Praktikum in Brasilien bei der Deutsch-Brasilianischen Auslandshandelskammer (AHK)

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Praktikum Brasilien: An der Copacabana in der Praxis durchstarten

Eva, was assoziierst du mit dem Wort ‚Praktikum'?

Praktische Erfahrung im ‚echten' Berufsleben sammeln, die im Studium erlernte Theorie praktisch anwenden lernen bzw. sehen, wie das Anwenden in der Arbeitswelt funktioniert.

Wie bist du an die Praktikumsstelle bei der AHK in Rio de Janeiro, Brasilien gelangt?

Ich habe eine Stellenanzeige eines Büros der AHK für ein Praktikum in Brasilien gesehen. Daraufhin habe ich das Büro in Rio einfach direkt per Email angeschrieben. Nach Zusendung meines Lebenslaufs per Email wurde mir ein Zeitraum für das Praktikum vorgeschlagen, den ich dann annahm. Eventuell wäre ein direkter Kontakt einfacher gewesen, da die Emailantworten häufig etwas länger auf sich warten ließen.

Wieso wolltest du gerade bei der AHK in Brasilien dein Praktikum machen?

Ich habe ein vielversprechendes Praktikum in einem Land gesucht, dessen Sprache ich noch nicht spreche. Die AHK hat in der Stellenausschreibung damals keine Sprachkenntnisse verlangt, sodass ich mich einfach beworben habe.

Dein erster Tag: Kaltes Wasser oder warmer Empfang?

Kaltes Wasser, da an dem Tag eine große Veranstaltung war, sodass alle total gestresst waren. Darüber hatten die Leute dort vergessen, dass ich dann dort erscheine.

Was war deine allererste Aufgabe?

Die Teilnehmer bitten, das Buffet zu verlassen und wieder in den Veranstaltungsraum zu gehen - auf Portugiesisch, was ich gerade seit gut zwei Wochen gelernt hatte. Aber ich habe es irgendwie hinbekommen.

Was hast du so den ganzen Tag gemacht bei deinem Praktikum in Brasilien?

Unterschiedlich. Das Beantworten von E-Mails zählte zu meiner Hauptaufgabe. Dabei ging es inhaltlich vor allem um die Kommunikation zwischen den deutschen und brasilianischen Organisatoren der Deutsch-Brasilianischen Logistikkonferenz. Weitere Aufgaben waren Übersetzungen für die Website, die Recherche von Unternehmen aus bestimmten Branchen und die Korrespondenz mit Praktikums-Bewerbern.

Froststimmung, Feierabendbier oder Frühstück im Bett - Wie eng war die Beziehung zu deinen Vorgesetzen und Praktikums-Kollegen in Brasilien?

Sehr unterschiedlich. Mit meinen Mitpraktikanten habe ich mich sehr gut verstanden. Wir haben auch in der Freizeit einiges gemeinsam unternommen, ebenso mit meiner direkten Vorgesetzten. Mit anderen Kollegen war es eher schwieriger oder neutral.

Schönster und schlimmster Praktikumsmoment?

Mein schönster Moment: Einen Anrufmarathon bei 100 Unternehmen auf Portugiesisch zu meistern.
Der schlimmste Moment: Als ich mit dem Chef aneinander geraten bin, nachdem er mich wie ein kleines Mädchen behandelt hat.

Was hast Du mit Deinem ersten Praktikantengehalt angestellt?

Die Hälfte meiner Miete gezahlt.

Wem würdest du dein Praktikum in Brasilien weiterempfehlen und wem nicht?

Man sollte sich inhaltlich für deutsch-brasilianische Wirtschaftsbeziehungen interessieren und sich nicht zu schade dafür sein, auch viele kleine nicht besonders spannende Aufgaben zu übernehmen.

Was hast du in deinem Praktikum in Rio gelernt - fachlich und darüber hinaus?

Ich habe gelernt, wie vorsichtig man sich in einer sehr hierarchisch geprägten Struktur verhalten muss, und dass ich nicht in solchen Strukturen arbeiten möchte.

Dein Resümee: Praktikum in Brasilien - totaler Reinfall, ziemlich nett oder das goldene Los?

Reinfall und goldenes Los zugleich! Zum einen habe ich viele Dinge gesehen, die ich so später nicht in meinem Berufsleben erfahren möchte, andererseits habe ich einen super Einblick in deutsch-brasilianische Handelsbeziehungen erhalten, habe in Rio gelebt und Portugiesisch gelernt.

Gibt es ein Wiedersehen?

Ich bin dieses Jahr erneut in Brasilien für ein Praktikum bei der Heinrich-Böll-Stiftung in Rio de Janeiro und treffe mich oft mit meiner ehemaligen Abteilungsleiterin und einer anderen Kollegin von damals. Einmal war ich auch kurz im Büro.

Danke für das Interview!

 

Du bist drauf und dran, dich für ein Praktikum in Brasilien oder woanders zu bewerben? Hier findest du praktische Tipps für ein aussagekräftiges Anschreiben und einen überzeugenden Lebenslauf.

Über den Autor

Susanne Dewein
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