So viel verdienst du als Praktikant.

So viel verdienst du als Praktikant.
Wie viel verdienst du im Praktikum? PRAKTIKUM.INFO hat aktuelle Zahlen für dich, damit du siehst, wie viel Praktikanten in Deutschland durchschnittlich in ihrem Praktikum in den verschiedenen Branchen verdienen.

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  1. Gutes Gehalt oder Nulltarif: Vergütung im Praktikum.

    Die Zeit der unterbezahlten Praktika scheint vorbei. Mit der Einführung des Mindestlohns seit dem 1. Januar 2015 haben auch Praktikanten einen Anspruch von 8,50 Euro die Stunde und verdienen damit theoretisch annähernd 1.400 Euro brutto im Monat. Seit dem 1.1. 2017 ist der Mindestlohn noch einmal um 34 Cent ansteigen und beträgt nun 8,84 Euro brutto pro Stunde. Ein Quantensprung, bedenkt man, dass bisherige Praktikanten je nach Unternehmensgröße im Schnitt zwischen 400 und 800 Euro brutto verdient haben oder gar keine Entlohnung bekamen.

    Doch für den Anspruch auf Mindestlohn im Praktikum müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein – eine gute Bezahlung ist hier außerdem noch lange nicht gesichert und hängt unter bestimmten Bedingungen nach wie vor von der Gunst und den Mitteln der Arbeitgeber ab.

    • Der Mindestlohn beträgt 8,84 Euro die Stunde.

    • Das Bruttogehalt von Praktikanten beträgt demnach ø 1.414,40 Euro.

    • Mindestlohn greift nur bei freiwilligen Praktika über drei Monate, nicht aber bei einem Pflichtpraktikum.

    • Ein Pflichtpraktikum ist von Schule oder Hochschule gesetzlich vorgeschrieben.

    • Das durchschnittliche Praktikanten-Gehalt von Nicht-Mindestlöhnern beträgt ø 950,43 Euro.

  2. Die Bedingungen für Mindestlohn.

    Das Sammeln von Praxiserfahrung wird für Schüler, Azubis und Studenten immer wichtiger. Berufliche Orientierung und das Knüpfen von Kontakten spielen dabei meist eine größere Rolle als die Vergütung selbst – aber dennoch ist auch im Studium bei einem Praktikum Geld gerne gesehen.

    In vielen Studiengängen sind Pflichtpraktika in der Prüfungsordnung vorgesehen – sei es in der Schule, in der Ausbildung oder im Studium. Bei Prüfungsordnungen, die keine Pflichtpraktika vorsehen, ist es dennoch sinnvoll, freiwillige Praktika studienbegleitend oder nach dem Abschluss zu absolvieren.

    Überschreiten diese freiwilligen Praktika einen Zeitraum von drei Monaten, so muss der Arbeitgeber dem Praktikanten ab dem ersten Monat den Mindestlohn zahlen, auch rückwirkend. Gerade kleinere Unternehmen sind dazu häufig nicht in der Lage und bieten daher nur noch Praktika unter drei Monaten an, bei denen sie das Gehalt frei bestimmen dürfen. Der eigentliche Zweck des Mindestlohns, Arbeit angemessen zu bezahlen, ist somit bei Praktikanten nur bedingt erfüllt und es ergeben sich neue Probleme wie das Fehlen von sinnvollen Praktikumsplätzen.

  3. Die Bezahlung bei Pflichtpraktika.

    Es gibt sie also noch, die unentgeltlichen Praktika, die zumeist im Rahmen des Studiums absolviert werden. Handelt es sich dabei um ein Pflichtpraktikum, so besteht laut Gesetzgeber kein Anspruch auf Gehalt im Praktikum. Als Pflichtpraktika gelten in diesem Falle Praktika, die im Rahmen des Lehr- bzw. Studienplans vorgeschrieben sind und zum Erlangen des Abschlusses absolviert werden müssen. Dazu gehören beispielsweise Schülerpraktika oder vorgeschriebene Praxissemester.

    Doch auch wenn Pflichtpraktikanten keinen gesetzlichen Vergütungsanspruch auf ihr Praktikum haben, so kann der Praktikumsgeber den Einsatz eines Praktikanten belohnen, indem er ihn freiwillig für das Praktikum bezahlt. Ansonsten gibt es auch vom Staat einige Unterstützungsmöglichkeiten, die dir helfen können, dich im Praktikum zu finanzieren.

  4. Höhe der Vergütung von Praktikanten in Deutschland 2016.

    Ein Faktor, der das Gehalt im Praktikum beeinflusst, ist die Branche für die du dich entscheidest. Die auf HR-Research spezialisierte CLEVIS Group hat dazu in einer Umfrage mit rund 4.500 Praktikanten Durchschnittgehälter ermittelt und im PRAKTIKANTENSPIEGEL 2016 veröffentlicht. Dabei hebt sich besonders der Bereich Unternehmensberatungen, Wirtschaftsprüfung & Recht mit 1.382,90 Euro durchschnittlichem Praktikantengehalt hervor.

    Gehaltsvergleich Branchen Praktikum 2016.

