Körpersprache im Beruf

Körpersprache im Beruf
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Körpersprache, auch nonverbale Kommunikation genannt, gibt es schon seit Anbeginn der Menschheit und damit ist sie weitaus älter als die Sprache selbst. Daher ist die Körpersprache auch so aussagekräftig, denn früher mussten die Menschen mit Mimik, Gestik, Haltung, Gang und ihrem Tonfall kommunizieren. Ohne eine elaborierte Sprache tauschten sie so Informationen aus und teilten sich den Gefährten mit. Weil die Körpersprache tief in uns verankert ist, hat sie eine große Aussagekraft und lässt bei richtiger Interpretation den Gemütszustand der Menschen erkennen. Praktikum.info gibt nützliche Hinweise für die Körpersprache im Beruf.

Körpersprache-Tipps fürs Berufsleben

Man kann nicht nicht kommunizieren! Der Körper teilt sich immer mit. Der Großteil der Körpersprache findet dabei unbewusst statt. Das bedeutet auch, dass man seine Körpersprache gar nicht abstellen kann. Aber man kann sie zu seinem Vorteil einsetzen, sowohl im Privatleben als auch im Beruf. Im Berufsleben zählt neben dem Fachwissen auch, sich gut in Szene setzen zu können und bei Vorgesetzten, Kollegen und Kunden einen guten Eindruck zu hinterlassen. Soft Skills wie Selbstbewusstsein oder Kontaktfreudigkeit werden dabei hauptsächlich über die Körpersprache vermittelt. Auch die Einschätzung eigener Kompetenzen durch andere hängt von der Körpersprache ab. Außerdem hat sie einen großen Einfluss darauf, wie sympathisch sich Menschen finden.

So macht man es richtig

Das Sprichwort „Wie man in den Wald ruf, so schallt es heraus“ gilt auch für ein Lächeln. Ein Lächeln macht sympathisch, und die Mitmenschen lächeln zurück. Auch ein freundlicher und offener Blick stimmt den Mitmenschen positiv. Wer keinen Blickkontakt zulässt, erscheint schnell arrogant und überheblich. Also öfters mal die Kollegen im Büro anlächeln.

Wenn man einen neuen Raum oder das Büro des Vorgesetzten betritt: Nicht in der Tür stehen bleiben, sondern einen Schritt in den Raum tun und die Tür hinter sich schließen. Dann zunächst stehen bleiben, um nach dem Blickkontakt und einer Aufforderung zum Näherkommen festen Schrittes weitergehen.

Im Gespräch mit Kollegen auf einen angemessenen Abstand achten. Nicht zu nahe treten, sonst tritt man in die Intimzone (ca. 50 cm) oder die Persönliche Distanzzone (ca. 50 bis 150 cm) ein. Das schafft beim Gegenüber schnell Unbehagen und macht unbeliebt. Im Berufsleben ist ein Abstand von 1,5 bis 2 Meter ideal. Dort beginnt die Öffentliche Distanzzone. Im Fahrstuhl herrscht auf Grund des oft unvermeidlichen Eindringens in die persönliche Distanzzone meistens Stille. Denn wenn fremde oder unsympathische Menschen räumlich zu nah dran stehen, fühlt man sich unwohl und spricht nicht.

Im Berufsleben kommt man auf Dauer nicht drum rum, irgendwann auch mal eine Rede oder Ansprache halten zu müssen, sei es bei einer Präsentation, im Meeting oder bei einer Vorstellungsrunde. Die Körpersprache hat einen großen Einfluss darauf, wie gut und überzeugend die Ansprache wirkt. Wichtig dabei: Ein fester Blick ins Publikum und eine aufrechte Körperhaltung. Zuviel Bewegung erzeugt Unruhe und lässt den Redner unsicher wirken. Wer insbesondere bei seinen eigenen Argumenten sein Gewicht ständig von einem Bein auf das andere verlagert oder zu viel Bewegung in seinen Oberkörper legt, wirkt weniger überzeugend.

Die Hände sind zu einem wesentlichen Teil für die Körpersprache verantwortlich. Dabei gibt es zwei Faustregeln. Erstens: Die Hände nicht hinterm Rücken oder in der Hosentasche verstecken, sondern zeigen und diese einsetzen. Zweitens: Einladende Handbewegungen oberhalb der Taille wirken sympathisch, Handbewegungen unterhalb der Taille jedoch negativ. Die Arme also weder verschränken noch einfach runterhängen lassen.  

Allgemein gilt: Negative Gesten der Körpersprache wie Arme verschränken, Schulterzucken, Kopfschütteln etc. sollte man im Berufsleben möglichst vermeiden. Stattdessen sollte man möglichst oft positive Gesten einsetzen. Eine positive Körpersprache trägt dazu bei, im Job schnell Anschluss zu finden und Anerkennung zu erlangen. 

Körpersprache trainieren

Weil die Körpersprache im Beruf in den persönlichen Beziehungen zu Kollegen, Kunden und Geschäftspartner eine große Bedeutung hat, führen viele Unternehmen solche Trainings für ihre Mitarbeiter durch. Das trifft vor allem auf größere Unternehmen und die Weiterentwicklung von Fach- und Führungskräften zu.

Die Körpersprache lässt sich aber auch selbst trainieren. Man kann sich zum Beispiel zu Hause vor dem Spiegel stellen, verschiedene Posen und Haltungen einnehmen.  Dabei ist es hilfreich, wenn man das mit jemand anderem zusammen macht, um sich Feedback einzuholen. Eine weitere Möglichkeit ist Kameratraining, bei dem man sich selbst filmt bzw. gefilmt wird. Ein solches Körpersprache-Training eignet sich auch sehr gut als Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch.

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