Kriterien für ein gutes Praktikum

Kriterien für ein gutes Praktikum
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Welcher Bestandteil einer Bewerbung ist aus deiner Sicht überflüssig?

Praktikumsstellen gibt es wie Sand am Meer. Dementsprechend schwierig ist es, in dem großen Angebot den Überblick zu behalten und schwarze Schafe zu umgehen. Um dich bei deiner Suche nach einem qualifizierten Praktikum zu unterstützen, hat Praktikum.info 15 Kriterien zusammengestellt, die ein gutes Praktikum ausmachen.

Kriterien für ein gutes Praktikum: Erfolgreich durchstarten

 

Die folgenden 15 Kriterien dienen als Anhaltspunkte dafür, was ein qualifiziertes Praktikum ausmacht. Dennoch solltest du beachten, dass auch das beste Praktikum mit großer Wahrscheinlichkeit nicht alle Punkte vollständig erfüllen kann. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen müssen aufgrund mangelnder finanzieller und personeller Ressourcen oft Abstriche machen. Doch das muss nicht automatisch bedeuteten, dass sich dahinter schlechte Praktikumsstellen verbergen.

Letztlich musst du als Bewerber selbst abwägen, was du machen möchtest und ob das jeweilige Unternehmen zu deinen Vorstellungen, fachlichen und persönlichen Kompetenzen passt. Wichtig ist, dass hier nicht nur das Bauchgefühlt stimmt, sondern auch die Rahmenbedingungen fair sind:

Vor Praktikumsbeginn: Mit einem guten Gefühl an den Start gehen

  • Schon im Vorfeld des Praktikums lässt sich abwägen, ob die jeweilige Praktikumsstelle zu dir passt, oder eher nicht. Gibt es ein Vorstellungsgespräch (auch per Telefon oder Videochat möglich), in dem man sich Zeit für dich nimmt? Informiert sich der Arbeitgeber umfangreich über deine Qualifikation und Motivation? Und vor allem: Kannst du dir vorstellen, eine gewisse Zeit als Praktikant in dem Unternehmen mitzuwirken? Wenn du diese Fragen mit ‚Ja’ beantworten kannst, dann ist das schon mal ein gutes Zeichen.

  • Es gibt einen schriftlichen Praktikumsvertrag, der die Dauer deines Praktikums beinhaltet, deinen Betreuer sowie Lernziele benennt, Angaben über die Vergütung sowie zur Arbeitszeit, Urlaubs- und Krankheitsregelungen enthält.

  • Die Praktikumsdauer beträgt in der Regel drei bis maximal sechs Monate. Diesbezüglich kann es jedoch Abweichungen geben, die sich aus der aktuellen Lebens- bzw. Ausbildungssituation des Praktikanten ergeben. Beispielsweise bleiben in den Semesterferien häufig nur acht Wochen, um ein Praktikum zu absolvieren.

  • Das Praktikum sollte leistungsgerecht vergütet werden. Bei freiwilligen Praktika ist der Arbeitgeber laut gesetzlich verpflichtet, den Mindestlohn zu zahlen. Pflichtpraktika hingegen müssen nicht vergütet werden – jedoch sollten dir in diesem Fall zumindest keine Mehrkosten entstehen.

  • Ähnlich verhält es sich mit dem Urlaubsanspruch. Freiwillige Praktika verpflichten das Praktikumsunternehmen, dem Praktikanten anteiligen Urlaub zuzusprechen. Handelt es sich jedoch um ein Pflichtpraktikum, ist der Urlaub ebenfalls Verhandlungssache

Vom ersten Tag an im Praktikum gut aufgehoben

  • Am ersten Arbeitstag wirst du über deine Rechte und Pflichten im Unternehmen aufgeklärt. Dazu gehören Arbeits- und Ruhezeiten, die Verschwiegenheitspflicht sowie die Weisungsgebundenheit. Im Idealfall ist ein Großteil dieser Dinge bereits in deinem Praktikumsvertrag aufgeführt.

  • Dir steht ab dem ersten Tag ein persönlicher Mentor zu Seite, der dir hilft, dich mit deinem Tätigkeitsbereich vertraut zu machen und bei Fragen als erster Ansprechpartner dient.

  • Du erhältst zu Beginn deines Praktikums einen Überblick über den Unternehmensaufbau und die verschiedenen Prozesse. Eine fundierte Einführung in deinen Aufgabenbereich sowie die Vorstellung deiner Kollegen sollten nicht fehlen.

Abwechslung, Verantwortung, Weiterbildung: Die Grundpfeiler eines guten Praktikums

  • Im Verlauf deines Praktikums lernst du verschiedene Aufgabenbereiche kennen. Dabei ist es wichtig, dass deine Tätigkeiten vielseitig und anspruchsvoll sind. Selbstverständlich muss jeder Praktikant auch mal eine Datei pflegen, aber generell dient das Praktikum dem Erwerb komplexer Fertigkeiten. Aus diesem Grund solltest du keinesfalls mehrere Wochen mit einer schnell erlernbaren, eintönigen Tätigkeit zubringen.

  • Nach einer gewissen Einarbeitungszeit sollte der Praktikant auch eigenverantwortliche Projekte umsetzen können und dürfen. So sollte das Praktikumsunternehmen in die Kompetenzen seines Praktikanten vertrauen und ihm die Gelegenheit bieten, sich auszuprobieren und mit seiner Arbeit zu überzeugen.

  • Im Idealfall kann der Praktikant an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen, die vom Praktikumsunternehmen oder einer externen Organisation angeboten werden. Dazu zählen beispielsweise Workshops und Seminare.

Am Ende deines Praktikums: Schöne Aussichten?

  • Es darf keine Substituierung von Vollzeitstellen durch Praktikanten erfolgen! Das heißt, das Unternehmen darf dich nicht als volle Arbeitskraft einsetzen, sondern muss gewährleisten, dass dein Praktikum seinen eigentlichen Zweck erfüllt. So dienen Praktika der beruflichen Orientierung und nicht dazu, die Kosten für das Unternehmen zu senken.

  • Ebenso solltest du als Praktikant nicht mit der vagen Option auf eine anschließende Festanstellung gelockt werden.

  • Spätestens nach der Hälfte des Praktikumsdauer solltest du in einem persönlichen Feedbackgespräch von deinem Mentor beurteilt werden. Dies ist auch der richtige Zeitpunkt, um über eventuelle Übernahmechancen zu sprechen.

  • Nach Beendigung des Praktikums hat der Praktikant Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis, das vom Praktikumsunternehmen ausgestellt wird. Das Praktikumszeugnis sollte Angaben über die Stellenbezeichnung, die Dauer, Inhalte und das Ziel des Praktikums enthalten. Ebenso sollten die erworbenen Fertigkeiten des Praktikanten sowie fachbezogene und persönliche Kompetenzen dargestellt werden.

Lies auch, welche Leitlininien das Bundesministerium für Bildung und Forschung in seinem Praktikumsleitfaden veröffentlicht hat.

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