Praktikum bei Voith – Erfahrungen einer Praktikantin

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Welcher Bestandteil einer Bewerbung ist aus deiner Sicht überflüssig?

Franziska Weber - Praktikantin bei VoithPraktikant: Franziska Weber
Studiengang: Communication Management

Praktikumsstelle: Employer Branding und HR Communication
Unternehmen: Voith GmbH
Branche: Maschinenbau
Praktikumszeitraum: August/September 2013 (Praktikum), September 2013 - März 2014 (Masterarbeit)
Ort: Heidenheim

 

Du absolvierst gerade ein Praktikum bei Voith. Was assoziierst du mit dem Begriff „Praktikum“?

Die Verwandtschaft der Wörter „Praktikum“ und „Praxis“ kommt mir als Erstes in den Sinn. Ich halte praktische Erfahrungen in den Semesterferien für unentbehrlich, um letztlich den Einstieg in „das Leben nach dem Studium“ reibungslos hinzubekommen. Ebenfalls wollte ich durch mein Praktikum ausloten, inwiefern der Bereich Employer Branding auch für meine berufliche Zukunft eine vielversprechende Option darstellt. 

Wie bist du auf die Praktikumsstelle aufmerksam geworden?

Ein Vertreter von Voith aus dem Kommunikationsbereich hatte an meiner Universität, der Uni Leipzig, einen Vortrag zum Thema „Hidden Champions: wie eine B2B-Marke international an Strahlkraft gewinnt“ gehalten. Ich habe ihn dann im Anschluss angesprochen, weil das Thema mein Interesse geweckt hatte. Letztlich habe ich mich auf der Karriereseite über Voith informiert und mich im Anschluss beworben. Es zeigt sich an der Stelle abermals, wie wichtig das persönliche Auftreten von Unternehmensvertretern ist.
 
Warum wolltest du ein Praktikum bei Voith machen?

Für mich war die Internationalität von Voith ein entscheidender Punkt. Im Studium hatte ich in verschiedenen Projekten festgestellt, dass ich sehr gern in Kontakt mit Menschen aus anderen Kulturkreisen stehe und mich ein derartiges Umfeld auch in einem Praktikum reizen würde. Gerade was die Arbeitgebermarke und die Kommunikation im HR Bereich angeht, war ich gespannt, welche Unterschiede und Herausforderungen auftreten würden. Es hat sich aus diesem Praktikum schließlich auch eine Masterarbeit entwickelt, die sich mit den kulturellen Einflussfaktoren auf Arbeitgebermarken in China, Indien und Brasilien beschäftigt.

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Wie lief der Bewerbungsprozess ab?

Ich bewarb mich zunächst schriftlich per Email und wurde daraufhin zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Nach wenigen Tagen erhielt ich Rückmeldung, dass ich ein Praktikum bei Voith absolvieren konnte.

Deine ersten Tage: Kaltes Wasser oder warmer Empfang?

Ich wurde in meiner Abteilung sehr freundlich empfangen und hatte gleich das Gefühl, von einem angenehmen Arbeitsklima umgeben zu sein. Man machte es mir extrem leicht, mich bereits in den ersten Wochen in den Arbeitsalltag einzufügen und gab mir zunächst leicht zu bewältigende Aufgaben, die sich mit der Zeit steigerten. Auch Fragen meinerseits wurden stets begrüßt und umfassend beantwortet! Es gab darüber hinaus Feedbackgespräche, um den gemeinsamen Erwartungshorizont abzustecken. So wussten beide Seiten genau, was sie jeweils zu bieten hatten und andererseits einfordern würden. Im Zuge meiner Masterarbeit hat sich das Betreuungsverhältnis sogar noch verbessert, da Voith als Praxispartner stets in die laufenden Prozesse eingebunden war und an allen möglichen Stellen seine Unterstützung anbot. Ich hatte während meiner gesamten Zeit bei Voith nicht ein einziges Mal das Gefühl, als Praktikant nicht ernst genommen zu werden. Meine Ansichten wurden stets einbezogen und es fand ein Dialog auf Augenhöhe statt, bei dem ich immer neuen Input für meine Arbeit bekam.

Was war deine allererste Aufgabe?

Meine erste Aufgabe war die Sichtung von Initiativbewerbungen. Ich analysierte, inwiefern die Initiativbewerbungen für eine konkrete Stelle von Relevanz waren und ordnete die Bewerbungen entsprechend.

Was macht man sonst so den ganzen Tag als Praktikant bei Voith?

