Psychologie studieren: Wir müssen reden!

Psychologie studieren: Wir müssen reden!
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Welcher Bestandteil einer Bewerbung ist aus deiner Sicht überflüssig?

Treffen sich zwei Psychologen.
 Fragt der eine: „Weißt Du, wie spät es ist?“ 
Antwortet der andere: "Nein, aber gut, dass wir mal drüber gesprochen haben!"
 Sie treffen sich eine Woche später wieder.
 „Und, weißt Du inzwischen, wie spät es ist?“ „Nein. Aber ich kann schon viel besser damit umgehen!“ – Alles wird eben besser, wenn man darüber redet.

Manchmal hilft es, mit einer neutralen Person zu reden, die auch noch Erfahrung und hat und Verständnis aufbringt. Psychologen können mehr als einfach nur dem zuhören, was ein Patient erzählt, während er auf einer Couch liegt. Wir klären auf, welche Anforderungen man erfüllen muss, um Psychologie zu studieren, was einen Psychologiestudenten an der Universität erwartet und wo er nach dem Studium einen Job findet.

Psychologie-Studium: Verhalten und Erleben des Menschen

Die Psychologie versteht sich als empirische Wissenschaft, die sich mit dem Erleben und Verhalten des Menschen beschäftigt. Psychologen werden daher überall gebraucht, wo Menschen agieren, im Grunde also überall. Therapie ist dabei nur ein Berufsfeld neben Marktforschung, Sport, Werbung und vielen anderen. Gemeinsam haben diese Berufe, dass sie sich mit der Psyche des Menschen beschäftigen.

Ein Psychologe ist kein Arzt, er darf daher auch keine Medikamente verschreiben. Um sich Psychologe nennen zu dürfen, muss man vorher Psychologie studieren. Ein Psychologe analysiert das Erleben und Verhalten von Menschen und wendet seine Erkenntnisse – je nachdem, in welchem Bereich er arbeitet – an.

Ein Psychotherapeut muss nach dem Psychologiestudium eine Zusatzausbildung abschließen und ist dann approbiert, darf seine Leistungen daher über die Krankenkasse abrechnen. Er behandelt Zwänge, Ängste und Süchte mit Therapien wie Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie oder der Psychoanalyse, deren bekanntester Vertreter Sigmund Freud ist.

Ein Psychiater unterscheidet sich von einem Psychologen durch die Ausbildung. Er muss ein Medizinstudium abgeschlossen haben und anschließend eine Facharztausbildung zum Psychiater machen. Er diagnostiziert, erforscht und behandelt Erkrankungen und Störungen des Geistes und der Seele.

Grundlagen- und Anwendungsdisziplinen im Psychologie-Studium

Das klassische Diplom-Studium bieten Universitäten im Bereich Psychologie kaum noch an. Es wurde im Zuge des Bologna-Prozesses durch das Bachelor- und Mastersystem ersetzt. In der Regel studieren Psychologen bis zum Masterabschluss.

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie legt Richtlinien für ein Studium der Psychologie fest, denen die Universitäten folgen. Wer Psychologie studieren will, lernt zuerst die Grundlagendisziplinen kennen. Dazu gehören:

  • Allgemeine Psychologie: Sie beschäftigt sich z.B. mit Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Emotion.
  • Biopsychologie: In diesem Bereich geht es um anatomische und physiologische Grundlagen menschlichen Verhaltens und Erlebens.
  • Sozialpsychologie: Wer Psychologie studiert, lernt in dieser Grundlagendisziplin, wie das Verhalten und Erleben durch den sozialen Kontext beeinflusst wird.
  • Methodenlehre: Psychologiestudenten erheben Daten und werten diese Datensätze aus. Ein Teil der Methodenlehre ist die Statistik.
  • Weitere Grundlagendisziplinen sind Entwicklungspsychologie, Geschichte der Psychologie, kulturvergleichende Psychologie, Persönlichkeitspsychologie und differentielle Psychologie sowie vergleichende Psychologie.

