Anschreiben für ein Praktikum – Tipps und Beispiele

Die Herausforderung im Anschreiben besteht darin, dem Unternehmen einerseits in einem kurzen Text zu zeigen, dass man die richtige Person für das Praktikum ist, und dabei andererseits auch die formalen Kriterien einzuhalten. Inhaltlich geht es im Anschreiben darum, seine Kenntnisse und Qualifikationen für den Job aufzuzeigen sowie Motivation und Interesse für das Praktikum zu bekunden. Für das gesamte Anschreiben hat man dabei genau eine DIN A4 Seite Platz.

Anschreiben für ein Praktikum

Die Qualifikationen im Anschreiben darlegen

Beginne bloß nicht mit dem Standard-Einstieg „Hiermit bewerbe ich mich um das von Ihnen ausgeschriebene Praktikum...“. Der Satz ist einerseits unnötig, weil das schon im Betreff steht. Andererseits ist das ein langweiliger Einstieg, bei dem der Personaler zu gähnen beginnt, weil er genau diesen Satz schon zigmal gelesen hat. Wähle einen anderen, spannenderen Einstieg. Damit stichst Du aus der Masse der Bewerber hervor. Wecke sofort das Interesse des Personalers und komme mit deinem ersten Satz im Anschreiben gleich zum Punkt; am besten zu Deinen fachlichen Qualifikationen. Diese stehen zwar auch im Lebenslauf, aber im Anschreiben hat der Bewerber die Chance, mit eigenen Worten einen Bezug zwischen den eigenen Qualifikationen und den Anforderungen der Praktikum-Stelle herzustellen. Im Anschreiben geht es nicht darum, all seine Qualifikationen zu nennen. Es geht vielmehr darum, nur diejenigen Dinge aufzuführen, die auch einen klaren Bezug zum Stellenangebot haben.   

Beispiel: Bewerbung auf ein Praktikum im Bereich Marketing

Sehr geehrte Frau Müller,

ich sehe meine berufliche Zukunft im Marketing, weil ich Menschen begeistern möchte. Im Marketing kann ich meine Leidenschaft zum Beruf machen. Zurzeit befinde ich mich im 4. Semester meines Studiums der Betriebswirtschaftslehre. Dabei spezialisiere ich mich auf den Bereich Marketing. In Marketing-Wettbewerben an der Hochschule konnte ich bereits erste praktische Erfahrungen sammeln....

Spezielle Fachkenntnisse vs. allgemeine Qualifikationen

Neben den Fachkenntnissen benötigt man in der Arbeitswelt von heute auch viele allgemeine Qualifikationen. Das sind z.B. Kompetenzen wie Sprachkenntnisse, Führerscheine oder Computerkenntnisse (Word, Excel, Powerpoint, Internet, Programmieren).

Sind diese Dinge in dem Stellenangebot gefordert, sollte man sie unbedingt im Anschreiben nennen. Ansonsten reicht es, wenn man seine allgemeinen Kenntnisse im Lebenslauf aufführt.

Weitere allgemeine Qualifikationen sind so genannte Soft Skills. Darunter versteht man Dinge wie Teamfähigkeit, Kommunikationstalent, eine strukturierte Arbeitsweise und Kritikfähigkeit. Diese Dinge sind in fast jeden Job wichtig, vor allem, wenn man im Team arbeitet. Weitere Soft Skills sind Kreativität, Flexibilität und Belastbarkeit. Diese führt man nur im Anschreiben auf, nicht im Lebenslauf.

Allgemein gilt: Im Anschreiben unbedingt die Stärken nennen. Zum einen kann man damit zum Teil fehlende praktische Erfahrungen kompensieren, zum anderen bekommen die Personaler über das fachliche Know-how hinaus einen umfassenden Eindruck von den Kandidaten. Wenn beispielsweise die Hobbys zum Praktikum passen, ist es durchaus sinnvoll, diese im Anschreiben zu nennen.

Bei den allgemeinen Qualifikationen reicht es im Anschreiben aber nicht aus, diese nur kommentarlos aufzuzählen. Deutlich besser ist es, seine Stärken anhand konkreter Beispiele zu untermalen.

