BWL studieren: Das musst du wissen.

BWL studieren: Das musst du wissen.
BWL gehört seit Jahren zu den beliebtesten Studienfächern. Aber was lernst du hier, wie ist das Studium aufgebaut und warum lohnt sich der Einsatz?

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  1. Die Voraussetzungen für Betriebswirtschaftslehre.

    Jedes Semester beginnen tausende von Studienanfängern ein Studium der Betriebswirtschaftslehre (kurz BWL) an einer deutschen Fachhochschule oder Universität. Allein im Wintersemester 2015/2016 haben 234.715 Studierende an deutschen Hochschulen das Fach BWL belegt. Die Aussicht auf gute Karriereperspektiven und ein stattliches Gehalt treiben die Abiturienten in die Hörsäle. Doch worum es in einem BWL-Studium eigentlich geht, wissen die wenigsten Schulabgänger.

    Die meisten Abiturienten wählen ihre Studienrichtung auf Basis ihres Lieblingsfaches in der Schule aus. Doch das funktioniert nicht immer, da es nicht für jedes Studienfach ein Äquivalent gibt. Wie kannst du also dann rausfinden, ob dir BWL liegt und du dafür geeignet bist?

    Zunächst einmal solltest du natürlich ein grundlegendes Interesse für Wirtschaft mitbringen, da dir viele Stunden intensives Lernen, Hausarbeiten, Tests und Klausuren zu wirtschaftlichen Thema bevorstehen. Damit einher gehen ein gutes Verständnis für Zahlen und Mathematik sowie eine analytische Denkweise. Auch Kommunikationstalent und sehr gute Englischkenntnisse sind für das Studium der Betriebswirtschaftslehre unverzichtbar. Englisches Fachvokabular gehört in vielen Firmen zum guten Ton und ist ein fester Bestandteil im täglichen Arbeitsbereich. So gehören Vokabeln wie „Credibility“, „Branding“ oder „Accessibility“ zu deinem Standard-Wortschatz und fliegen wie selbstverständlich in den Gesprächen hin und her.

    An vielen Unis oder Fachhochschulen unterliegt BWL einer Zulassungsbeschränkung, also einem NC. Wie gut dein Notendurchschnitt im Abitur sein muss, entscheidet sich aber jedes Semester neu und ist von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. Hier kann man keine Faustregel formulieren.

  2. BWL: Weit mehr als Börse und Markt.

    Um die menschlichen Bedürfnisse zu erfüllen, werden Güter produziert, verkauft und schließlich konsumiert. Wir leben in einer (sozialen) Marktwirtschaft. Die Grundpfeiler unserer Gesellschaft sind Wirtschaft und Arbeitsteilung, unser Wohlstand basiert auf Wirtschaftswachstum. Doch angesichts der knappen Ressourcen müssen die vorhandenen Rohstoffe optimal eingesetzt werden. Hier kommt die BWL ins Spiel.

    Betriebswirte analysieren die wirtschaftlichen Strukturen und Prozesse eines Unternehmens oder auch eines gesamten Landes, kennzeichnen Probleme und entwickeln Lösungsvorschläge. Doch BWLer arbeiten nicht nur mit Zahlen und Fakten, sondern finden auch kreative Lösungen für Unternehmen. Bei all ihren Überlegungen behalten (gute) Betriebswirte stets den Menschen im Blick – und zwar als Arbeitskraft und Verbraucher. Nicht umsonst gehört die BWL zu den Wirtschaftswissenschaften.

  3. Studieninhalte: Das erwartet dich im BWL-Studium.

    Das betriebswirtschaftliche Studium qualifiziert die Studierenden für einen Einsatz im Wirtschaftsbereich. Um sich auf eine solche Rolle vorzubereiten, wird den Studierenden ein Basiswissen über die verschiedenen Unternehmensbereiche vermittelt. Auf dem BWL-Stundenplan stehen meist vier große Themenkomplexe:

    • Grundlagen der BWL
    • Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
    • Volkswirtschaftslehre
    • Recht

    Jeder BWL-Student muss im Grundstudium einen Pflichtteil dieser Themenschwerpunkte absolvieren. Im Hauptstudium können sich die Studierenden dann auf folgende Bereiche spezialisieren:

    • Finanzierung
    • Rechnungswesen
    • Produktion
    • Marketing
    • Management
    • Statistik
    • Personalwesen
    • Lieferkettenmanagement
    • Wirtschaftsmathematik
  4. Berufsperspektiven: Das kannst du mit BWL machen.

    88 Prozent der BWL-Studierenden glauben, nach dem Studium eine Anstellung zu finden, die ihren Erwartungen und Qualifikationen entspricht. Nur angehende Mediziner, Lehrer und Informatiker sind noch optimistischer. Dabei ist die Einschätzung realistisch, denn Betriebswissenschaftler werden in fast allen Unternehmensbereichen gebraucht – vom Rechnungswesen über die Logistik bis hin zur Geschäftsführung finden sich für BWLer vielfältige Tätigkeitsfelder.

