Die Top-Arbeitgeber für Praktikanten 2017.

Die Top-Arbeitgeber für Praktikanten 2017.
Wie zufrieden sind Praktikanten mit ihrer Beschäftigung? Und bei welchen Arbeitgebern macht ein Praktikum Spaß? Der Praktikantenspiegel liefert Antworten auf diese Fragen, indem jedes Jahr Praktikanten zu ihren Erfahrungen befragt werden und ihr Praktikum bewerten. Damit ermöglicht die Umfrage einen Überblick über die Praktikumslandschaft in Deutschland und dir, dein Praktikum mit anderen zu vergleichen.
  1. Inhalt des Praktikantenspiegels: Studie zum Arbeitsumfeld von Praktikanten.

    Seit 2010 befragt das Unternehmen CLEVIS Consult mit wissenschaftlicher Unterstützung des Lehrstuhls für Marketing der Otto-von-Guericke-Universität jährlich aktive und ehemalige Praktikanten zu ihren Arbeitgebern und ihren Erfahrungen im Praktikum. Die repräsentativen Ergebnisse dieser Umfrage werden in einer wissenschaftlichen Studie aufbereitet: Dem sogenannten Praktikantenspiegel. Dieser wird gemeinsam mit der Jobbörse ABSOLVENTA auf dem Tag der Praktikanten vorgestellt.

    Seit der Entstehung wurden insgesamt schon über 40.000 Praktika in den letzten Jahren bewertet. Die Teilnehmer werden dabei in rund 90 Fragen zu Faktoren wie Gehalt, Stimmung innerhalb der Abteilungen, Hierarchien im Unternehmen oder Wertschätzung durch Vorgesetzte befragt.

    Die Besonderheit der Studie beruht auf der Trennung zwischen intern gemachten Erfahrungen und der externen Wahrnehmung eines Unternehmens. Die zweidimensionale Struktur sowie die ausschließliche Befragung von aktuellen und ehemaligen Praktikanten ermöglicht eine authentische und aussagekräftige Bewertung der Arbeitgeberattraktivität.

    Zusätzlich ordnet der CLEVIS Praktikantenspiegel die bewerteten Unternehmen in eine Vier-Felder-Matrix ein: Die Unternehmen werden je nach Stärke der Arbeitgeberqualität und des Markenimages den Feldern Star, Hidden Champion, Pretender oder Challenger zugeordnet. Daraus ergibt sich am Ende ein Ranking und die besten Arbeitgeber für Praktikanten werden ausgezeichnet.

  2. Die Ergebnisse des Praktikantenspiegels 2017.

    Bei der Befragung 2017 nahmen 5.547 Praktikanten teil, von denen 54 Prozent weiblich und 46 Prozent männlich waren. Fast die Hälfte der befragten Praktikanten war zum Zeitpunkt der Erhebung zwischen 23 und 25 Jahren alt. Insgesamt wurden 315 Arbeitgeber bewertet. Dabei kamen die vier größten vertretenen Branchen mit 20 Prozent aus dem Bereich Konsum- und Gebrauchsgüter, mit jeweils 14 Prozent aus dem Fahrzeugbau- und Zuliefererbereich sowie aus der Pharma- und Chemiebranche und mit 12 Prozent aus dem Sektor Unternehmensberatung, Wirtschaftsprüfung und Recht. Insgesamt spiegelte der Praktikantenspiegel ein zufriedenes Bild der Praktikanten mit ihren Arbeitgebern und den absolvierten Praktika wider. Die allgemeine Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber fällt mit 88 Prozent hoch aus. Obwohl über 40 Prozent der befragten Praktikanten regelmäßig Überstunden leisten, zeigen sie sich dennoch zufrieden mit der Balance zwischen Arbeit und Freizeit.

  3. Die Gründe für ein Praktikum.

    Einen großen Einsatz im Praktikum zu zeigen wird von fast allen Praktikanten als selbstverständlich angesehen, da sie im Gegenzug viel von der praktischen Erfahrung für sich profitieren möchten. „Ich bin überzeugt, dass ich in dem Unternehmen viel lernen kann“ – wird als der wichtigste Grund genannt, ein Praktikum zu absolvieren. Die Lernmöglichkeiten, die ein Unternehmen bietet, umfassen sowohl theoretisch erworbenes Wissen anzuwenden als auch persönliche sowie karrierebezogene Weiterentwicklungen zu erleben.

    An zweiter Stelle steht der karrierebezogene Anreiz. So wollen viele Praktikanten vom Namen des Unternehmens profitieren, denn ein Praktikum bei einem prestigeträchtigen Unternehmen wertet den Lebenslauf auf – aka „Der Name des Unternehmens macht sich gut im Lebenslauf“. Die Bewerber passen ihr Praktikum teilweise gezielt für ihre geplante Karriereentwicklung an und überlegen sich im Vorfeld, wie sie die praktische Erfahrung nutzen können.

