehmen von seinen Qualitäten und von seiner Motivation zu überzeugen. Eine Ausbildung geht im Schnitt drei Jahre. Für Bewerber und Unternehmen eine lange Zeit. Daher ist es dem Unternehmen sicher wichtig, einen Azubi einzustellen, der die nötigen Vorkenntnisse mitbringt und der auch gerne in dem Job und dem jeweiligen Unternehmen arbeiten möchte.

Für die Qualifikationen verweist man im Bewerbungsschreiben auf seine schulischen Leistungen und praktische Erfahrungen (z.B. Praktika, Nebenjobs, ehrenamtliche Tätigkeiten). Dabei sollte man das in den Vordergrund stellen, was für die jeweilige Ausbildung wichtiger ist und wo man seine Stärken hat. Dazu muss man seine Kenntnisse und Erfahrungen in Bezug zu der Stelle setzen.  

In das Bewerbungsschreiben sollte man immer hineinschreiben, warum man in dem Job arbeiten möchte (z.B. Traumjob, Themengebiet, Vorkenntnisse, Chancen auf dem Arbeitsmarkt). In dem Zusammenhang kann man auch seine Hobbys und Interessen nennen, wenn die zu der Ausbildungsstelle passen. Merkt das Unternehmen, dass der Bewerber die Ausbildung wirklich gerne antreten will, kann man damit auch fehlende Praxiserfahrung kompensieren. Dazu gehört auch zu nennen, warum man in dem Unternehmen arbeiten möchte (z.B. Firmenphilosophie, Markenimage, Produkte/Angebot, Unternehmenskultur).

In das Bewerbungsschreiben für eine Ausbildung gehört immer auch die kurze Beschreibung der aktuellen Situation:

  • „In drei Monaten werde ich die 10. Klasse der Gesamtschule erfolgreich abschließen.“
  • „Nach meinem Abitur suche ich nun eine Ausbildungsstelle im Bereich...“
  • „Nachdem ich eine Ausbildung als ... angetreten habe, möchte ich mich nun beruflich neu orientieren.“

Als Bewerber sollte man für unterschiedliche Bewerbungen im Anschreiben nie den gleichen Text verwenden, bei dem man nur den Firmenname austauscht. Ebenso sollte man Floskeln vermeiden und sich konkret ausdrücken. Die Erfolgschance ist deutlich höher, wenn man das Bewerbungsschreiben auf den jeweiligen Job und auf jede Firma neu anpasst. Man muss es aber natürlich nicht komplett umschreiben, sondern nur sinnvoll anpassen und ergänzen.

Für die Reihenfolge gibt es keine vorgeschriebene, starre Ordnung. Als grobe Richtlinie gilt:

  • Interessanter Einstieg (ein Satz)
  • Aktuelle Situation (ein Satz)
  • Eigene Qualifikationen/Kenntnisse/Stärken (ein Absatz)
  • Motivation/Ziele für den Job (ein Absatz)
  • Interesse an dem Unternehmen (ein bis zwei Sätze)

Tipp: Beginne das Bewerbungsschreiben nicht mit einem abgegriffenen Standard-Satz wie „Hiermit bewerbe ich mich für die Stelle als...“. Wähle einen spannenderen Einstieg, um gleich das Interesse des Unternehmens zu wecken.

Beispiele:

  • „Schon seit Jahren bin ich ein begeisterter Bastler. Ich betätige mich gern handwerklich und führe Reparaturarbeiten durch. Daher ist es mein Wunsch, bei Ihnen eine Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker zu absolvieren.“ 
  • „Reisen ist meine Leidenschaft. Mit einer Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau kann ich mein Hobby mit dem Beruf verbinden.“

Bewerbungsschreiben für eine Ausbildung | Formalitäten

In einem Anschreiben muss man folgende Regeln berücksichtigen. Damit zeigt man dem Arbeitgeber, dass man genau und zuverlässig arbeiten kann. 

Absender (links oben)
Der Absender besteht aus Name und Adresse. Telefonnummer und E-Mail-Adresse sind freiwillig, weil das jeweils auch im Lebenslauf steht. 

Empfänger (links darunter)
Die Adresse des Empfängers darf keinen Fehler enthalten, ansonsten lesen die Unternehmen erst gar nicht weiter. Daher einfach genau aus dem Stellenangebot abschreiben.

Ort und Datum (rechts)
Das Datum kommt rechtsbündig zwischen die Empfängeradresse und der Betreff-Zeile.
Beispiel: Hamburg, 17.02.2012

Betreff
Das Wort „Betreff“ schreibt man NICHT in die Zeile. Die Zeile schreibt man linksbündig und fett.
Beispiel: Bewerbung um die Ausbildung zur Bürokauffrau

Ansprechpartner
Der Text des Anschreibens beginnt mit einem Sehr geehrte(r) Herr/Frau (Name). Danach folgen ein Komma und eine Leerzeile. Der erste Satz des Bewerbungsschreibens beginnt wegen des Kommas dann mit einem Kleinbuchstanden (sofern es keine Nomen ist). Den Namen des Ansprechpartners erhält man normalerweise aus der Stellenanzeige. Wir kein Ansprechpartner genannt, ist die Ansprache „Sehr geehrte Damen und Herren,“.

Grußformel
Das Bewerbungsschreiben endet mit einem „Mit freundlichen Grüßen“, zwei Leerzeilen und dann darunter dem vollständigen Namen des Bewerbers. Wenn man die Bewerbung per Post verschickt, muss das Anschreiben zusätzlich mit einem blauen oder schwarzen Stift unterschrieben werden. Die Unterschrift setzte man dann zwischen die Grußformel und den eigenen Namen. 

Sonstige Formalitäten
Das Bewerbungsschreiben für eine Ausbildung darf insgesamt nicht länger als eine Seite sein. Wenn man mehr zu sagen hat, muss man sich auf das wichtigste konzentrieren. Die anderen Infos stehen im Lebenslauf.

Tipp: Rechtschreibfehler sind ein absolutes Tabu. Das Bewerbungsschreiben in jedem Fall von einer weiteren Person kontrollieren lassen, bevor man die Bewerbung für die Ausbildung abschickt.

Die Gestaltung des Bewerbungsschreibens

Die optische Gestaltung des Anschreibens für die Azubi-Stelle rundet den Inhalt und die Formalitäten ab. In fast allen Ausbildungsberufen ist es wichtig, mit dem Computer und den Standard-Programmen(vor allem Word, Excel) umgehen zu können. Mit einem ansprechend aufbereiteten Bewerbungsschreiben zeigt man dem Arbeitgeber, dass man mit Word umgehen kann. Die Gestaltung ist umso wichtiger, je mehr Tätigkeiten am Computer in der Ausbildung vorkommen (z.B. in den Bereichen Grafik-Design, Bürokommunikation, Sekretärin). Aber bitte nicht übertreiben: Nur eine Schriftart wählen, keine knalligen Farben. Die Bewerbung sollte ansprechend aber seriös erscheinen.

Tipp: Das Layout (Schriftarbeit, Schriftgröße, Farben) in der Gestaltung des Lebenslaufs wieder aufgreifen. Das wirkt stimmig und verschafft der Bewerbung für die Ausbildung ein einheitliches Bild.

Über den Autor

Lukas große Klönne
Lukas große Klönne

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