Das Psychologie-Studium geht nach der Grundlagenbildung mit den Anwendungsdisziplinen weiter. Universitäten legen hier verschiedene Schwerpunkte. Je nachdem, in welchem Berufsfeld man später arbeiten möchte, kann man sich spezialisieren.

Arbeitsfelder: Psychologie studieren und dann?

Universitäten bieten unterschiedliche Anwendungsdisziplinen an, welche die Studenten auf das Berufsleben vorbereiten. Psychologen finden Jobs überall dort, wo das menschliche Verhalten eine wichtige Rolle spielt. Hier sind einige Beispiele:

  • Arbeits- und Organisationspsychologie: Psychologen finden Jobs in der Consulting-Branche. Dort beraten Teams Unternehmen, damit diese wirtschaftlich effizienter arbeiten oder um Produkte und Leistungen vor der Markteinführung zu optimieren. Arbeits- und Ordnungspsychologen versuchen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Eine Rolle spielen beispielsweise Licht, Lärm, Mobbing und das Vorgesetztenverhalten.
  • Personalwesen: Psychologen gehören in Unternehmen zu den Teams, die Personalentscheidungen treffen. Sie können in Bewerbungsgesprächen feststellen, ob ein Bewerber ins Team und ins Unternehmen passt und ob er den gestellten Aufgaben gewachsen ist.
  • Therapie: Psychologen erlangen im Studium die Kompetenz, Ursachen von Störungen zu erkennen und zu therapieren. Um als psychologische Psychotherapeuten arbeiten zu können, müssen sie nach dem Studium eine drei- bis fünfjährige Therapieausbildung absolvieren, um eine Approbation zu erlangen. Ihr Arbeitsplatz befindet sich dann in einer Klinik oder in einer eigenen Praxis.
  • Sport: Psychologen unterstützen Einzelsportler und Mannschaften, damit diese optimale Leistung bringen können. Sportpsychologen arbeiten in diesem Feld als Mental-Trainer.
  • Polizei und Justiz: Polizeipsychologen verhandeln bei Geiselnahmen, betreuen Polizisten nach schwierigen Einsätzen, kümmern sich um Opfer von Straftaten bzw. deren Angehörige, erstellen Täterprofile und bewerten die Gefährlichkeit von Straftätern. In der Justiz erstellen sie Programme, die der Resozialisierung von Straftätern dienen.
  • Markt- und Meinungsforschung: Psychologen studieren neben psychologischen Disziplinen auch Statistik und Empirie. Dadurch können sie Zahlen und Daten analysieren und Fragemethoden anwenden (wie Fragebogen oder Interviewtechniken), um herauszufinden, welche Meinung die Bevölkerung oder eine spezielle Gruppe zu einem Thema hat. Dieses Wissen können sie auch in der Werbung einsetzen.
  • Forschung und Lehre: Die Weiterentwicklung der Psychologie als Wissenschaft und die Weitergabe der Erkenntnisse an Studenten ist ein weiterer Zweig innerhalb der Psychologie.
  • Pädagogik: Schulpsychologen helfen bei der Enzwicklung von Lehrplänen und beraten Lehrer. Sie kümmern sich um verhaltensauffällige Schüler, arbeiten außerdem in der Erwachsenenbildung.
  • Verkehrspsychologie: Die Aufgaben in diesem Teilgebiet der Psychologie sind die Erforschung von Unfallursachen, die Prüfung auf Fahrtauglichkeit, bspw. bei einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) , sowie die Planung von Straßenführung und Verkehrslenkung.

Weitere Felder innerhalb der Psychologie sind Freizeitpsychologie, politische Psychologie und Umweltpsychologie.

Jobaussichten nach dem Psychologiestudium

Innerhalb von zwölf Monaten nach Abschluss eines Psychologiestudiums haben 95 Prozent aller Psychologen einen Job gefunden. Das Gehalt variiert stark, da der Einsatzbereich von Psychologen groß ist. Viele Psychologen arbeiten im Öffentlichen Dienst, in dem es ein Tarifgehalt gibt. In der privaten Wirtschaft liegen Gehälter teilweise darüber, teilweise jedoch darunter.

Praktikum.info wünscht viel Erfolg beim Psychologie-Studium!

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