    Als dritthäufigster Grund, ein Praktikum zu absolvieren, wurden außerdem die Einblicke in eine Branche angeführt. Durch ein Praktikum erhoffen sich die befragten Teilnehmer, eine bestimmte Branche besser kennenzulernen und dadurch eine Orientierung für ihr Studium bzw. ihre weitere Karriere zu erhalten.

  4. Das durchschnittliche Praktikum in Deutschland.

    Das durchschnittliche Praktikum in Deutschland.

    Aus allen Befragungen ergab sich eine Übersicht, wie das durchschnittliche Praktikum in Deutschland 2017 aussieht.

  5. Diese Erwartungen haben Unternehmen an Praktikanten.

    Trotz einer ansteigenden Zahl an Hochschulabsolventen beklagen Personaler einen Praktikantenmangel. Dieser geht nach Aussagen der Personalverantwortlichen jedoch nicht auf zu wenig Bewerbungen oder Interessenten zurück, sondern auf die Qualität der Bewerbungen.

    Allgemein sind die Ansprüche an Praktikanten gestiegen, da Praktika eine inhaltliche Aufwertung erfahren haben. So wird Praktikanten zusehend mehr Verantwortung übertragen. Dafür erwarten die Personalverantwortlichen meist schon sehr viel von den angehenden Talenten und vergessen dabei, dass die Bewerber erst am Anfang ihres Berufslebens stehen. Fordernde Stellenausschreibungen mit hohen Anforderungskriterien schrecken so viele Studierende vor einer Bewerbung ab.

    Gleichzeitig weisen die Bewerbungen nach Aussagen der Personalverantwortlichen jedoch oft gravierende Mängel auf. Diese stehen im Kontrast zur internetaffinen Generation, die sich leicht alle Informationen besorgen kann – nur anscheinend nicht, wie ein Lebenslauf richtig aufgebaut ist. Dieser wird von Bewerbern häufig unterschätzt und verbaut so manche Einladung zum Vorstellungsgespräch.

    Die drei Hauptprobleme aus der Sicht von Personalverantwortlichen auf dem Praktikantenmarkt sind:

    1. Die Bewerber erfüllen die Anforderungen nicht.
    2. Die Bewerbungen weisen eine hohe Fehlerquote auf.
    3. Insgesamt werden vermehrt Praktikanten gebraucht.
  6. Gewünschte Eigenschaften von Praktikanten.

    Befragt man Unternehmen danach, welche Qualifikationen ihr Wunsch-Praktikant haben soll, werden übereinstimmend persönliche sowie soziale Kompetenzen genannt. Je nach Stelle sind natürlich die fachlichen Qualifikationen nicht zu unterschätzen, die Bewerber durch ihre Studienleistungen und praktischen Erfahrungen mitbringen sollten. Auch Kenntnisse in Microsoft Office werden erwartet. Daneben gibt es Kernkompetenzen, die über alle Branchen hinweg gewünscht sind:

    • Persönlichkeitseigenschaften wie Motivation, Engagement und Interesse

    • Arbeitsweise mit Enthusiasmus, Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke

    Bewerber können sich neben ihren fachlichen Kompetenzen darauf konzentrieren, ihre persönlichen Stärken in der Bewerbung deutlich zu machen. Als bestes Beispiel werden Auslandserfahrungen angeführt, die für soziale und kulturelle Kompetenzen stehen.

  7. Top Praktikums-Arbeitgeber.

    Die Ergebnisse der Umfrage zusammenfassend, ist die Arbeitgeberqualität die zentrale Messgröße für die Zufriedenheit im Praktikum. Diese setzt sich aus Faktoren wie dem Lerneffekt mit den Aufgaben, dem Teamklima, den Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen sowie der Vergütung zusammen. Hier konnten im letzten Jahr folgende Arbeitgeber am meisten überzeugen:

    Die Top 10 der Arbeitgeber für Praktikanten 2017.

    1. Kindernothilfe e.V.
    2. Texas Instruments
    3. Dr. Oetker
    4. Academic Work
    5. JT International
    6. Procter & Gamble
    7. Hermes Gruppe
    8. Tesa
    9. BSH Bosch und Siemens Hausgeräte
    10. Henkel

    Die Branche Vereine & NGOs schneidet in den durchschnittlichen Bewertungen der Arbeitgeberqualitäten am besten ab. Die Kindernothilfe e.V. erhält auch dieses Jahr wieder die höchsten Bewertungen, dicht gefolgt von Texas Instruments und Dr. Oetker auf Platz 2 und 3. Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass nicht nur die bekannten und großen Unternehmen sehr gute Praktika anbieten können, sondern auch kleine und mittelständige Unternehmen sich für die Zufriedenheit der kurzfristigen Mitarbeiter einsetzen.