Beispiele:

  • „Mein vorheriges Praktikum hat mich darin bestätigt, dass mir die Arbeit im Team Freunde bereitet.“
  •  „In meiner Freizeit betreibe ich einen eigenen Foto-Blog. Dafür habe ich mir Programmierkenntnisse angeeignet und Erfahrungen mit Content-Management-Systemen gesammelt.“
  • „Meine Teamfähigkeit konnte ich als jahrelanger Kapitän meiner Fußballmannschaft unter Beweis stellen und auch in hitzigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren.“
  • „An der Hochschule nehme ich seit zwei Semestern an einem Spanischkurs teil.“
  • „Meine Präsentationssicherheit habe ich in Schule und Studium durch das Vortragen von Referaten erlangt.“

Die Motivation im Anschreiben darlegen

Einen Praktikanten einzuarbeiten kostet das Unternehmen bzw. den einzelnen Mitarbeitern Zeit. Wenn ein Praktikant motiviert ist und Freude an den Aufgaben hat, geht die Einarbeitung in der Regel schneller. Außerdem steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Praktikant innerhalb kurzer Zeit selbständig arbeiten kann und seine Sache auch gut macht. Daher leben die Unternehmen großen Wert auf die Motivation der Bewerber. Demensprechend ist es wichtig, diedr im Anschreiben darzulegen. Die Motivation hat einen umso größeren Stellenwert, je weniger praktische Erfahrungen man vorweisen kann.

Beispiel:

Sehr geehrte Frau Müller,

zurzeit befinde ich mich im 2. Semester meines Studiums der Betriebswirtschaftslehre. Meine berufliche Zukunft sehe ich Marketing, weil ich Menschen begeistern möchte. Ich möchte meine Leidenschaft zum Beruf zu machen und sehe dazu im Marketing die besten Chancen. Ich hoffe sehr, meine bisherigen theoretischen Kenntnisse mit praktischem Know-how anreichern und das Erlernte direkt bei Ihnen in die Praxis umsetzen zu können. ...

Weitere Beispiele für die Motivation für ein Praktikum:

  • „Ich erhoffe mir wichtige Einblicke in den Berufsalltag als Bankberater, so dass sich mein angestrebter Beruf als richtige Wahl herausstellt.
  • „Mein Hobby Computer möchte ich zum Beruf machen.“
  • „Ich hab einen Faible für Zahlen und Statistiken. Das ist die beste Voraussetzung für eine Karriere im Controlling.“

Formale Kriterien im Anschreiben

Das Anschreiben für ein Praktikum muss diese formalen Kriterien erfüllen:

  • Die eigenen Kontaktdaten rechts oben platzieren.
  • Die Kontaktdaten der Firma direkt darunter, allerdings auf der linken Seite.
  • Ort und Datum auf der rechten Seite unterhalb der Kontaktdaten platzieren.
  • Den Betreff fett markieren und linksbündig unterhalb des Datums platzieren.
  • Eine Anrede beginnend mit „Sehr geehrte(r)...“, möglichst mit dem Namen des Ansprechpartners.
  • Auf Zeilenabstände achten, sodass es nicht gedrungen aussieht. Es gibt aber keine starre Regelung, so dass immer etwas Spielraum bliebt.
  • Den Anschreiben-Text in mehrere Absätze aufteilen. Dadurch wird er übersichtlich, ist optisch ansprechender und verbessert die Lesbarkeit.
  • Mit einer Grußformel und dem Namen enden.

Allgemeine Rückschlüsse aus dem Anschreiben

Personaler achten nicht nur auf den Aussagecharakter des Anschreibens. Aus dem Anschreiben geht auch hervor, wie es um die sprachliche Ausdrucksfähigkeit des Kandidaten bestellt ist, wie sicher er Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung beherrscht und wie gut er mit dem Textverarbeitungsprogramm (z.B. Word) umgehen kann. Dementsprechend groß muss die Sorgfalt sein, denn eine Bewerbung ist immer eine erste Arbeitsprobe. Das Anschreiben ist das Aushängeschild der Bewerbung. Es lohnt sich, in das Anschreiben Zeit zu investieren und nicht auf Standard-Vorlagen zurückzugreifen.

>> Erfahre hier, was alles im Lebenslauf für deine Praktikum-Bewerbung stehen sollte.

geschrieben von Lukas große Klönne am 18.01.2012

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