    Entsprechend lassen sich Betriebswirte in kleinen wie großen Betrieben, im Handel, im Bankwesen und Kreditgewerbe oder in Beratungsunternehmen sowie in der öffentlichen Verwaltung finden. BWL-Absolventen können auch bei Gewerkschaften oder in Medien-Unternehmen arbeiten, Forschungs- und Lehrinstitutionen unterstützen oder Verbänden und Kammern beitreten. Selbst Krankenhäuser sind auf eine betriebswirtschaftliche Beratung angewiesen. Besonders beliebt sind aber Unternehmen aus den Bereichen Technik-/IT, Automobil und Unternehmensberatungen.

    Sie planen Projekte, steuern und analysieren Prozesse, verwalten Firmenkapital, suchen nach Einsparmöglichkeiten, rekrutieren Mitarbeiter, erarbeiten Vertriebskanäle und Marketingstrategien.

    Auch der Weg in die Selbstständigkeit steht Betriebswirten offen. Selbstverständlich muss man nicht BWL studieren, um später ein Unternehmen zu gründen. Doch ohne betriebswirtschaftliches Fachwissen wird es als Unternehmer schwer, sich gegenüber der Konkurrenz zu behaupten und langfristig auf dem Markt zu bestehen.

  5. Gehalt: So viel verdienen BWLer.

    BWLer gehören zu den besser verdienenden Berufseinsteigern, wobei es hier natürlich auf dein Fachgebiet ankommt: Wer im Controlling tätig ist, verdient meist mehr als jemand im Bereich Human Resources zum Beispiel. Grundsätzlich bewegen sie die Einstiegsgehälter der BWL-Absolventen aber zwischen 35.000 Euro im unteren Quartil und 50.000 Euro im oberen Quartil. Darüber hinaus spielt auch der Grad deines Abschlusses eine Rolle. Wer einen Master hat, kann das Gehalt in der Regel höher ansetzen.

    Bereich Ø Bruttoeinstiegsgehalt
    Controlling 40.000 Euro
    Marketing 40.000 Euro
    Finanz-/Rechnungswesen 40.000 Euro
    Vertrieb 38.000 Euro
    Personal 38.000 Euro
    Logistik/Materialwirtschaft 38.000 Euro

    Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/183077/umfrage/einstiegsgehaelter-von-bwl-absolventen-nach-funktion-im-unternehmen/

    Nach oben sind deinem Gehalt hier keine Grenzen gesetzt. Geschäftsführer großer Unternehmen können bis zu 300.000 Euro brutto jährlich verdienen.

  6. Faustregel: Im Studium den Grundstein für die Karriere legen!

    Tatsächlich öffnet das BWL-Studium vielfältige Türen in die Berufswelt: Neben theoretischem Fachwissen sind praktische Erfahrungen für einen späteren Karrierestart von immensem Wert. Daher ist es ratsam, bereits während des Studiums Berufsluft zu schnuppern. Ein BWL-Praktikum in einem Unternehmen eignet sich nicht nur zur eigenen beruflichen Orientierung, sondern schafft auch gleichzeitig wichtige Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern. Hier baust du dir ein persönliches Netzwerk auf, auf das du beim Berufseinstieg eventuell zurückgreifen kannst.

    Einige Studiengänge haben den Wert eines Praktikums bereits erkannt und dieses als Pflichtpraktikum in den Lehrplan integriert. Sollte das Praktikum nicht Teil deines Studiums sein, kannst du natürlich auch ein Urlaubssemester dafür einlegen oder zum Beispiel deine Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreiben. Eine weitere Möglichkeit ist eine Werkstudenten-Tätigkeit in dem Bereich.

  7. Fazit: Darum lohnt sich das BWL-Studium.

    Ein Studium der Betriebswirtschaftslehre schütteln nur die wenigsten ohne weiteres aus dem Ärmel. Im Gegenteil: Jeder vierte BWL-Student wirft bereits vor dem Abschluss das Handtuch, die meisten davon bereits im Grundstudium. Wer sich jedoch für wirtschaftliche Prozesse begeistert und auch nicht vor mathematischen Problemstellungen kapituliert, hat als BWL-Absolvent gute Job- und Verdienstaussichten.

    Doch wie in jedem Studiengang gibt es auch für BWLer keine Garantie für einen nahtlosen Berufseinstieg. Wie stark ein Betriebswirt letztlich am Arbeitsmarkt gefragt ist, richtet sich u. a. nach seiner Spezialisierung. Gerade bei beliebten Fächern wie Marketing und HR ist die Konkurrenz hoch, während Finanzwissenschaftler für einen Job meist nicht lange suchen müssen.