So gelingt dein Vorstellungsgespräch.

So gelingt dein Vorstellungsgespräch.
Hat deine Bewerbung überzeugt, geht es in die nächste Runde: Im Vorstellungsgespräch wird genau geprüft, ob du qualifiziert bist und ins Team passt. Um zu überzeugen, muss deine äußere Erscheinung für den ersten Eindruck genauso stimmen wie das, was du sagst. Mit unseren Tipps kannst du dich optimal vorbereiten!
  1. Vor dem Gespräch: Deine Kleidung im Vorstellungsgespräch.

    Zur Vorbereitung auf dein Vorstellungsgespräch gehört nicht nur, dass du dich mit dem Unternehmen auskennst und deinen Lebenslauf im Schlaf kennst, sondern auch, dass du dir ein passendes Outfit überlegst. Auch wenn du noch Student bist, wird von dir erwartet, dass deine Kleidung im Arbeitsleben angemessen ist – sonst wirst du den Eindruck hinterlassen, dass du es nicht ernst meinst. Bei der Entscheidung helfen dir folgende Fragen: 1. In welcher Branche habe ich das Gespräch? Bei einer Unternehmensberatung trittst du sicherlich in seriöserer Kleidung auf, als wenn du dich für ein IT-Praktikum bewirbst – es gibt Branchen, da geht auch eine ordentliche Jeans klar. Dennoch hängt es auch immer vom Unternehmen ab, bei dem du dich bewirbst. Deshalb unbedingt checken:

    1. Wie stellt sich eine Firma auf seinen Karriere- und Über-uns-Seiten da? Klar, bei der Bank ist Business-Look mit Anzug und Krawatte bzw. Kostüm oder Hosenanzug angesagt. Aber dennoch lohnt sich immer ein Blick auf die Unternehmensseite: Wie sind die Mitarbeiter dort abgebildet und was für ein Image vermittelt das Ganze? Grundsätzlich ist es trotzdem wichtig, dass du dich nicht komplett verkleidest. Mach dir deshalb folgendes klar:

    2. Worin fühle ich mich wohl? Natürlich kannst du als Bewerber nicht in Baggys oder Tank Top zum Bewerbungsgespräch für dein Praktikum erscheinen. Dennoch solltest du es vermeiden, Kleidung anzuziehen, die du sonst niemals tragen würdest – fühlst du dich mit Krawatte extrem unwohl, solltest du dir ein Praktikum suchen, bei dem du legerer auftreten kannst. Frauen lassen die ultrahohen High Heels im Schrank, wenn sie nicht darauf laufen können – und wenn sie damit einen falschen Eindruck vermitteln könnten:

    3. Habe ich zu dick aufgetragen? Beim Vorstellungsgespräch gilt: Weniger ist mehr! Übertriebene Accessoires, grelle Farben, im Gesicht hängende Haare oder zu viel Make-up solltest du vermeiden. Als Mann wählst du weder die ganz billige Uhr noch die Rolex. Außerdem: Ein sexy Look – hier ist ein Knopf zu viel offen, da spannt das Hemd über den Muskeln – ist ein No-go und erweckt leicht einen falschen Eindruck. Dasselbe gilt für zu kurze Röcke oder Hosen, auch wenn es noch so warm draußen ist. Apropos:

    4. Kommt mein Outfit mit der Jahreszeit klar? Bei einem Bewerbungsgespräch im Sommer solltest du Zeit einplanen, in der du dich kurz akklimatisieren kannst, bis das Gespräch losgeht – gerade, wenn du zum Schwitzen neigst. Deo einstecken kann nicht schaden, auch in Hinblick auf das Business-Outfit, das nicht gerade luftig ist und auch im Sommer keine Pause hat. In den Wintermonaten kann dir dasselbe passieren, wenn du auf Schichtlook setzt. Hier ist zusätzlich wichtig, dass du kurz deine Schuhe checkst, bevor du das Gebäude betriffst – Schneematsch oder ähnliches kannst du dann noch schnell abwischen.

