Rechtliche Regelungen für Werkstudenten.

Rechtliche Regelungen für Werkstudenten.
60 % der Studenten sind darauf angewiesen, neben dem Studium einer Beschäftigung nachzugehen – entweder als Minijobber oder als Werkstudent. Das Besondere an einer Werkstudentenposition? Du gehst einer Tätigkeit nach, die sich auf dein Studium bezieht. Auf was du bei einer Werkstudentenstelle achten musst und wie viel du verdienen darfst, erfährst du hier.
  1. 20-Stunden-Regel.

    Du bist Werkstudent, wenn du in Vollzeit immatrikuliert bist und eine zeitlich begrenzte Nebentätigkeit ausübst, die direkt auf dein Studium Bezug nimmt. Zeitlich begrenzt bezieht sich hierbei auf die 20-Stunden-Regel. Das heißt, du darfst während der Vorlesungszeit maximal 20 Stunden in der Woche arbeiten. Somit soll sichergestellt werden, dass du trotz Job genügend Zeit für dein Studium hast.

    Überschreitest du die 20 Stunden in der Woche und das mehr als 26 Wochen pro Jahr, verlierst du deinen Werkstudentenstatus und musst wie normale Arbeitnehmer sämtliche Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung bezahlen. Außerdem kannst du kein Werkstudent sein, wenn du ein Urlaubssemester, Teilzeitstudium, Promotionsstudium oder ein Duales Studium absolvierst.

    Ausnahmen.

    • In der vorlesungsfreien Zeit darfst du deinen Werkstudentenjob auch in Vollzeit ausüben, darfst aber die 26 Wochen im Jahr nicht überschreiten.
    • Arbeitest du vorwiegend abends, nachts oder am Wochenende, kannst du die 20-Stunden-Regel überschreiten, solange dein Studium weiterhin im Vordergrund steht.

    Tipp

    Frage am besten bei deiner Krankenversicherung nach. Letztendlich entscheidet die über die Ausnahmen der Regelung.

  2. Versicherung als Werkstudent.

    Gesetzliche Krankenversicherung.

    Bist du unter 25 Jahre alt und Student, kannst du über die gesetzliche Krankenkasse deiner Eltern familienversichert bleiben. Verdienst du nicht mehr als 450 Euro im Monat, liegst du in der Geringfügigkeitsgrenze und musst dir um die Familienversicherung keine Sorgen machen.

    Trittst du jedoch einen sogenannten Midijob an, verdienst also zwischen 450,01 und 850 Euro, musst du eine studentische Krankenversicherung abschließen. Die Beiträge für Studenten sind bei allen Krankenkassen gleich, nur die Leistungen unterscheiden sich.

    Ab dem 01. April 2017 gelten folgende Beiträge:

    Mit Kindern Ohne Kinder
    Krankenversicherung  76,07 Euro/Monat 76,07 Euro/Monat
    Pflegeversicherung 16,55 Euro/Monat  18,17 Euro/Monat
    Gesamt 92,62 Euro/Monat 94,24 Euro/Monat

    Sozialversicherung.

    Werkstudenten sind weder in einer geringfügigen Beschäftigung noch in der Gleitzone verpflichtet, Beiträge an die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abzudrücken. Nur der Arbeitgeber muss Pauschalabgaben für die Sozialversicherung zahlen. Während du bei einem Gehalt unter 450 Euro die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung beantragen kannst, bist du bei einem Gehalt über 450 Euro auf jeden Fall rentenversicherungspflichtig. Der Beitrag richtet sich dann nach deinem Gehalt.

    Tipp

    Informiere dich am besten direkt bei der Rentenversicherung über die Höhe des Beitrags.

  3. Weitere Regelungen für Werkstudenten.

    Stundenlohn.

    Für Werkstudenten gilt der Mindestlohn von 8,84 Euro in der Stunde.

    BAföG als Werkstudent.

    Auch als Werkstudent hast du Anspruch auf BAföG. Wie hoch das ausfällt, hängt aber von deinem Einkommen ab – denn beim BAföG gilt ein jährlicher Freibetrag von 5.400 Euro brutto oder knapp 450 Euro/Monat. Alles, was du oberhalb dieser Grenze verdienst, wird vom BAföG abgezogen. Verdienst du mehr als 850 Euro im Monat, wird dein BAföG komplett gestrichen.

    Kindergeld als Werkstudent.

    Kindergeld gibt es auch für Werkstudenten. Aber nur, wenn du jünger als 25 Jahre alt bist und weniger als 20 Wochenstunden arbeitest. Die Höhe deines Gehalts spielt hier keine Rolle.

    Urlaub als Werkstudent.

    Während deiner Werkstudententätigkeit hast du einen Anspruch auf bezahlten Urlaub. Da du lediglich 20 Stunden die Woche arbeitest, beträgt dein Urlaubsanspruch 12 Tage im Jahr. Es kann aber sein, dass dein Arbeitgeber mit dir mehr Urlaubstage vereinbart.

  4. Vor- und Nachteile im Überblick.

    Eine Werkstudententätigkeit bietet neben einem monatlichen Einkommen die Möglichkeit, dein theoretisches Wissen praktisch einzusetzen und zu vertiefen. Außerdem können die Kontakte, die du als Werkstudent knüpfst, beim Berufseinstieg hilfreich sein. Wie immer gibt es aber auch hier einige Nachteile.

    VORTEILE NACHTEILE
    Einkommen während des Studiums  Mögliche Kürzungen/ Verlust von BAföG
    Relevante Praxiserfahrung Wenig Freizeit neben dem Studium
    Flexible Arbeitszeiten Arbeit auch in den Semesterferien
    Aufbau eines fachbezogenen Netzwerks Wegfall der Familienversicherung bei Midijob
    Übernahmechancen nach dem Studium Rentenversicherungspflicht bei Verdienst über 450 Euro
    Evtl. Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben Nacht- und Wochenendarbeit möglich