„I like“ – Social Media Bewerbung & Jobsuche

„I like“ – Social Media Bewerbung & Jobsuche
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Social Media Bewerbung: Mit Web 2.0 zum Traumjob

Soziale Netzwerke boomen. Und das nicht nur im privaten Bereich, sondern auch immer häufiger als Jobvermittler. Begünstigt durch eine beinahe flächendeckende Verbreitung von Smartphones und den damit einhergehenden Zustand des dauerhaften Online-Daseins finden Jobsuche und Bewerbung immer häufiger auch im Web 2.0 statt. – Wenn man es geschickt anstellt, quasi nebenbei.

Jobsuche 2.0: Finden und gefunden werden

Facebook, Twitter & Co. eröffnen Jobsuchenden vielfältige Möglichkeiten, um auf Jobs aufmerksam zu werden, sich über den zukünftigen Arbeitgeber zu informieren und um sich als kompetenten Mitarbeiter darzustellen. Die digitalen Neuerungen bündeln die Funktionen klassischer Jobsuch-Kanäle wie Stellenbörsen, Zeitungsannoncen und Networking. Social Media vereinen demnach den Informationswert einer klassischen Stellenanzeige mit der Möglichkeit, direkt mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten, sich regelmäßig über neue Jobangebote informieren zu lassen und ein Bewerberprofil für die „passive“ Jobsuche anzulegen.

Diese Veränderungen wirken sich nicht nur auf die Art der Jobsuche aus, sondern auch auf die persönliche Einstellung gegenüber neuen beruflichen Herausforderungen. So informieren sich immer mehr Menschen über alternative Karrieremöglichkeiten, obwohl sie bereits in Lohn und Brot stehen. Und das geschieht quasi von allein: Hat man sich einmal über die entsprechenden Social Media Kanäle vernetzt, wird man regelmäßig über offene Jobs informiert. Das heißt, die Jobsuche wird zu einem Dauerzustand, der uns ganz unterschwellig Tag für Tag begleitet.

Personalsuche 2.0: Kandidaten via Facebook & Co.

Das machen sich die Unternehmen natürlich zu Nutze. Insbesondere vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftemangels begeben sie sich im Web 2.0 aktiv auf die Suche nach geeigneten Kandidaten. Das Ziel: Die direkte Ansprache und der Austausch mit der Zielgruppe potentieller Kandidaten.

Zahlen aus Amerika beweisen: Social Media verändern die Personalsuche der Unternehmen. So zeigt die Jobvite Social Recruiting Survey 2011, dass bereits 80 Prozent der befragten Recruiter auf Social Media Kanäle setzen, wenn es darum geht, geeignete Kandidaten für offene Stellen zu finden.

Umfrage zu Social Media RecruitingUmfrage 2

Am meisten greifen die Unternehmen für das gezielte Recruiting auf Karrierenetzwerke (bspw. LinkedIn und Xing) zurück. Doch auch Facebook gewinnt bei der Personalsuche auf der Arbeitgeberseite immer mehr an Bedeutung. Das liegt daran, dass hier deutlich mehr Kandidaten zu finden sind, da sich Studenten und junge Akademiker zumeist erst nach ihrem Studium auf Karriereportalen und -netzwerken registrieren.

Karriere-Seite Allianz FacebookIn Netzwerken hingegen, die bisher eher der privaten Kommunikation vorbehalten waren, können die Unternehmen frühzeitig potentielle Nachwuchskräfte auf sich aufmerksam machen.

Zu diesem Zweck erstellen Unternehmen zunehmend spezielle Karriereseiten. Hier finden Interessenten Informationen zum Unternehmen und zu den Einstiegsmöglichkeiten. Diese ‚Karriere-Profile’ der Unternehmen ermöglichen zudem einen Dialog zwischen Unternehmen und Kandidaten.

Bewerbung 2.0: mit Social Media zum Job

Was kann man nun als Bewerber tun, um Social Media für die eigene Bewerbung gekonnt einzusetzen? Zunächst einmal sollte man prüfen, auf welchen Social Media Kanälen man bereits aktiv ist und welche Informationen sich dort über einen finden lassen. Handelt es sich um private oder um geschäftliche Profile? Wie aktuell sind die Angaben über die eigene Person? Sind private Daten geschützt?

