Bewerbung für ein Praktikum: In 5 Schritten zum perfekten Lebenslauf

Bewerbung für ein Praktikum: In 5 Schritten zum perfekten Lebenslauf
PRAKTIKUM.INFO-Umfrage

Führen Siegel von Arbeitgeber-Auszeichnungen dazu, dass Du Dich eher bei einem Unternehmen bewirbst?

Bei einer Praktikums-Bewerbung bildet der Lebenslauf neben dem Anschreiben das Herzstück der Unterlagen: Viele Personaler werfen als erstes einen Blick darauf, um die Eckdaten eines Bewerbers mit den Anforderungen für eine Stelle abzugleichen. Daher ist es wichtig, dass er übersichtlich gestaltet und nur mit relevanten Informationen befüllt ist.

Inhalt

  1. In Form bleiben: Die Formatierung
  2. Das Gesicht wahren: Dein Foto
  3. Struktur ist alles: Der Aufbau
  4. Relevant statt redundant: Der Inhalt
  5. Umweltschonend: Die Online Bewerbung

1. In Form bleiben: Die Formatierung

Dein Lebenslauf soll dem Personaler einen schnellen Überblick über deinen bisherigen Werdegang und deine Qualifikationen für das Praktikum verschaffen. Daher sollte er übersichtlich gestaltet sein.

Die Seitenränder sollten links und rechts jeweils 2,5 cm betragen und oben und unten je 2 cm. Was die Schriftart angeht, wählst du am besten eine serifenlose Schrift wie Helvetica, Arial oder Verdana in Schriftgröße 12. Dabei darf dein Lebenslauf sich natürlich nicht zu stark von dem Gesamtlayout deiner Bewerbung abheben, also verwende hier am besten einheitliche Schriften, Abstände etc. Außerdem sollten Überschriften hervorgehoben werden. Hierbei gilt: Arbeite lieber mit Fettungen und Schriftgrößen als mit unterschiedlichen Schriftarten und Farben. 

2. Das Gesicht wahren: Dein Foto

Dein Bewerbungsfoto solltest du unbedingt von einem professionellen Fotografen machen lassen. Schnappschüsse oder zu künstlerisch anmutende Bilder haben hier nichts verloren. Bewirbst du dich aber in einer Design-Agentur, kann dein Bewerbungsfoto natürlich etwas moderner als bei dem Bankinstitut ausfallen. Hier steht dir ein Fotograf aber auch mit kompetentem Rat zur Seite.

Das Foto kannst du entweder oben rechts in der Ecke oder aber auf einer einzelnen Seite platzieren. In Amerika ist es üblich, auf das Foto zu verzichten. In Deutschland fängt man auch an, das zu etablieren, ganz angekommen ist dieser Trend aber noch nicht. Lebensläufe mit Bewerbungsfoto sind nach wie vor üblich. 

3. Struktur ist alles: Der Aufbau

Damit der Personaler auf den ersten Blick erkennen kann, welche Qualifikationen du mitbringst und welcher Werdegang hinter dir liegt, streichst du alle für die Stelle irrelevanten Angaben: Du hast bereits einen Hochschulabschluss, kannst du die Infos über deine Grundschule zum Beispiel getrost rauslassen.

Lege deinen Lebenslauf tabellarisch an und konzentriere dich auf die Infos zu deiner Person, deiner Ausbildung, deiner bisherigen Praxiserfahrung und deiner außerfachlichen Qualifikationen.

Achtung: Nach neusten Standards ist es üblich, Ausbildung und Berufserfahrung zu trennen sowie die Angaben umgekehrt chronologisch anzuordnen, das heißt, die neusten Ereignisse stehen an oberster, also erster, Stelle.

4. Relevant statt redundant: Der Inhalt

Wer sich für ein Praktikum bewirbt, hat in der Regel noch keine jahrelange Praxiserfahrung vorzuweisen. Umso wichtiger ist es, alle anderen wichtigen Informationen im Lebenslauf drin zu haben und keine Lücken entstehen zu lassen. Auch wenn jeder Lebenslauf anders ist, gibt es Bestandteile, die jeder Praktikums-Lebenslauf vorweisen sollte:

Abschnitt

Informationen

Angaben über deine Person

• Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum & -ort, Familienstand

• Nicht mehr nötig: Angaben zu Eltern/Geschwistern/Religion

Ausbildung

• Schulbildung: Angabe der letzten Schule, die Art des Abschlusses und wann er gemacht wurde