    Branche Durchschnittliche Vergütung
    Unternehmensberatung, Wirtschaftsprüfung, Recht 1.382,90 Euro
    Konsum- & Gebrauchsgüter 1.380,43 Euro
    Personaldienstleistungen 1.334,05 Euro
    Baugewerbe & -industrie 1.321,24 Euro
    Pharma 1.280,23 Euro
    Finanzen, Banken & Versicherungen 1.259,73 Euro
    Medien & Unterhaltung 1.231,21 Euro
    Transport & Logistik 1.228,10 Euro
    Telekommunikation, IT & Internet 1.216,03 Euro
    Öffentlicher Sektor 1.194,33 Euro
    Chemie 1.181,75 Euro
    Energie & Rohstoffe 1.103,30 Euro
    Bildung & Training 1.080,75 Euro
    Maschinen- & Anlagenbau 1.038,87 Euro
    Fahrzeugbau & -zulieferer 1.023,49 Euro
    Elektrotechnik, Feinmechanik & Optik 994,08 Euro
    Luft- & Raumfahrt 950,70 Euro
    Vereine & NGOs 700,00 Euro
    Freizeit, Touristik, Kultur & Sport 679,83 Euro

    Zu den lukrativsten Branchen in Sachen Praktikum zählen also Unternehmensberatungen wie zum Beispiel die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, Konsum- & Gebrauchsgüterhersteller wie Bosch oder im Bereich Transport & Logistik die Deutsche Bahn.

  5. In diesen Städten werden die meisten Praktika angeboten.

    Neben der Branche ist auch das Bundesland, in dem du dein Praktikum machst, ausschlaggebend für die Höhe deiner Vergütung. Unternehmen im Süden und in den Hansestädten Bremen und Hamburg sind in der Lage, ein höheres Durchschnittsgehalt zu zahlen, als Unternehmen, die im Westen oder den neuen Bundesländern ansässig sind.

    Hier werden die meisten Praktika angeboten: Deutschlands größte Praktikumsstandorte

    1. München
    2. Hamburg
    3. Frankfurt am Main
    4. Düsseldorf
    5. Herzogenaurach
    6. Berlin
    7. Ludwigshafen am Rhein
    8. Stuttgart
    9. Mannheim
    10. Schweinfurt
  6. Wer macht eigentlich ein Praktikum?

    Viele Studiengänge beinhalten heute Pflichtpraktika – vor allem Bachelor- und Masterstudiengänge. So überrascht es nicht, dass mit circa 43 Prozent fast die Hälfte aller Bachelor- und Masterstudierenden ein Praktikum absolviert. Zwischen Studierenden eines Bachelor- und Masterstudiengangs liegt die Differenz der Vergütung dabei im Praktikum bei ungefähr 100 Euro im Monat. Der durchschnittliche Praktikant ist zwischen 23 und 25 Jahren alt, wobei Mädchen hier leicht in Führung gehen, denn fast 55 Prozent aller Praktis sind weiblich.

    Die meisten Praktikanten stammen aus einem Studium der Wirtschaftswissenschaften – über 50 Prozent der Studienteilnehmer haben ein WiWi-Studium absolviert. Es folgen die Ingenieurswissenschaften, Gesellschaftswissenschaften, Naturwissenschaften und schließlich die Humanwissenschaften. Die anderen Fächergruppen sind laut Studie eher zu vernachlässigen bzw. haben weniger an der Studie teilgenommen.  Das durchschnittliche Praktikum dauert 5,34 Monate. Dabei bleibt fast die Hälfte der Praktikanten für das Praktikum am Wohnort wohnen und nur 13,52 Prozent zieht es ins Ausland. Vor allem Natur- und Kunstwissenschaftler sind international gefragt und müssen entsprechend mobil sein.

    Aber was motiviert deine Kommilitonen und Freunde eigentlich, ein Praktikum zu absolvieren? Die meisten gaben an, dass der Lernfaktor für sie entscheidend sei. Erst an zweiter Stelle stehe das Ziel, den Unternehmensnamen im Lebenslauf nennen zu können und somit Eindruck zu schinden. Eine Motivation, die natürlich nur für große und bekannte Unternehmen gilt. Der Lernfaktor dagegen kann gerade beim kleinen Start-up hoch sein, weil du dort viele Möglichkeiten hast, dich auszuprobieren.

  7. Alles Geldsache? Warum sich ein Praktikum lohnt.

    Lohnt es sich überhaupt, ein Praktikum zu absolvieren? Die Antwort lautet ganz klar: ja. Das sehen auch Praktikanten so – statt eines üppigen Gehalts sind ihnen ganz andere Dinge wichtig, wie eine Studie zum Gehaltvergleich zeigt. Selbst wer keinen Mindestlohn oder eine angemessene Bezahlung im Praktikum bekommt, der sammelt wichtige und unbezahlbare Praxiserfahrungen, die ihn auf seine berufliche Zukunft vorbereiten und auch als Investition dafür anzusehen sind. Daher empfehlen wir auch, Praktikumsstellen nach Interesse und nicht nach Gehalt auszuwählen.