„Mutig sein und Initiative zeigen“ – Der Praktikant des Jahres im Interview

„Mutig sein und Initiative zeigen“ – Der Praktikant des Jahres im Interview
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Praktikant des Jahres 2012: Einblicke in einen rasanten Karrierestart

Mario Dümmler ist einer der „Praktikanten des Jahres 2012“. Im Rahmen seines Praktikums bei der DATEV eG entwickelte er die Idee zu einem „Mobilitätsstipendium“, mit dem seine Firma nun die Studenten in der Region unterstützt. Damit beweist er, dass man auch als Praktikant großes bewegen kann. – Man muss sich nur trauen, seine Chancen zu ergreifen und Ideen zu kommunizieren. Im Interview verrät Mario den Hintergrund zu seiner Erfolgsgeschichte und gibt so Einblick in eine sehr gelungene Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Praktikanten.

Mario Dümmler, Praktikant bei Datev eG

Hallo Mario. Du bist „Praktikant des Jahres 2012“. Wusstest Du von Deiner Nominierung?

Zunächst nicht. Mein Kollege, Stefan Scheller, hat mich während meines Urlaubs für die Auszeichnung „Praktikant des Jahres 2012“ angemeldet und mir auch erst am Montag vor dem „Tag der Praktikanten“ verraten, dass wir am Freitag nach Berlin fliegen werden.

Was zeichnet Dich und die beiden anderen Preisträger als „Praktikanten des Jahres 2012“ aus? Was habt ihr gemeinsam?

Ich denke, dass uns vor allem der Wille auszeichnet, uns aktiv in das jeweilige Unternehmen wertschöpfend einzubringen. Natürlich muss man als Praktikant vor allem am Anfang noch „zuschauen“ und kann noch keine eigenständigen Entscheidungen treffen. Aber irgendwann kommt die Chance, aktiv teilzunehmen und Verantwortung zu übernehmen. An diesem Punkt muss man dann eben den gegebenen Gestaltungsspielraum mutig nutzen und darf nicht in der „Zuschauerrolle“ verharren.

Wie bist Du auf Dein Praktikumsunternehmen, die DATEV eG aufmerksam geworden?

Zur DATEV bin ich über das Patenschaftsprogramm meines Fachbereiches (Wirtschaftswissenschaften) an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg gekommen. Über das Patenschaftsprogramm bekommen Studierende schon während des Studiums Kontakt zu Vertretern von national und international tätigen Unternehmen, welche dann die „Patenschaft“ für ein Jahr übernehmen.

Wie wurdest Du im Zuge Deines Praktikums betreut?

Die Betreuung war einfach super. Ich durfte von Anfang an aktiv an verschiedenen Projekten mitarbeiten und Aufgaben selbstständig bearbeiten. Besonders klasse fand ich, dass meine Kollegen mich bei Projekten stets nach meiner Meinung gefragt haben. Regelmäßige Feedbackgespräche mit meinem Praktikumsbetreuer halfen mir vor allem am Anfang, mich zu orientieren.

Du hast Dir in Deinem Unternehmen durch ein ganz besonderes Projekt einen Namen gemacht. Und zwar hattest Du die Idee zu einem „Mobilitätsstipendium“. Kannst Du bitte kurz erklären, wie die Idee entstanden ist?

Natürlich bin ich näher am Uni-Alltag dran als meine Kollegen und bekomme so live mit, was die Studenten von heute bewegt. Ein aktuelles Thema an meiner Uni war und ist die anhaltende Diskussion um ein kostenloses Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr in der Region Nürnberg/Fürth/Erlangen. Ich wusste, dass DATEV schon seit einiger Zeit engagierte Studierende durch verschiedene Maßnahmen fördert, wie beispielsweise im Rahmen des Deutschlandstipendiums an der FAU (Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg) oder mit dem GSO-Förderpreis (Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg). Und so kam mir die Idee, durch das Sponsoring von Semestertickets für die Metropolregion auf sehr konkrete Weise für eine Verbesserung der Studiensituation an den regionalen Hochschulen zu sorgen.

Wie waren die ersten Reaktionen auf deine Idee?