Ich kann nur für meinen konkreten Fall antworten und einige Aufgaben aufzählen, die ich im Laufe meines Praktikums in der Abteilung Employer Branding und HR Communication bearbeitet habe. Zum einen wurde ich in die Erstellung des HR-Newsletters eingebunden und schrieb Artikel für ebendiesen, redigierte andere Artikel und fügte die einzelnen Teile zusammen. Diese Aufgabe war für mich sehr dankbar, da letztlich ein konkretes Resultat als Ergebnis präsentiert werden konnte. Einen weiteren großen Teil nahmen Übersetzungsarbeiten und das Erstellen von Konzepten innerhalb der Abteilung ein. Es wurde beispielsweise ein Kunstwettbewerb ins Leben gerufen, der Technik aus der künstlerischen Perspektive beleuchten sollte. Das Material wurde in verschiedene Sprachen übersetzt und den Standorten vorgestellt. Als besonders spannend empfand ich es, auf Messen und Events mitgenommen zu werden. So konnte ich beispielsweise am Voith-Stand  der Bonding-Messe in Aachen mitarbeiten und das E-Motion Rennteam in Aalen bei der Präsentation ihres neuen Rennwagens besuchen.

Gemeinsames Mittagessen oder Feierabendbier, wie eng ist die Beziehung zu deinen Kollegen?

Sowohl gemeinsames Mittagessen als auch der gemeinsame Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt waren in unserem Team Teil der Kultur. Man motivierte sich gegenseitig, hatte Anteil an den beruflichen und persönlichen Problemen der Kollegen und unterstützte sich, wo dies möglich war. Und das zeichnet für mich ein Top-Betriebsklima aus.

Dein bisher schönster und dein schlimmster Praktikumsmoment?

Mein schönster Praktikumsmoment war, als ich auf dem Feedbackbogen zu unserem HR-Newsletter lesen durfte, dass eine der leitenden Führungskräfte im Personalbereich bei Voith meinen Text mit „sehr gut!“ würdigte. Das war für mich ein schönes Kompliment, was mich sehr gefreut und motiviert hat. Einen wirklich schlimmen Praktikumsmoment hatte ich nicht. Ich kam generell etwas ins Straucheln, wenn es um bestimmte Stellenbeschreibungen oder Anfragen von Ingenieuren ging, die zu technisch waren, um sie mit meinem geringen technischen Hintergrund adäquat beantworten zu können. Da mussten mir die Kolleginnen unter die Arme greifen. 

Wie hoch ist das Gehalt als Praktikant bei Voith?

Mein Praktikumsgehalt betrug 680 Euro im Monat.

Wem würdest du dein Praktikum weiter empfehlen?

Ich würde das Praktikum generell allen Bewerbern empfehlen, die Interesse am Thema Personalmarketing und Employer Branding haben. Der Leiter der Abteilung, Robindro Ullah, ist eine wahre Koryphäe auf diesem Gebiet und allein seine Sichtweisen und Ratschläge im Hinblick auf mein Praktikum und meine Masterarbeit waren für mich sehr wertvoll. Ebenfalls ist das Praktikum besonders geeignet für Studenten, die sich auch selbst einbringen wollen und denen es Spaß macht, aktiv zu werden: sei es im Brainstorming für neue Kommunikationsmaßnahmen oder aber beim wöchentlichen Jour fixe.  

In der Rückschau, was hast du in deiner Praktikumszeit gelernt?

Ich habe während meines Praktikums gelernt, wie wichtig es ist, dass auch im Personalmarketing und Employer Branding den operativen Handlungen eine strategische Basis zu Grunde liegt. Häufig bleiben Personalmarketingkampagnen allein auf der Ebene der Effekthascherei verhaftet, ohne wirklich mit den Werten und der Unternehmensrealität übereinzustimmen. Für dieses Thema wurde ich sehr stark sensibilisiert. Außerdem habe ich gelernt, wie wichtig Liebe zum Detail im Hinblick auf sämtliche Medien im Personalmarketing und in der HR Kommunikation ist: sei dies der Newsletter oder sonstige Broschüren und Informationsmaterial. Auf der persönlichen Ebene konnte ich mein Zeitmanagement verbessern und habe ein Stück Professionalität im geschäftlichen Umgang dazu gewonnen.

Gibt es ein Wiedersehen mit Voith nach deinem Studium?

Ich würde mir dies wünschen. Es steht jedoch noch nicht fest, wie es für mich nach der Masterarbeit weitergeht.

Dein Resümee: totaler Reinfall, ziemlich nett oder das goldene Los?

Für mich persönlich waren das Praktikum und die Masterarbeit bei Voith nicht nur das goldene, sondern das Platin-Los! Sowohl die Aufgabenstellungen und Themenfelder, die ich bearbeitet habe als auch das prima Arbeitsklima haben dazu beigetragen, dass ich mit einem ausschließlich lachenden Auge zurückblicken werde. Für meine persönliche Entwicklung nehme ich folgende Lehre mit: wenn Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten und dein Können investiert wird, dann ist es höchst wahrscheinlich, dass du selbst dieses Vertrauen nicht enttäuschen wirst. Auf diese Weise bringt man das Beste in sich zum Vorschein.

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