Was einen guten Ausbilder auszeichnet

Was einen guten Ausbilder auszeichnet
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Ausbildern auf den Zahn gefühlt: Gute Ausbildungen erkennen

Deutschlands Wirtschaft steht zurzeit vor zwei großen Problemen: Auf der einen Seite wird ein Fachkräftemangel beklagt, auf der anderen Seite stehen fast 500.000 Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz finden. Um die Schere zwischen den ständig steigenden Ansprüchen an das Können und Fachwissen der zukünftigen Fachkräfte und der angeblich immer schlechteren Vorbildung der Bewerber wieder zu schließen, muss auch die Qualifikation der Berufsausbilder verbessert werden. Denn ein paar Lehrgangstage im Rahmen der Meisterfortbildung oder die Absolvierung eines Kurses zur Ausbildereignungsprüfung reichen in der Regel nicht aus.

Die menschlichen Qualitäten kommen oftmals zu kurz

Eine Studie bestätigte unlängst, dass der betriebliche Teil der in Deutschland üblichen dualen Berufsausbildung keine einheitliche Struktur aufweist und die Qualität der Ausbildung stark von der Erfahrung und den Kenntnissen des betrieblichen Ausbilders abhängt. Denn er benötigt nicht nur fachliches Können, sondern muss auch über die entsprechenden menschlichen Qualitäten und nicht zuletzt über pädagogisches Geschick verfügen.

Einen guten Ausbilder erkennt man an der Identifikation mit der Aufgabe, seinem Engagement und Durchsetzungsvermögen, gepaart mit Überzeugungsfähigkeit, Geduld und Toleranz sowie der Fähigkeit, gut zuzuhören. Er fördert und fordert und ist dabei ehrlich und offen. Er verfügt über eine gute Rhetorik und kann so klar und deutlich vermitteln, wie Aufgaben zu lösen sind. Ebenso ist er bei auftauchenden Problemen stets ansprechbar und erhebt konstruktive Kritik. Er persönlich lebt den Willen zum Erfolg und die dazu erforderliche Leistungsbereitschaft selber aktiv vor.

Fachwissen, Offenheit und pädagogisches Geschick

Daher muss auch ein Ausbilder das dazu notwendige Handwerk erst erlernen. Praxis-Tipps und Hilfe für Ausbilder bieten Fortbildungen, Lehrgänge und entsprechende Bücher und Zeitschriften. Die von vielen Unternehmen beklagte fehlende Ausbildungsreife der Jugendlichen erfordert zudem auch höhere Ansprüche an den Ausbilder, denn dieser muss zugleich auch über pädagogisches Geschick verfügen und neben Verständnis und Geduld auch zunehmend erzieherische Maßnahmen einsetzen.

Im besonderen Maße muss die Persönlichkeitskompetenz bei einem Ausbilder ausgeprägt sein. Von besonderer Bedeutung ist hier die Frustrationstoleranz, Selbstständigkeit und Selbstdisziplin, Einsatzbereitschaft, Fähigkeit zur Stressbewältigung und Werteorientierung. Sie erlauben ihm in jeder Situation, ein angemessenes Verhalten zu zeigen.

Kurz gefasst zeichnet einen guten Ausbilder seine auf Können beruhende Sicherheit und Ausgeglichenheit aus, die auf Vertrautheit mit der Ausbildungsaufgabe und Selbstvertrauen basiert. Er ist der Lerngruppe gegenüber Objektiv und bemüht sich um Gerechtigkeit. Zudem ist er frei von jeglichem Schubladendenken.

Besonders in kleinen Betrieben Nachholbedarf

Gerade in kleineren Betrieben ist die Ausbildungssituation in der Regel schlecht, da es hier keine hauptberuflichen Ausbilder gibt, die die Nebenberuflichen unterstützen und betreuen können. Daher setzen die Kleinbetriebe hier auf einen innerbetrieblichen Erfahrungsaustausch und holen sich Hilfestellungen von den Ausbildungsberatern der Innungen und Kammern. Doch diese verfügen zumeist nicht um die notwendige Zeit, um die Probleme ausführlich klären zu können. In Anbetracht der hohen Anzahl der Ausbildungsbetriebe gerade im kleinen und mittelständigen Unternehmensbereich zeigt die Studie hier Defizite, die einen sofortigen Handlungsbedarf erfordern.

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