Außergewöhnliche Jobs (2): Tatortreiniger

Außergewöhnliche Jobs (2): Tatortreiniger
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Im ersten Teil unserer Serie „Außergewöhnliche Jobs“ berichtete PrRAKTIKUM.INFO vom angeblich besten Job der Welt: den des Inselhüters. Ob das zutrifft, ist Ansichtssache – außergewöhnlich war er allemal. Doch es gibt fernab von paradiesischen Inselhüten nicht minder außergewöhnliche Jobs, die auf den ersten Blick nicht mit einer solch entspannter Arbeitsatmosphäre überzeugen können. Dennoch gibt es Menschen, die diese mit Leidenschaft ausüben. Einer dieser außergewöhnlichen Berufe ist der des Tatortreinigers.

Tatortreiniger – was ist das?

Tatortreiniger werden im Normalfall von Wohnungsbesitzern, Hausverwaltungen oder auch Angehörigen beauftragt, um Spuren an Orten von Gewaltverbrechen, Unfällen oder sonstigen Todesfällen zu beseitigen. In aufwendigen Reinigungsverfahren werden Blut, Ungeziefer und sonstige Rückstände entfernt und die Räumlichkeiten tiefen-desinfiziert, um sie wieder in einen brauchbaren Zustand zu versetzen.

Mit „einfach Putzen“ hat der Beruf des Tatortreinigers also wenig zu tun. Dazu gehören nämlich Kenntnisse des Infektionsschutzes, sachgerechte Desinfektion, Seuchenbekämpfung und sogar die Kenntnis entsprechender Gesetze (z.B. Richtlinien und DIN Normen die Hygiene betreffend).

Es geht aber bei weitem nicht nur um die fachspezifischen Kenntnisse. Nicht jeder ist für den Beruf des Tatortreinigers geeignet. Offensichtliche Voraussetzungen sind beispielsweise eine hohe Toleranz für Ekel, keine Scheu vor unangenehmen Gerüchen und ein resistenter Magen.

Starke Nerven und Belastbarkeit

...sind jedoch lange nicht die einzigen Eigenschaften, die man benötigt, um die Ausbildung erfolgreich absolvieren zu können. Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit ist unabdingbar.

Auf einer anderen Ebene hilft Professionalität im sachlichen Umgang mit dem Tod bedrückende Bilder besser zu verarbeiten. Außerdem muss man dazu in der Lage sein, sensibel und pietätsvoll mit dem Verlust der Angehörigen umzugehen, wenn man mit Angehörigen in Kontakt steht. Empathische Fähigkeiten sind daher genauso wichtig wie das fachliche Know-how.

Wie wird man Tatortreiniger?

Einen festgelegten Ausbildungsweg gibt es nicht. An einigen Berufsschulen kann man sich dual zum Gebäudereiniger und in Weiterbildungen zum staatlich geprüften Desinfektor ausbilden lassen. Von einzelnen Unternehmen werden auch direkt Ausbildungen zum Tatortreiniger angeboten, so die beispielsweise von der Firma Heistermann aus Berlin.

Interessanter Stoff

Auch wenn der Beruf des Tatortreinigers ein harter Job ist, so ist es auch ein besonders außergewöhnlicher und spannender Beruf. So spannend, dass eine hochgelobte TV-Serie daraus entstanden ist („Der Tatortreiniger“). Dort philosophiert der Protagonist Schotty über Leben und Beruf und meint: „Dreck ist nur Materie am falschen Ort.“

 

Über den Autor

Laura Bertrandie
Laura Bertrandie

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