Dabei sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass die verschiedenen Social Media Kanäle auf verschiedene Arten der Informationsübermittlung ausgerichtet sind. So dient bspw. Twitter dazu, (aktuelle) Kurznachrichten zu verschicken; auf Facebook legen wir uns ein Profil an, wo sich bei regelmäßiger Nutzung mit den Jahren sehr viele Informationen über uns ansammeln; Youtube ermöglicht es, Videos zu teilen und LinkedIn dient als Karrierenetzwerk der Darstellung fachlicher und persönlicher Kompetenzen

Das folgende Bild fasst (mit einem Augenzwinkern) am Beispiel von Donuts zusammen, wie die Kommunikation über verschiedene Social Media Kanäle funktioniert:

Social Media Bewerbung - verschiedene KanäleIst man sich seiner Online-Präsenz bewusst, sollte man im nächsten Schritt planen, wie man sich fortan im Netz präsentieren will und ob man die Aktivität und Präsenz in bisher genutzten Kanälen anpassen, verringern oder ausbauen möchte. Auch neue Social Media Kanäle, wie bspw. Karrierenetzwerke, können hinzugefügt werden.

Während man bei privaten Profilen berechtigterweise dazu rät, die privaten Daten möglichst gut zu schützen und die Sichtbarkeit für Suchmaschinen auszustellen, gilt für geschäftliche Profile in Karrierenetzwerken so ziemlich das Gegenteil. Diese sollten nämlich sehr wohl öffentlich sein, da sie in Hinblick auf die Jobsuche der Selbstpräsentation dienen.

Lebenslauf 2.0: Profil zeigen

Karrierenetzwerke erfahren eine sehr hohe Suchmaschinen-Relevanz, sodass Personaler (und alle anderen Personen) mit großer Wahrscheinlichkeit auf das jeweilige Profil treffen, wenn sie den Namen des Bewerbers bei Google eingeben. Ein gepflegtes und aktuelles Profil stellt somit eine gute Online-Referenz dar. Zudem kann man durch ein solches Profil auch Arbeitgeber auf sich aufmerksam machen, die in sozialen Netzwerken anhand von bestimmten Schlagworten nach geeigneten Kandidaten suchen. Dazu sollte man sein geschäftliches Profil mit genauen Angaben über den eigenen Fachbereich (z.B. Betriebswirtschaft) und Berufswunsch (z.B. Controlling, Berlin) versehen. Anhand dieser Schlagworte werden Recruiter auf das eigene Profil gelenkt.

KarrierenetzwerkeEin neuer Bewerbungstrend ist das Anlegen geschäftlicher Profile bei Facebook. Die neue Timeline wird somit genutzt, um den eigenen Lebenslauf darzustellen. Das Profil wird zudem mit Karriereseiten potentieller Arbeitgeber vernetzt, und der Newsfeed informiert einen dann über neue Jobs und Karriereoptionen. Dabei gilt: Keine privaten Profile für Bewerbungszwecke verwenden! Gibt ein Unternehmen in einem Stellenangebot an, dass zur ersten Beurteilung statt des Lebenslaufs auch der Link zu Facebook oder einem Karrierenetzwerk genügt, sollte das dort befindliche Profil auch jobrelevante Informationen enthalten. Das heißt aber nicht, dass geschäftliche Profile komplett steril sein sollten. Natürlich kann man hier auch Interessen und privates Engagement aufführen – schließlich sollen sich die Unternehmen ein möglichst umfassendes Bild von den Kompetenzen und der Persönlichkeit des Bewerbers machen können. Denn auch hier gilt, genau wie bei einer ‚klassischen’ Bewerbung: Bei aller Professionalität sollte die Authentizität nicht verloren gehen.

Identität 2.0: das Online-Ich und seine 'Freunde'

Um sich selbst im Netz zu profilieren bieten Social Media schier unendlich viele Möglichkeiten. Das Networking zählt hierbei zu den wohl bedeutendsten, denn die sozialen Netzwerke fördern die Einstellung von Kandidaten über persönliche Kontakte oder Empfehlungen. So sollte man sich mit Kollegen vernetzen, wenn man ein Praktikum, einen Nebenjob oder seine ersten Karriereschritte macht. Dabei reicht es aber nicht, sich lediglich per Kontaktanfrage zu vernetzten und dann alles weitere ruhen zu lassen. Man sollte sein Netzwerk pflegen und ab und an Kontakt halten. Schließlich weiß man nie, wozu der ein oder andere Kontakt noch einmal nützlich sein wird.

Darüber hinaus kann man soziale Netzwerke und Plattformen dazu nutzen, positive Online-Referenzen (Hausarbeiten, Arbeitsproben, Bewerbungsvideos etc.) ins Netz zu stellen, in Foren des eigenen Fachbereichs oder in Gruppen von Karrierenetzwerken mit Unternehmensvertretern ins Gespräch zu kommen sowie einen eigenen Blog anzulegen und diesen mit seinem Profil zu vernetzen. Hierbei muss natürlich jeder selbst entscheiden, inwiefern diese Art der Selbstpräsentation zu einem passt und wie viel man von sich im Netz preis gibt.

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