So viel verdienst du als Praktikant.

So viel verdienst du als Praktikant.
Wie viel verdienst du im Praktikum? Praktikum.info zeigt dir aktuelle Zahlen, wie viel Praktikanten in Deutschland 2018 durchschnittlich in den verschiedenen Branchen verdienen. Außerdem erklären wir, wieso es trotz gesetzlichen Mindestlohns auch weiterhin unbezahlte Praktika gibt.
  1. Höhe der Vergütung von Praktikanten in Deutschland 2018.

    Ein Faktor, der das Praktikantengehalt beeinflusst, ist der Berufszweig, für den du dich entscheidest. Die auf HR-Research spezialisierte CLEVIS Group hat dazu rund 4.500 Praktikanten nach ihren monatlichen Durchschnittsgehältern befragt. Die Umfrage wurde im PRAKTIKANTENSPIEGEL 2018 veröffentlicht. Dabei heben sich besonders die Bereiche Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfung mit einem durchschnittlichem Praktikumsgehalt von 1.420,31 Euro hervor.

    Gehaltsvergleich Branchen Praktikum 2018.

    Branche Durchschnittliche Vergütung
    Unternehmensberatung & Wirtschaftsprüfung 1.420,31 Euro
    IT, Internet & Telekommunikation 1.262,37 Euro
    Banken, Finanzen & Versicherungen 1.240,78 Euro
    Konsum- & Gebrauchsgüter 1.233,48 Euro
    Gesundheit & Pharma 1.109,64 Euro
    Medien & Marketing 1.087,13 Euro
    Chemie 1.066,67 Euro
    Forschung & Wissenschaft 1.003,67 Euro
    Luft- & Raumfahrt 1.000,- Euro
    Baugewerbe/-industrie 996,92 Euro
    Bildung & Training 983,00 Euro
    Fahrzeugbau & -zulieferer 911,47 Euro
    Transport & Logistik  872,98 Euro
    Elektrotechnik, Feinmechanik & Optik 861,15 Euro
    Maschinen- & Anlagenbau 843,48 Euro
    Personal-/Dienstleistungen 836,61 Euro
    Energie, Bau- & Rohstoffe 809,35 Euro

    Zu den lukrativsten Bereichen in Sachen Praktikum zählen also Unternehmensberatungen wie zum Beispiel die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, IT-Praktika wie beispielsweise bei VOITH oder im Bereich Finance bei der Deutschen Bank.

  2. Gutes Gehalt oder Nulltarif: Vergütung im Praktikum.

    Scheinbar gute Neuigkeiten für die „Generation Praktikum“: Die Zeit der unbezahlten Praktika und billigen Arbeitskräfte ist vorbei. Wirklich? Tatsächlich haben mit der Einführung des Mindestlohns seit dem 1. Januar 2015 auch Praktikanten einen Anspruch von 8,50 Euro die Stunde. Damit verdienen sie theoretisch annähernd 1.400 Euro brutto im Monat. Seit dem 1. Januar 2017 ist der Mindestlohn noch einmal um 34 Cent ansteigen und beträgt nun 8,84 Euro brutto pro Stunde. Ein Quantensprung, bedenkt man, dass bisherige Praktikanten je nach Größe ihrer Firma in der Regel zwischen 400 und 800 Euro brutto verdient haben oder statt einer geringen Vergütung auch gar keinen Lohn bekamen.

    Doch für den Anspruch auf Mindestlohn im Praktikum müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein – eine gute Bezahlung ist hier außerdem noch lange nicht gesichert und hängt unter bestimmten Bedingungen nach wie vor von der Gunst und den Mitteln der Arbeitgeber ab. Hier die Fakten auf einen Blick:

    • Der Mindestlohn beträgt 8,84 Euro pro Stunde. Somit kannst du mit einem Bruttogehalt von 1.414,40 Euro rechnen.

    • Mindestlohn greift nur bei freiwilligen Praktika über drei Monate, nicht aber bei einem Pflichtpraktikum.

    • Ein Pflichtpraktikum ist von Schule oder Hochschule vorgeschrieben, sprich in der Prüfungsordnung festgelegt.

    • Einkünfte auf Pflichtpraktika sind versicherungsfrei. Freiwillige Praktikanten, die ihr Studium abgeschlossen haben, müssen hingegen die Beträge für die Sozialversicherung zahlen.

    So viel verdienst du im Praktikum:

    • Das durchschnittliche Praktikanten Gehalt beträgt 1.098,67 Euro.

    • Das durchschnittliche Pflichtpraktikum wird mit 940 Euro vergütet.

    • Das durchschnittliche freiwillige Praktikum wird mit 1.239,75 Euro entlohnt.

  3. Die Bedingungen für Mindestlohn.

    Das Sammeln von praktischer Erfahrung wird für Schüler, Azubis und Studenten immer wichtiger. Berufliche Orientierung und das Knüpfen von Kontakten spielen dabei meist eine größere Rolle als das gezahlte Gehalt selbst. Dennoch ist natürlich bei Studierenden oder Auszubildenden Geld bei einem Praktikum gerne gesehen.

    In vielen Studiengängen sind Pflichtpraktika in der Studienordnung vorgesehen – sei es in der Schule, in der Ausbildung oder im Studium. Bei Prüfungsordnungen, die keine Pflichtpraktika vorsehen, ist es dennoch sinnvoll, studienbegleitend oder nach dem Abschluss freiwillig ein Praktikum zu absolvieren.

