Praktikanten einstellen: Was man als Arbeitgeber wissen muss.

Praktikanten einstellen: Was man als Arbeitgeber wissen muss.

Das müssen Sie wissen.

  • Es gibt große rechtliche Unterschiede zwischen einem freiwilligen und einem Pflichtpraktikum.
  • Wer über die rechtlichen Mindestansprüche hinaus großzügig ist, kann Praktikant_innen* an sich binden.
  • Das Investment in Praktikanten lohnt sich.
  • Um Ihre Zielgruppe bestmöglich zu erreichen, müssen Sie auf dem Laufenden bleiben.

Praktikanten sind extrem wertvoll.

Immer mehr Unternehmen verstehen, dass Praktikanten keine Last sind sondern ein wichtiger Baustein im Fachkräfte-Recruiting – wenn man vorausschauend denkt.

Praktikanten sind die Mitarbeiter von morgen.

Praktikanten sind keine billigen Arbeitskräfte mit befristetem Vertrag, sondern Fachkräftenachwuchs, den man in jedem Fall an das Unternehmen binden möchte.

Praktikanten bringen in den meisten Fällen (Pflichtpraktikum im Studium) nicht das Know-how mit, das Hochschulabsolventen einbringen können, denn sie sollen bei einem Praktikum ja etwas lernen und nicht einfach eine Arbeitskraft ersetzen. Doch dafür ist es wesentlich leichter und kostengünstiger, sie zu rekrutieren. Wer es dann schafft, mit vielversprechenden Talenten in Kontakt zu bleiben, hat sich einen wichtigen Vorteil vor anderen Unternehmen verschafft.

Praktikanten machen Werbung fürs Unternehmen.

Zudem sind Praktikanten die idealen Multiplikatoren: Im besten Fall erzählen sie ihren Freunden und Kommilitonen an der Hochschule von ihrem Arbeitgeberund warum sie dort besonders zufrieden waren. Es lohnt sich also, aufmerksam darauf zu achten, sich als Unternehmen von einer guten Seite zu zeigen und sich über die juristischen Regeln zu Verträgen, Arbeitszeiten und zur Vergütung von Praktikanten zu informieren.

Wieviel kosten Praktikanten?

Bei der Entlohnung von Praktikanten kommt es ganz darauf an, mit welchem Hintergrund das Praktikum absolviert wird – handelt es sich um ein Pflichtpraktikum oder um ein freiwilliges Praktikum?

  • Ein Pflichtpraktikum muss nicht bezahlt werden. Das bedeutet natürlich nicht, dass es nicht trotzdem eine gute Idee ist, Praktikanten, die ein Pflichtpraktikum absolvieren, zu entlohnen und ihnen auch Urlaub zu gewähren. Der Anreiz, sich für ein bezahltes Praktikum zu bewerben, ist deutlich höher. Zudem positioniert sich ein Unternehmen, das auch ein Pflichtpraktikum entlohnt, als fairer Arbeitgeber.

  • Bei einem freiwilligen Praktikum, das länger als drei Monate absolviert wird, ist das Unternehmen der Hauptarbeitgeber des Praktikanten und übernimmt nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) auch die Pflichten eines Arbeitgebers, z. B. Urlaubstage und Gehalt zu gewähren. Dementsprechend muss ein freiwilliges Praktikum auch vergütet werden und zwar mit dem Mindestlohn von 9,19 € pro Stunde.

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Welche Aufgaben können Praktikanten übernehmen?

Praktikanten sind primär in einem Unternehmen, um zu lernen. Trotzdem muss ein Praktikum durch die Aufgaben, die übernommen werden, klar von anderen Arbeitsverhältnissen und Ausbildungsformen abgegrenzt sein. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales definiert den Sinn und Zweck eines Praktikums folgendermaßen:

Definition Praktikum.

„Erwerb beruflicher Fertigkeiten, Kenntnisse, Fähigkeiten oder berufliche Erfahrungen in einem Beschäftigungsverhältnis, das weder ein reguläres Arbeitsverhältnis ist noch eine Berufsausbildung i.S.d. Berufsbildungsgesetzes, also keine Lehre im klassischen Sinne bzw. keine der vollzeitschulischen Ausbildungen nach Landesrecht. Das Praktikum ist damit ein gezieltes Qualifizierungsverhältnis in besonders praxisnaher Ausprägung.“

Rechte und Pflichten des Arbeitgebers.

Rund um die rechtlichen Umstände eines Praktikums gibt es viele Fragen, die beantwortet werden müssen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Frage Pflichtpraktikum Freiwilliges Praktikum
Ist ein Praktikumsvertrag nötig? - Nicht verpflichtend.
- Häufig aber von der Hochschule gefordert.
- Verpflichtend, da ein reguläres Arbeitsverhältnis besteht.
Welche Regeln gelten für die Arbeitszeiten? - Für volljährige Praktikanten gelten die üblichen Regeln zu Arbeitszeiten.
- Überstunden, Sonntags- und Feiertagsarbeit können nicht ausgeglichen werden.
- Für volljährige Praktikanten gelten die üblichen Regeln zu Arbeitszeiten.
- Überstunden, Sonntags- und Feiertagsarbeit können ausgeglichen werden.
Gibt es eine Probezeit? - Es gibt auch bei einem Praktikum eine Probezeit, zu den Details siehe § 20 BBiG. - Es gibt auch bei einem Praktikum eine Probezeit, zu den Details siehe § 20 BBiG.
Kann man einem Praktikanten auch kündigen? - Kündigungen können in der Probezeit jederzeit erfolgen, zu den Details siehe § 22 BBiG.
- Nach der Probezeit nur aus triftigen Gründen.
- Kündigungen können in der Probezeit jederzeit erfolgen, zu den Details siehe § 22 BBiG.
- Nach der Probezeit nur aus triftigen Gründen.
Welche Versicherungspflichten bestehen (Renten-, Pflege-, Arbeitslosen-, Krankenversicherung)? - Ohne Vergütung des Praktikums besteht keine Pflicht, Beiträge zu übernehmen.
- Bei einem Gehalt von mehr als 450 € bestehen die normalen Arbeitgeberpflichten zur Versicherung.
- Bei einem freiwilligen Praktikum gelten alle üblichen Arbeitgeberpflichten.

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Praktikumszeugnis und Abschied.

Am Ende des Praktikums steht die Frage im Raum, wie Unternehmen und Praktikanten auseinandergehen.

5 Tipps für den Abschied.

  1. Erstellen Sie ein qualifiziertes Arbeitszeugnis – auch wenn Sie bei einem Pflichtpraktikum nicht dazu verpflichtet sind.
  2. Kümmern Sie sich um die Übergabe an einen neuen Praktikanten, damit Wissen und Arbeit nicht verloren gehen.
  3. Lassen Sie sich Feedback zum Praktikum geben, schließlich wollen Sie sich als Unternehmen stetig verbessern.
  4. Machen Sie eine kleine Abschiedsfeier mit Ihrem Praktikanten, damit Ihr Unternehmen in guter Erinnerung bleibt.
  5. Bieten Sie Praktikanten an, in Kontakt zu bleiben. Nur so besteht die Chance, vielversprechende Talente nach dem Studienabschluss wieder anzusprechen.
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