    5. Habe ich irgendeinen Fauxpas übersehen? Hast du dich für ein Outfit entschieden, wirfst du nochmal einen finalen Blick in den Spiegel: Alles sauber, knitterfrei, ordentlich und der Situation angemessen? Dann kann es losgehen!

    Du bist noch unsicher, was die passende Kleidung betrifft? Hier findest du Inspiration für Business, Casual und No-Go Outfits fürs Bewerbungsgespräch!

     Kleidung Männer Vorstellungsgespräch

    Kleidung Frauen Vorstellungsgespräch

  2. Mitten im Gespräch: Mögliche Fragen.

    Natürlich werden im Vorstellungsgespräch immer wieder Dinge passieren, die du nicht vorhersehen kannst. Aber zusätzlich gibt es Fragen, die bei Personalern grundsätzlich beliebt sind – egal, ob es sich um ein Vorstellungsgespräch für ein Praktikum oder für eine Festanstellung handelt. Dazu gehören zum Beispiel Klassiker wie:

    • Erzähl doch erstmal was über dich und deinen Lebenslauf!

    • Was bringst du für die Praktikumsstelle mit?

    • Warum bist du der richtige Kandidat für das Praktikum?

    • Warum hast du dich genau bei unserem Unternehmen beworben?

    • Was sind deine Stärken, was deine Schwächen?

    • Arbeitest du lieber alleine oder im Team?

    • Wo siehst du dich in fünf/zehn Jahren?

    • Welches Fach im Studium magst du besonders und wieso?

    • Was sind deine Pläne für nach dem Studium?

    • Was hattest du in deinem letzten Praktikum für Aufgaben und was hat dir besonders Spaß gemacht? Weniger vorhersehbar sind diese Fragen:

    • Wenn du ein Tier/Superheld wärst, was wärst du dann?

    • Was war der letzte Fehler, den du gemacht hast, und wie hast du ihn wieder geradegebogen?

    • Wie reagierst du, wenn dich jemand kritisiert?

    • Wann hast du den letzten großen Erfolg feiern können?

    • Welche drei Dinge würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?

    • Was war bisher die wichtigste Lektion deines Studiums?

    • Wie stellst du dir die ideale Zusammenarbeit vor?

    • Was gefällt dir besonders an unserer Unternehmenskultur?

    • Bewerte dich bitte auf einer Skala von 1 bis 10.

    • Welche Rolle spielt Geld für dich?

    Manche Fragen sind challenging, aber dürfen niemals zu persönlich werden. Das heißt, wenn der Personaler Fragen wie „Wohnst du mit deiner Freundin zusammen“? oder „Willst du Kinder?“ stellt, ist es dein gutes Recht zu sagen, dass du über das Thema nicht sprechen möchtest. 

    Grundsätzlich dauert ein Bewerbungsgespräch für ein Praktikum nicht so lange wie für eine Festanstellung, und du musst auch nicht lauter indiskrete Fragen oder einen Brainteaser nach dem anderen erwarten. Dennoch solltest du das Vorstellungsgespräch nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn gerade große Unternehmen suchen ihre Praktikanten sorgfältig aus – denn diese einzuarbeiten kostet immer Zeit und Geld, außerdem kann es ja nichts schaden, sich verheißungsvolle Nachwuchstalente schon früh ins Haus zu holen.

    Wenn alle Fragen gestellt worden sind, hast du als Bewerber noch die Chance, selber Fragen zu stellen. Und das solltest du auch tun – denn damit zeigst du, dass du dich vorbereitet hast, dass du interessiert bist und dass du mitdenkst. Versuche aber Fragen zu vermeiden, die du ganz leicht mit der Lektüre der Karriereseite hättest beantworten können – denn damit erreichst du das Gegenteil.

    Mögliche Fragen sind:

    • Wie läuft die Kommunikation im Team?

    • Welche Tools werden benutzt?

    • Wie groß ist das Team?

    • Kann ich auch fachfremde Eindrücke sammeln?

    • Kann ich mich im Vorfeld gezielt auf Aufgaben vorbereiten?