Bevor ich die Idee meiner Führungskraft vorgeschlagen habe, habe ich sie natürlich mit meinen Kollegen diskutiert und mir Feedback eingeholt. Ich wusste ja nicht, ob es bei DATEV schon mal eine ähnliche Sponsoringaktion gab. Sie haben mich dann darin bestärkt, die Idee weiterzudenken und vorzuschlagen. Meine Führungskraft fand die Idee klasse, hatte jedoch Zweifel, was eine mögliche Umsetzung anging. Sein Feedback hat mich dann jedoch so motiviert, dass ich mit Hilfe eines Kollegen ein Detailkonzept ausarbeitete. Für mich war es dabei wichtig, mit aller Kraft an meiner Idee weiterzuarbeiten. Vom finalen Konzept war meine Führungskraft dann so überzeugt, dass ich im nächsten Schritt an einer Vorstandsvorlage mitwirken durfte, die dann im Vorstand diskutiert und positiv beschieden wurde.

Als fest stand, dass das Mobilitätsstipendium tatsächlich vergeben werden soll, wie ging
es dann weiter
?

Es gab natürlich viel zu organisieren. Vor allem die Abstimmung mit den Kollegen aus den verschiedenen Abteilungen wie Marketing, Rechnungswesen, Pressestelle oder Innovation Management war eine spannende Erfahrung. Die Studierenden hatten dann die Möglichkeit, sich über www.raum-zum-gestalten.de mit Hilfe eines Motivationsschreibens zum Thema „Mobil die Zukunft gestalten“ für ein Mobilitätsstipendiums zu bewerben.

Was hast Du bei diesem Projekt, aber auch im Praktikum generell gelernt?

Ich habe vor allem viel darüber gelernt, wie das Zusammenspiel der einzelnen Abteilungen in einer so großen Organisation funktioniert. Mein Praktikumsbetreuer hat mich vom ersten Tag an mit in Termine genommen und so konnte ich gleich von Anfang an Kollegen aus verschiedenen Bereichen kennenlernen. Dies hat mir bei der eigenständigen Umsetzung eines Projektes sehr geholfen. Natürlich konnte ich auch immer auf meine Kollegen zugehen, wenn ich mal nicht weiter wusste. Doch die Freiheit zu haben, sich selbstständig mit anderen Abteilungen auszutauschen und eigene Entscheidungen treffen zu dürfen, hat meiner Meinung nach meine persönliche Entwicklung am meisten gefördert.

Welche Voraussetzungen sollten Deiner Meinung nach erfüllt sein, damit man als
Praktikant sein Potential voll entfalten kann?

Wesentlich ist das regelmäßige Feedback der Führungskraft und Kollegen, aber auch von anderen Praktikanten. Das hat mir vor allem in den ersten Wochen sehr geholfen, mich zu orientieren. Des Weiteren haben mir meine Kollegen von Anfang an Vertrauen entgegengebracht und mir viele Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung gegeben. Ich denke, das sind zwei wesentliche Punkte um als Praktikant das Potential voll zu entfalten.

Welchen Tipp möchtest Du allen angehenden Praktikanten mit auf den Weg geben?

Sie sollen mutig sein und Initiative zeigen. Anfangs war ich mir auch nicht sicher, ob ich die Idee mit dem Mobilitätsstipendium überhaupt vorschlagen soll. Doch wenn man von einer guten Idee überzeugt ist, dann muss man auch als Praktikant den Mut besitzen, diese voranzutreiben.

Wie geht es jetzt für Dich beruflich weiter?

Zurzeit bin ich mit meiner Führungskraft im Gespräch über ein mögliches Thema für eine gemeinsame Bachelorarbeit. Anschließend kann ich mir einen Direkteinstieg schon sehr gut vorstellen. Nach zwei bis drei Jahren Berufserfahrung würde ich gerne den Master berufsbegleitend absolvieren.

Wir bedanken uns für das Interview und wünschen Mario alles Gute für seine berufliche Zukunft!

Hier gibt's die Bilder zur Preisverleihung am Tag der Praktikanten.
Im ABSOLVENTA Karriereblog findest Du einen ausführlichen Bericht zur Veranstaltung und dem Thema Praktikum der Zukunft.

 

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