    Überschreitet der Vertrag eines freiwilligen Praktikums den Zeitraum von drei Monaten, so muss der Arbeitgeber dem Praktikanten ab dem ersten Monat den gesetzlichen Mindestlohn zahlen, auch rückwirkend. Gerade kleinere Unternehmen sind dazu häufig nicht in der Lage und bieten daher nur noch Praktika unter drei Monaten an, bei denen sie das Gehalt frei bestimmen dürfen. Der eigentliche Zweck des Mindestlohns, Arbeit angemessen zu bezahlen, ist somit bei Praktikanten nur bedingt erfüllt und es ergeben sich neue Probleme wie das Fehlen von sinnvollen Praktikumsplätzen. Die Ausnahme der bezahlten Praktika ist somit leider gar nicht selten. Erfahrung sammelt man natürlich in jedem Fall, auch ohne Praktikantenvergütung.

  4. Die Bezahlung bei Pflichtpraktika.

    Es gibt sie also doch noch, die unentgeltlichen Praktika, die zumeist im Rahmen des Studiums absolviert werden. Handelt es sich dabei um ein Pflichtpraktikum, so besteht laut Gesetzgeber kein Anspruch auf Gehalt im Praktikum. Als Pflichtpraktika gelten in diesem Falle Praktika, die im Rahmen des Lehr- bzw. Studienplans vorgeschrieben sind und zum Erlangen des Abschlusses absolviert werden müssen. Dazu gehören beispielsweise Schülerpraktika oder vorgeschriebene Praxissemester.

    Doch auch wenn Pflichtpraktikanten keinen gesetzlichen Vergütungsanspruch auf ihr Praktikum haben, so kann ein Praktikumsgeber den Einsatz eines jungen Menschen belohnen, indem er ihm freiwillig für die Arbeit im Praktikum Geld zahlt. Ansonsten gibt es auch vom Staat einige Unterstützungsmöglichkeiten, die dir helfen können, dich im Praktikum zu finanzieren.

  5. In diesen Städten werden die meisten Praktika angeboten.

    Neben der Branche ist auch das Bundesland ausschlaggebend für die Höhe deiner Praktikumsvergütung. Unternehmen im Süden und in den Hansestädten Bremen und Hamburg sind eher in der Lage, eine angemessene Vergütung zu zahlen, als Unternehmen, die im Westen oder den neuen Bundesländern ansässig sind, und das Durchschnittsgehalt ist hier dementsprechend höher.

    Hier findest du unsere Top Praktikums-Standorte in Deutschland:

    1. Berlin
    2. München
    3. Frankfurt am Main
    4. Hamburg
    5. Düsseldorf
    6. Köln
    7. Stuttgart
    8. Karlsruhe
    9. Leipzig
    10. Hannover
  6. Wer macht eigentlich ein Praktikum?

    Viele Studiengänge beinhalten heute Pflichtpraktika – vor allem Bachelor- und Masterstudiengänge. So überrascht es nicht, dass mit circa 47 Prozent fast die Hälfte aller absolvierten Praktika universitäre Pflichtpraktika sind. Zwischen Studierenden eines Bachelor- und Masterstudiengangs liegt die Differenz der Vergütung dabei im Praktikum bei ungefähr 100 Euro im Monat. Der durchschnittliche Praktikant ist 24 Jahre alt, wobei das Geschlechterverhältnis hier ausgeglichen ist.

    Die meisten Praktikanten stammen aus einem Studium der Betriebswirtschaftslehre: Knapp 40 Prozent der Studienteilnehmer haben ein BWL-Studium absolviert. Immerhin 28 Prozent hoffen auf eine Festanstellung bei dem Unternehmen nach ihrem Praktikum.

    Aber was motiviert deine Kommilitonen und Freunde eigentlich, ein Praktikum zu absolvieren? Die meisten gaben an, dass der Lernfaktor für sie entscheidend sei. Erst an zweiter Stelle stehe das Ziel, eine bestimmte Branche besser kennenzulernen. Gerade bei theoretischen Studiengängen ein nachvollziehbarer Wunsch. An dritter Stelle wird die praktische Umsetzung der im Studium gelernten Inhalte genannt. Fest steht, dass man zukünftig mehr Job-Angebote hat, wenn man arbeiten war und möglichst viel Praxiserfahrung gesammelt hat – ob bezahlt oder unbezahlt.

  7. Alles Geldsache? Warum sich ein Praktikum lohnt.

    Lohnt es sich überhaupt, ein Praktikum zu absolvieren? Die Antwort lautet ganz klar: ja. Das sehen auch Praktikanten so – statt eines üppigen Gehalts sind ihnen ganz andere Dinge wichtig, wie eine Studie zum Gehaltvergleich zeigt. Selbst wer keinen Mindestlohn oder eine angemessene Bezahlung im Praktikum bekommt, der sammelt wichtige und unbezahlbare Praxiserfahrungen, die ihn auf seine berufliche Zukunft vorbereiten und auch als Investition dafür anzusehen sind. Daher empfehlen wir auch, Praktikumsstellen nach Interesse und nicht nach Gehalt auszuwählen.