    • Wie läuft die Einarbeitung ab?

    • Bekomme ich als Praktikant ein eigenes Projekt?

    Vorsichtig solltest du mit diesen Fragen sein:

    • Wie viele Urlaubstage habe ich?

    • Was für Benefits gibt es für Praktikanten?

    • Wie viel Gehalt bekomme ich?

    • Wann habe ich Feierabend und kann man auch mal früher gehen?

    Das alles sollte zwar geklärt werden, wird aber in der Regel nach dem fachlichen Teil von deinem Gegenüber angesprochen. Ist das bis kurz vor der Verabschiedung nicht der Fall, kannst natürlich auch du dich nach den Rahmenbedingungen erkundigen.

  3. Am Ende des Gesprächs: Die Gehaltsfrage.

    Beim Gehalt gibt es zwei mögliche Szenarien: Entweder das Unternehmen zahlt seinen Praktikanten den Mindestlohn – oder nicht. Das Gesetz ist auf deiner Seite und du erhältst Mindestlohn, wenn dein Praktikum länger als drei Monate dauert und freiwilliger Natur ist. Bei kürzeren freiwilligen Praktika oder Pflichtpraktika im Rahmen deines Studiums bekommst du den Mindestlohn nicht und dein Arbeitgeber kann frei festlegen, ob er dir etwas zahlt und wie viel. Richtig gelesen: In dem Fall hast du keinen Anspruch auf eine Entlohnung als Praktikant, auch wenn Unternehmen überwiegend so fair sind und bezahlte Praktika anbieten.

    Meist sind die Praktikantengehälter einheitlich, sodass du nicht groß verhandeln kannst. Manchmal spielt es jedoch eine Rolle, ob du noch studierst und wenn ja, in welchem Semester – oder ob du bereits Absolvent bist. Das durchschnittliche Praktikantengehalt liegt bei 1.032 Euro im Monat. Wer Mindestlohn bekommt, freut sich über 1.414 Euro, die Untergrenze beim Praktikantengehalt liegt oft bei 450 Euro, also über dem Minijob-Niveau.

    Wie gesagt werden die Rahmenbedingungen am Ende des Vorstellungsgesprächs abgeklopft. Dazu gehört auch die Praktikumsvergütung, die idealerweise von deinem Gesprächspartner angesprochen wird. Geschieht das nicht, kannst auch du die Initiative ergreifen und fragen, was du verdienen wirst. Hier eine Übersicht mit Tipps, wie du mit der Gehaltsfrage im Vorstellungsgespräch umgehen kannst. Dabei ist wichtig, dass du nicht zu unterwürfig bist – also nicht davon ausgehst, dass du sowieso nichts bekommst –, aber gleichzeitig nicht zu großkotzig rüberkommst. 

    GEHT GUT NICHT GUT
    Am Ende des Gesprächs: „Offen ist ja noch die Frage nach der Vergütung – können Sie mir dazu etwas sagen?“ Auf die Frage „Hast du noch Fragen?“ wie aus der Pistole geschossen: „Ja, was verdien ich denn? Schon Mindestlohn oder?!“
    In der Gehaltsverhandlung: „Ich habe den Bachelor schon abgeschlossen und will vor dem Master noch Praxiserfahrung sammeln. Ist das Gehalt denn für Absolventen dasselbe wie für Studierende?“ Auf die Zahl hin, die der Personaler nennt: „Aber ich muss doch meine Miete zahlen, Sie wissen doch wie das ist! Geht da nicht noch was? Ich bin doch schon voll weit im Studium.“
    Wenn das, was angeboten wird, dir eigentlich zu wenig ist: „Ok, das muss ich mir dann nochmal überlegen, ob ich damit klarkomme. Gibt es da dann vielleicht noch Möglichkeiten für zusätzliche Leistungen, wie zum Beispiel einen Zuschuss für Fahrtkosten?“ Wenn du gefragt wirst, was du dir als Praktikantengehalt vorstellst: Also unter 1.000 Euro im Monat arbeite ich nicht. Da müssen Sie mir schon mehr bieten.