„Weniger ist mehr“ – Vom richtigen Umgang mit guten Vorsätzen

„Weniger ist mehr“ – Vom richtigen Umgang mit guten Vorsätzen
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Vorsätze fürs neue Jahr: So klappt's mit der Motivation

Wir wollen aufhören zu rauchen, mehr für die Uni tun, gesünder essen, häufiger entschleunigen und ganz nebenbei die Welt ein bisschen besser machen. Es ist so eine Sache mit den guten Vorsätzen: Viele haben sie, nur die wenigsten schaffen es, dauerhaft etwas zu ändern. PRAKTIKUM.INFO verrät, wie man richtig mit guten Vorsätzen umgeht und es schafft, nicht nach drei Wochen frustriert das Handtuch zu werfen.

Warum das neue Jahr zum Neuanfang verlockt

Eigentlich heißt es ja, „alles neu macht der Mai“. Nur warten die wenigsten von uns mit ihren guten Vorsätzen, bis der Frühling sein erfrischendes Gewand über unsere Erde und Gemüter legt. Nein, wir nehmen den so viel versprechenden Silvesterabend als Anlass, um nicht nur das vergangene Jahr, sondern auch alte Gewohnheiten ad acta zu legen. Ist ja auch praktisch. Schließlich plagt uns das post-weihnachtliche, schlechte Gewissen. Im Rausch der (Vor-)Weihnachtszeit hat man die alltäglichen Aufgaben gegen Geschenkemarathons und Glühweinsessions auf dem Weihnachtsmarkt eingetauscht. Und im Gegensatz zu den Hörsälen an der Uni, sind unsere Teller nicht immer leerer geworden, sondern waren randvoll gefüllt mit Lebkuchen, Plätzchen und fetter Ente. Das große Feuerwerk an Silvester suggeriert: Schluss damit! So dienen Knaller und Raketen nicht nur dazu, die bösen Geister zu verjagen, sondern auch lautstark den Neuanfang einzuläuten. Angesteckt von dieser festlichen Stimmung neigen wir dazu, mit Pauken und Trompeten auch uns selbst neu erfinden und entdecken zu wollen. Die Katerstimmung am morgen danach macht es außerdem leichter, sich einen gesünderen Lebensstil herbei zu wünschen und diesen zumindest am Neujahrstag durchzuhalten.

Aber alles, was danach kommt, bietet – mal ganz nüchtern betrachtet – eher unpassende Rahmenbedingungen, um frischen Mutes große Vorhaben in die Tat umzusetzen. So liegen zunächst noch mindestens zwei graue Wintermonate vor uns, die Zeit der großen Weihnachtsvorfreude ist vorbei, und auch sonst gestaltet sich der Start ins neue Jahr oft eher schleppend als euphorisch.

Der Plan: Man kann nicht alles haben

Allen, die sich trotzdem vornehmen, mit dem Neujahrstag ihre guten Vorsätze in die Tat umzusetzen, sei gesagt: Weniger ist mehr. So sollte man sich bloß nicht zu viel auf einmal vornehmen, das hemmt nämlich die Motivation. Realistische Ziele hingegen ermöglichen es, den Fokus klar zu setzen und diesen nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung seiner Vorsätze ist es, nicht einfach gesellschaftliche Ideale wie z.B. Schlankheitsideale oder eine gesunde Ernährung als seine eigenen zu ernennen. Vielmehr ist es ratsam, sich intensiv damit auseinander zu setzen, was man selbst (verbessern) will und warum man das tun möchte. Dabei ist es hilfreich, die eigenen Ziele klar zu definieren und auch aufzuschreiben. Im Zuge dessen kann man sich auch verschiedene Etappen überlegen, in welche man die Umsetzung seiner Vorsätze unterteilt. Wer beispielsweise mehr Sport treiben möchte, wird nicht gleich Ende Januar einen Marathon laufen, sondern Schritt für Schritt damit beginnen, auf ein (Zwischen-)Ziel hinzuarbeiten.

Die Umsetzung: Zuckerbrot und Peitsche

Hat man die für sich wirklich wichtigen Vorsätze formuliert, kommt nun die eigentliche Arbeit: die Umsetzung. Ein starker Wille ist hierbei das A & O. Denn nur, wenn man hinter seinen guten Vorsätzen steht, wird man die Disziplin aufbringen, seine Ziele auch zu erreichen. Das eigentliche Problem an der Sache ist nämlich nicht der fehlende Tatendrang, sondern die Macht der Gewohnheit.

Um im Kampf gegen schlechte bzw. bei der Etablierung lebensverbessernder Angewohnheiten nicht alleine da zu stehen, empfiehlt es sich, möglichst vielen Freunden, Familienmitgliedern und ggf. auch Arbeitskollegen von seinen Vorhaben zu berichten. Diese können einen dann in schwachen Momenten daran erinnern, welches Ziel man vor Augen hat. Aber Vorsicht: Hierbei bitte keinen Gräuel gegenüber den eigenen Unterstützern entwickeln. Sie wollen nur helfen.

Zudem kann es sich sehr positiv auswirken, wenn man sich einer Gruppe von Menschen anschließt, die dasselbe Ziel verfolgen und/oder sich darüber austauschen. So trifft man auf Verständnis, kann sich gegenseitig motivieren und – ganz nebenbei – noch den ein oder anderen Tipp zur Überwindung schwacher Momente einholen.

Ganz wichtig ist es, nicht zu streng zu sich zu sein. So sollte man zwar an einer konsequenten Umsetzung seiner Vorhaben arbeiten, jedoch – wie bereits erwähnt – nicht zu viel auf einmal wollen. Für das Erreichen kleiner Etappen kann und sollte man sich dann ruhig auch mal belohnen, im Idealfall jedoch nicht mit den Dingen, die Teil des eigenen Verzichts sind. Zum Beispiel könnte man sich statt Schokolade ein neues Kleidungsstück kaufen, wenn man seine Ernährungs- und Sportgewohnheiten erfolgreich umgestellt hat.

Warum gute Vorsätze nicht immer gut sind

An dieser Stelle sei abschließend erwähnt: Nicht alle guten Vorsätze sind das, was sie zu sein scheinen. Ein sogenannter ‚guter Vorsatz’ ist nämlich genau dann nicht ‚gut’, wenn er nicht langfristig zu einer Steigerung der eigenen Lebensqualität führt. Das passiert, wenn man sich zu viel vornimmt oder nur nach gesellschaftlichen Konventionen handelt, obwohl man selbst gar nicht den Willen dazu besitzt. Dann doch lieber ohne Vorsätze ins neue Jahr starten und genau dann etwas ändern, wenn man es für notwendig hält. Wird ja sowieso überbewertet, dieses Silvester. Im Prinzip ist es auch nur eine Nacht wie jede andere, nur eben mit viel Glitzer, Schall und Rauch.

 

Über den Autor

Luise Köhler
Luise Köhler

Luise ist ehem. Redakteurin von PRAKTIKUM.INFO und hat sich zu allen Fragen, die Praktikanten vor, während und nach ihrem Praktikum beschäftigen, schlau gemacht.

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