Mein Studium in London [2]: Der Weg dorthin

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Nach meinem Jahr als Au Pair in England wusste ich, was ich wollte: Studieren! Und das, obwohl ich direkt nach dem Abi so gar keine Lust mehr auf Büffeln hatte...

Studieren in London: Der Weg dorthin

Ich habe über drei verschiedene Studiengänge nachgedacht: Germanistik, Publizistik und Creative Writing. Nicht, dass es auf jeden zutrifft, aber ich hatte gehört, dass Germanistik mich nicht in den journalistischen Bereich bringt. Ich dachte, dass angehende Lehrer und Bibliothekare dort eher anzutreffen seien. Also fiel das für mich schon einmal weg.

Du kannst dich beim Abitur noch so sehr angestrengt haben, aber wenn du nicht gerade von Schicksal begünstigt und der Einser-Kandidat bist, schaffst du es kaum, den Ansprüchen der Berliner Universitäten (Freie oder Humboldt Universität) gerecht und für Publizistik zugelassen zu werden.

Also blieben noch Creative Writing und Journalismus. Und darauf habe ich mich dann auch bei meiner Studienplatzsuche konzentriert.

Studieren in London: Warum ich in die Hauptstadt wollte

Schreiben war, abgesehen vom Sport, mein größtes Talent, war ich doch in anderen Bereichen eher Durchschnitt. Nach elf Monaten im Ausland war mir eigentlich klar, dass ich zurück nach Berlin möchte. Was mir nach dem Abi alles gleich vorkam und mir das Gefühl gab, in meinem Leben festzusteckten, fehlte mir plötzlich. Vor allem der Alltag mit meiner Familie.

Jedenfalls war es schwierig, eine für mich attraktive, deutsche Universität zu finden, die Kreatives Schreiben als Hauptfach anbietet. Unzufrieden habe ich meine Recherche also doch wieder auf England gerichtet. Wenn du von Großbritannien angetan bist, gibt es für dich immer nur ein Land, entweder Wales, Schottland, Nordirland oder England. Letzteres trifft auf mich zu und somit habe ich England rauf und runter nach guten Unis durchsucht. Einige schafften es in die engere Auswahl.

Bewerbung an englischen Universitäten

Anders als in Deutschland wird jede Bewerbung online und von einer Organisation namens UCAS (Universities & Colleges Admissions Service) bearbeitet. Sie überprüfen die Unterlagen und leiten dann die erfolgreich Ausgewählten an die entsprechende Uni weiter, welche dann das endgültige Wort hat.

Bewirbt man sich nur bei einer Universität, beträgt die Gebühr 11 Pfund. 25 Pfund hingegen zahlt man für die Maximalanzahl von Universitäten, an denen man sich bewerben möchte. Bei den Elite-Unis Oxford und Cambridge zahlt man übrigens mehr für UCAS und man darf sich auch nur bei einer der beiden Unis bewerben. – Aber das nur am Rande.
Wie viele Kandidaten fand ich es sinnvoller, mich gleich an mehreren Unis zu bewerben, da so die Chance höher ist, an mindestens einer angenommen zu werden. Neben dem Abitur (A-Levels) braucht man als ausländischer Student ein Sprachzertifikat, zum Beispiel TOEFL oder IELTS mit einem Mindestresultat von 6,0/10 Punkten. Speziell im Studiengang Journalismus sind mindestens zwei Dreien im Abitur gefordert. Glücklicherweise zeigte sich, dass Creative Writing in England schon wesentlich etablierter ist, als in Deutschland und an fast allen Universitäten angeboten wird.

In meine enge Auswahl kamen die Kingston University London, die Portsmouth University, die Southampton University, die University of East London und die Roehampton University London.
Unabhängig von diesen Hochschulen habe ich mich ebenfalls an der City und der Middlesex University London beworben; beide verlangen die Unterlagen direkt, ohne UCAS zu involvieren, und gelten somit als Ausnahme.

Endlich Zusagen fürs Studieren in London

Daraus resultierend habe ich „Offers“ von der Kingston University, die sich schon nach einer Woche meldete, und von der East London University erhalten. Da ich zu der Zeit eh in London war, besuchte ich den „Tag der offenen Tür“ beider Unis und sagte dann schließlich in Kingston zu. Doch da lief ja auch noch die Bewerbungsphase in Deutschland. Ich wartete bis Ende August vergebens auf die erhofften Zusagen für Publizistik von der FU Berlin und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Herr Gutenberg wollte es trotzdem gut mit mir meinen und bot mir den zulassungsfreien Studiengang Buchwissenschaften als Hauptfach an, welches ich in meiner Bewerbung eigentlich als Nebenfach angegeben hatte.

Ich musste mich also entscheiden: Will ich in Mainz oder in London studieren? Wie die Entscheidung ausgegangen ist, wisst ihr ja eigentlich schon - studieren in London steht an. Aber, wie ich diese Entscheidung gefällt habe – dazu dann mehr in der nächsten Folge "Mein Studium in London". Da geht es dann um die Vor- und Nachteile vom studieren in London...

 

Unsere Auslandskorrespondentin

Laura in LondonLaura Rietz iist gebürtige Berlinerin. Nach dem Abitur ging sie 2009 für ein Jahr nach London, um drei Dinge zu finden: Abwechslung, Abstand vom Lernen und allerlei Wissen, was sie mit ihrem Leben anstellen möchte.

Mittlerweile studiert Laura Kreatives Schreiben & Journalismus an der Kingston University London und berichtet im Praktikum.info Karrieremagazin regelmäßig über die Erfahrungen als deutsche Studentin an einer englischen Universität.

 

 

 

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