• Hochschulstudium: Zeitangabe, Name der Universität oder Hochschule und Ort, Studiengang, angestrebter oder bereits vorhandener Abschluss sowie, falls relevant für das Praktikum, Angabe von Studienschwerpunkten oder Thema der Abschlussarbeit im Lebenslauf

Bundesfreiwilligen- /Wehrdienst, FSJ, J

• Zeitraum, Ortsangabe und Tätigkeit

 

Praxis-/Berufserfahrung

• Zeitangabe, Name des Arbeitgebers und Branche
• Tätigkeiten in Stichpunkten

Auslandsaufenthalte

• Auslandssemester oder Auslandspraktika
• Sprachkurse
• Work & Travel, Au-Pair
• Längere selbstorganisierte Reisen

Weitere Qualifikationen

• Sprachkenntnisse mit Angabe des sprachlichen Niveaus
• Computerkenntnisse
• 10-Finger-Schreibsystem
• Falls für den Job erforderlich: Führerscheine
• Fachspezifisches Know-how, Zusatzqualifikationen, Schulungen

Ehrenamtliche Tätigkeiten

• Freiwilliges Engagement, wie zum Beispiel in einem Verein, bei studentischen Organisationen oder sozialen Einrichtungen

Interessen & Hobbies

• Ausgefallene Hobbies machen dich interessant, verzichte aber auf Extremsportarten oder Hobbies wie Feiern, Clubbing etc.

Ort, Datum und handschriftliche Unterschrift

• Aktuelles Datum

• Eingescannte Unterschrift

Angaben zu deiner Person

Bewerber sollten immer darauf achten, dass die Kontaktdaten auf dem neuesten Stand sind und mit der Adresse im Anschreiben übereinstimmen. Wer für mehrere Praktika im Laufe der Zeit Bewerbungen geschrieben hat und öfter umgezogen ist, muss auf solche Fehler im Lebenslauf achten – ebenso bei der Angabe der Telefonnummer oder der E-Mail-Adresse. Am besten checkst du alles doppelt, damit die Rückmeldung des Unternehmens nicht wegen eines Flüchtigkeitsfehlers im Sande verläuft.

Gestaltungstipp: Wer seine Bewerbung für ein Praktikum auflockern will, der kann seine Kontaktdaten mit kleinen Icons wie einem Briefumschlag für die Adresse versehen oder sie an anderer Stelle platzieren, zum Beispiel in der Kopfzeile.

Ausbildung

Hier gibt es wenig zu beachten: Nenne die letzte Schule, die du besucht hast, und auch die Ausbildung, solltest du eine absolviert haben. Achte hier immer auf die korrekte Datumsangabe – also Monats- und Jahresangabe. Auch die Ortsangabe sollte nicht fehlen und gibt dem Personaler Aufschluss darüber, ob du zum Beispiel flexibel bist, weil du bereits in verschiedenen Städten gewohnt hast.

Hast du dein Studium bereits abgeschlossen, solltest du deine Abschlussnote und, falls dieser relevant ist, den Titel deiner Abschlussarbeit nennen.

Berufserfahrung

Je mehr Berufserfahrung, desto besser – selbst wenn du etwas gemacht hast, das nichts mit der angestrebten Stelle zu tun hat, kannst du in der Bewerbung für ein Praktikum im Lebenslauf darauf hinweisen. So zeigst du dem Personaler, dass du dich in verschiedenen Jobs zurechtgefunden hast und immer bestrebt warst, nicht auf der faulen Haut zu liegen. Zur Berufserfahrung zählen – neben Praktika oder Nebenjobs während des Studiums – auch ehrenamtliche sowie unbezahlte Arbeit in Teil- oder Vollzeit.

Wer bereits sehr viele kleine Jobs hatte oder schon als Schüler kurze Praktika absolviert hat, sollte abwägen, welche er in der Bewerbung für ein Praktikum in dem Lebenslauf erwähnt – hier gilt wieder: Konzentriere dich in diesem Fall auf die für die Stelle relevanten Stationen und lass alle irrelevanten raus.

Übrigens: Je nach Branche und Größe des Unternehmens kann relevante Vorerfahrung sogar Einfluss auf das Praktikumsgehalt haben; wenn auch eher in Einzelfällen.

Bundesfreiwilligen-/Wehrdienst, FSJ, FÖJ

Nenne hier den Zeitraum, wann du den Dienst geleistet hast, benenne den Ort sowie den Träger und umreiße kurz und knapp deine Tätigkeiten in dieser Zeit.

