Was sind Soft Skills? Eine Liste zum Überblick

Was sind Soft Skills? Eine Liste zum Überblick
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Welcher Bestandteil einer Bewerbung ist aus deiner Sicht überflüssig?

In nahezu jeder Stellenbeschreibung sind sie gefragt und Karriereexperten sprechen ihnen eine immer größer werdende Bedeutung zu: Die Rede ist von den sogenannten Soft Skills. Doch was ist damit überhaupt gemeint? Und wie kannst du diese Soft Skills erlernen? Wir haben für dich eine Soft-Skill-Liste zusammengestellt.

Inhalt

  1. Soft vs. Hard Skills
  2. Die wichtigsten Soft Skills als Liste
  3. Soft Skills trainieren
  4. Fazit: Soft Skills aufbauen hilft

Soft vs. Hard Skills

Soft Skills umfassen persönliche, soziale und methodische Kompetenzen. Damit beschreiben sie überfachliche Qualifikationen, die sich – im Gegensatz zu den fachlichen Fähigkeiten, den Hard Skills – schwieriger überprüfen lassen. Man kann die Unterscheidung der beiden Kompetenzarten ganz einfach am Beispiel eines Schulzeugnisses veranschaulichen: Die Hard Skills werden im Unterricht vermittelt und anhand von Prüfungen objektiv bewertet. Was am Ende auf dem Zeugnis steht, sind die Schulnoten, die Aufschluss über das fachliche Verständnis geben. Und dann gibt es da noch die schriftliche Beurteilung zur Bewertung charakterlicher Eigenschaften. Hierbei geht es um die Soft Skills. Erst beides zusammen ergibt ein „rundes“ Bild des Schülers.

Übertragen auf die Situation eines Bewerbers kann man festhalten: Unternehmen fordern nicht nur gute Noten, sondern ebenso wichtige Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Motivation und eine strukturierte Arbeitsweise. Aus diesem Grund testen zahlreiche Firmen zukünftige Mitarbeiter im Rahmen verschiedener Auswahlverfahren auf ihren Umgang mit Mitmenschen, ihre persönliche Einstellung und methodischen Fähigkeiten.

Bewerbung gibt Aufschluss über Soft Skills

Doch du musst nicht erst zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden, um deine Soft Skills unter Beweis zu stellen. Bereits mit der Bewerbung kannst du zeigen, welche persönlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen du beherrschst. So „interpretieren“ viele Unternehmen das Anschreiben und den Lebenslauf im Hinblick auf die außerfachlichen Fähigkeiten der Kandidaten. Sticht deine Bewerbung aus der Masse hervor, beispielsweise durch kreative Formulierungen oder ein tolles Design? Hast du – neben guten Noten – auch ehrenamtliches Engagement bewiesen, zum Beispiel durch die Tätigkeit in einem Verein, in einer Organisation oder als Klassensprecher? Hast du neben der Uni gearbeitet?

Alle diese Soft Skills fließen in die Gesamtbewertung durch das Unternehmen ein. So steht Sport beispielsweise für Ehrgeiz, Disziplin und ggf. Teamfähigkeit – sofern es sich dabei um einen Mannschaftssport handelt. Neben- und Werkstudentenjobs geben Aufschluss über den Fleiß des Bewerbers und ehrenamtliche Tätigkeiten lassen darauf schließen, dass es sich um einen verantwortungsbewussten, engagierten Kandidaten handelt. Auch das Foto sagt viel über deinen Charakter aus. Von daher solltest du hier lieber etwas mehr Geld und Zeit investieren – und zwar in einen Fotografen, der nicht nur ein Foto in Standardpose macht, sondern auch versucht, deine Persönlichkeit wider zu spiegeln.

>> So integrierst du deine Soft Skills ins Bewerbungsschreiben

Die wichtigsten Soft Skills als Liste

Zum Überblick gibt es hier die Soft Skills in einer Liste. Diese lässt sich natürlich in Abhängigkeit von Stellenanforderung und Unternehmen beliebig erweitern. 

Persönliche Kompetenz • Selbstvertrauen
• Selbstdisziplin
• Selbstreflexion
• Engagement
• Motivation
• Neugier
• Belastbarkeit
• Eigenverantwortung
Soziale Kompetenz • Teamfähigkeit
• Einfühlungsvermögen (Empathie)
• Menschenkenntnis
• Kommunikationsfähigkeit
• Integrationsbereitschaft
• Kritikfähigkeit
• Umgangsstil
Methodische Kompetenz • Präsentationstechniken
• Umgang mit Neuen Medien
• Strukturierte und zielorientierte Arbeitsweise
• Analytische Fähigkeiten
• Problemlösungskompetenz
• Stressresistenz
• Organisationstalent
• Zeitmanagement

Die Soft Skills in der Liste lassen sich zwar in diese drei Kategorien einteilen, jedoch greifen diese ineinander über, sodass Kompetenzen aus dem einem Bereich zumeist auch Fähigkeiten in einem anderen Bereich erfordern. Beispielsweise erfordert eine gelungene Präsentation auch ein gewisses Selbstvertrauen sowie Menschenkenntnis, um das Publikum besser einschätzen und angemessen reagieren zu können.

Business Skills

Soft Skills, die explizit für Beruf und Karriere benötigt werden, werden im Fachjargon Business Skills genannt. Hier sind folgende Eigenschaften besonders gefragt:

Kommunikationsfähigkeit
Kommunikationsfähigkeit meint nicht nur, dass du deine Ideen besonders verständlich formulierst, sondern auch, dass du anderen aufmerksam zuhörst und verstehst. Kommunikationsfähigkeit ist wohl eine der meistgewünschten und wichtigsten Business Skills und die Grundlage für viele weitere karriererelevante Eigenschaften.

Charisma
Du hast Ausstrahlung und die Leute möchten gern in deiner Nähe sein, denn du hast eine gewisse Anziehungskraft. Charisma setzt sich zusammen aus Inspiration, Individualität, Intellekt, Idealismus und Körpersprache. Es ist also eine komplexe Eigenschaft, die man kaum erlernen kann. Wichtige Tipps sind dennoch, dass du präsent bist – ohne dich in den Vordergrund zu drängen, dass du souverän bist – ohne überheblich zu sein, und dass du deiner Umgebung, statt dir selbst, Größe verleihst. Denn Charismatiker stellen nicht sich sondern ihr Umfeld aufs Podest und geben ihrem Umfeld so ein positives Gefühl.

Belastbarkeit
Unter dem Stichwort Belastbarkeit ist nicht gemeint, dass du 24/7 arbeitest, ohne dich zu beschweren. Vielmehr ist damit gemeint, dass du in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahrst und auch mit unvorhergesehenen Ereignissen souverän umgehen kannst. Nur so kann sich dein Arbeitgeber darauf verlassen, dass du deine Arbeit gut erledigst. Eine gute Work-Life-Balance, Sport oder ein anderer Ausgleich sind hier wichtig, um im Job belastbar zu bleiben.

Empathie
Sich in andere hinein versetzen und deren Gefühle nachvollziehen zu können, ist gerade für Führungskräfte eine wichtige Eigenschaft! So kannst du besser mit deinen Mitmenschen und Kollegen umgehen und verstehst es, Konflikte und Missverständnisse zu vermeiden. Einfühlungsvermögen hilft, gemeinsame Ziele schneller zu erreichen.

Flexibilität
„Das ist aber nicht mein Aufgabengebiet“ – verabschiede dich von diesem Satz. In den meisten Unternehmen wird dir eine gewisse Flexibilität abverlangt. Diese bedingt, dass du auch mal unvorhergesehene Änderungen umsetzt und nicht in starren Mustern denkst.

Interkulturelle Kompetenz
Gerade wenn du international arbeitest und vielleicht auch mal mit einer anderen Kultur zu tun hast, ist es wichtig, dass du dich auch hier souverän verhältst. Du solltest mit den landestypischen Gepflogenheiten zumindest vertraut, um dein Gegenüber nicht aus Versehen zu beleidigen.

Anpassungsfähigkeit
Ein neuer Job erfordert immer auch eine gewisse Anpassungsfähigkeit. Das kann eine Arbeitsmethode betreffen, ein Ablagemodell oder auch Verhaltensweisen. Vielleicht hast du bereits erste Erfahrungen durch vorangegangene Praktika gemacht, dennoch ist es wichtig, dass du dich an deine neue Umgebung und deine neuen Kollegen anpassen kannst.

Präsentationsstärke
Deine Zuhörer hängen an deinen Lippen, gekonnt baust du ein paar Lacher in deine Präse ein, ohne aber den Fokus zu verlieren – Präsentationsstärke ist wichtig, um neue Konzepte zu vermitteln. Auch dieser Soft Skills hängt eng mit deiner Kommunikationsfähigkeit zusammen.

Teamfähigkeit
Ebenfalls eine der wichtigsten Business Skills ist Teamfähigkeit. Dein Expertentum nutzt dir gar nichts, wenn du es nicht mit deinen Kollegen teilen kannst und diese nicht von dir profitieren und andersherum.

Durchsetzungsvermögen
Hier geht es nicht darum, mit dem Kopf durch die Wand zu schießen, sondern vielmehr um deine Überzeugungskraft. Gelingt es dir, andere von deinen Ideen zu überzeugen und zu begeistern sowie Projekte zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen? Dann hast du Durchsetzungsvermögen. Doch das bedeutet auch, dass du nicht einfach nur deinen Willen durchsetzt, sondern durchaus auf Einwände und Kritik reagieren kannst.

Diese Soft Skills sind Unternehmen wichtig

Grafik Wichtigkeit von Soft Skills bei Unternehmen

Quelle: Statista, http://de.statista.com/statistik/daten/studie/408616/umfrage/softskills-bei-der-einstellung-von-hochschulabsolventen-in-deutschen-unternehmen/

Soft Skills trainieren

Je nach Charakter, sozialem Umfeld und persönlicher Einstellung variiert die Ausprägung einzelner Soft Skills. Um diese zu trainieren bzw. auszubauen, gibt es die folgenden drei Ansatzpunkte:

1. Grundeinstellung, Wertvorstellungen, Ethik und Moral hinterfragen

Welche Grundsätze liegen deinem eigenen Handeln zugrunde? Woran glaubst du? Was ist möglich, was nicht? Was darfst du, was nicht? Was kannst du und was traust du dir nicht zu? Alle diese Fragen solltest du für dich selbst beantworten können. Hast du einmal ein klares, definiertes Bild von dir selbst, so lässt sich das eigene Handeln viel besser erklären. Stellst du beispielsweise fest, dass du dir selbst nicht viel zutraust, weil du dich durch andere „eingeschüchtert“ fühlst, so bietet diese Herangehensweise einen wichtigen Ausgangspunkt, um an dir selbst und schließlich auch an deinen eigenen Soft Skills zu arbeiten. In einem solchen Fall wäre es zum Beispiel denkbar, dir deine eigenen Stärken bewusst zu machen, um sie in Zukunft ganz klar als das eigene Aushängeschild zu begreifen. Gleichzeitig kannst du Defizite, die dich am selbstbewussten Handeln hindern, benennen und dir klare Ziele setzen, um diese zu beheben. Solche „Barrieren“ können zum Beispiel Fremd- oder Fachsprachen sein sowie unzureichende Fachkenntnis.

2. Ausbau von Grundlagenwissen und Methoden

Hierzu gehören zum Beispiel theoretische Kenntnisse über Kommunikationsmodelle und -prozesse sowie über Rollen und Konflikte innerhalb menschlicher Interaktion. Ebenso kann es helfen, dich mit den Grundlagen der Motivationspsychologie und mit Themen wie Konfliktmanagement und Argumentationstechniken zu befassen. Doch nicht nur Kommunikations- und Motivationskonzepte spielen in diesem Bereich eine Rolle. Auch die eigene methodische Kompetenz ist erweiterbar, indem du dich mit Lern- und Kreativitätstechniken auseinandersetzt und die für dich geeignetsten (Arbeits-)Methoden herausfindest. 

3. Umsetzung konkreter Handlungsempfehlungen

Schließlich ist es nur wenig sinnvoll, wenn du bestens über Kommunikationskonzepte informiert bist, das eigene Handeln jedoch nicht entsprechend anpassen kannst. Hier gilt üben, üben, üben – und das lässt sich problemlos im Alltag unterbringen. Zum Beispiel kannst du trainieren, aktiv zuzuhören, und konstruktives Feedback zu geben. Auch kannst du lernen, anderen durch kleine Gesten Wertschätzung entgegenzubringen und dich selbst sowie deine Mitmenschen zu motivieren.

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Fazit: Soft Skills aufbauen hilft

Halten wir also fest: Soft Skills sind – neben den fachlichen Qualifikationen – eine wichtige Voraussetzung für nahezu jeden Job. Aus diesem Grund solltest du an deinen eigenen außerfachlichen Kompetenzen arbeiten und diese gezielt trainieren. Davon profitieren nicht nur dein Arbeitgeber und dein Team, sondern auch du selbst. Schließlich helfen Soft Skills, vor allem die soziale Kompetenz, in fast jeder Lebenssituation, denn es gilt: So wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es auch zurück.

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