Auslandsaufenthalte

Neben den Erfahrungen, die du im Rahmen des Studiums im Ausland gesammelt hast oder freiwillig in Sprachkursen, kannst du in deinem Lebenslauf für ein Praktikum auch längere Reisen mit aufnehmen. Der Grund: Wer es sich zum Beispiel zutraut, nur mit einem Rucksack bewaffnet eine selbstorganisierte, mehrmonatige Reise anzutreten, dem ist auch sonst einiges zuzutrauen – Soft Skills wie Organisationstalent, Eigenständigkeit, Flexibilität und Mut sind nur einige Eigenschaften, die man fürs Backpacking braucht.

Ehrenamtliche Tätigkeiten

Freiwilliges Engagement lässt häufig Rückschlüsse auf Schlüsselkompetenzen wie Verantwortungsbewusstsein, Pünktlichkeit, Motivation etc. der Bewerber zu. Personaler achten auf solche Qualifikationen: sie sind also eine gute Möglichkeit, sich bei der Bewerbung um ein Praktikum mit dem Lebenslauf von anderen Bewerbern abzuheben. Angeben kann man hier eine Tätigkeit als Trainer in einem Sportverein genauso wie Engagement für Flüchtlinge, in der Uni-Fachschaft oder eine Tätigkeit als Klassensprecher.

Weitere Qualifikationen

Hier stellst du eine Auflistung deiner weiteren Fähigkeiten auf, am besten thematisch geclustert. Du nennst deine Sprachkenntnisse inklusive Niveauangabe, benennst dir vertraute Betriebssysteme und Computerprogramme und zählst auf, wenn erforderlich, über welche Führerscheine du verfügst. Auch fachspezifisches Know-how, Zusatzqualifikationen oder Schulungen finden hier Erwähnung.

Interessen & Hobbys

Hobbys und Interessen sind in einer Bewerbung fürs Praktikum im Lebenslauf eine freiwillige Angabe. Es empfiehlt sich aber, sie auf jeden Fall zu nennen – nicht nur, wenn sie relevant für die Stelle sind, sondern auch, um dich möglichst umfassend darzustellen.

Achte auch auf die Auswahl: Wenn du angibst, dass du extrem gerne feierst oder dass du jedes Wochenende aus Hubschraubern springst, könnte sich dein künftiger Arbeitgeber Sorgen um deine Konzentration oder deine Gesundheit machen. Versuche, eine spannende Mischung aus ausgefallenen Hobbys und klassischen Interessen hinzubekommen. Wichtig: Bleibe dabei immer authentisch!

Ort, Datum und handschriftliche Unterschrift

Fast geschafft! Nun muss in der Bewerbung fürs Praktikum der Lebenslauf noch mit Ort und Datum sowie der Unterschrift versehen werden. Bei einer Bewerbung per E-Mail ist die Unterschrift nicht zwingend notwendig, aber wer möchte, kann sie einscannen und einfügen.

5. Umweltschonend: Die Online Bewerbung

Die Printbewerbung hat in den meisten Fällen ausgedient, ob Bewerbermanagement-System oder E-Mail-Bewerbung – Personaler erwarten deine Unterlagen nicht nur der Umwelt zuliebe digital. Dabei gibt es ein paar Punkte zu beachten:

  1. Bündel deine Bewerbung für die E-Mail inklusive Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen sowie Praktika-Bescheinigungen in einer PDF-Datei, die man mit dem Adobe Reader öffnen kann.
  2. Wenn du deine Dateien in einem Online-Portal hochlädst, wähle entsprechende Einzel-PDFs nach Vorgabe.
  3. In der E-Mail/dem Ansprache-Feld selbst schreibst du nur kurz, dass du dich auf die Praktikumsstelle bewirbst:

Sehr geehrte/r Frau/Herr XXX,

hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Praktikumsstelle XXX. Im Anhang finden Sie meine vollständigen Bewerbungsunterlagen mit:

  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Zeugnissen
  • Praktikumsbescheinigungen

Für Rückfrage stehen ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Vorname Name

>> Die wichtigen Inhalte für den Lebenslauf sind klar – doch was sind eigentlich No Go’s für eine Praktikumsbewerbung? Hier erfahrt ihr, was ihr besser vermeiden solltet!

Über den Autor

Jana Teuber
Jana Teuber

Als Content Managerin für PRAKTIKUM.INFO ist die studierte Germanistin sowohl mit der Praktikantenlandschaft in Deutschland als auch mit Karrierethemen bestens vertraut.

Artikel weiterempfehlen: