Fachschaft, Initiative, Ehrenamt – Engagement neben dem Studium

Fachschaft, Initiative, Ehrenamt – Engagement neben dem Studium
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Freiwilliges Engagement neben dem Studium

Ehrenamtliches Engagement neben dem Studium wird im Lebenslauf gern gesehen. Und die Liste der Möglichkeiten ist lang. Ob eine studentische Initiative, das Uniradio oder der Studentenclub – derartige Tätigkeiten bieten nicht nur eine willkommene Abwechslung zu theoriebelasteten Vorlesungen, sondern vermitteln gleichzeitig soziale und praxisrelevante Kompetenzen.

Ein Plan muss her

Zunächst solltest du herausfinden, für welches Ehrenamt du sich begeistern kannst. Es gibt eine wichtige Grundregel: Man sollte mit Leidenschaft und Spaß bei der Sache sein. Schließlich wird freiwilliges Engagement nur selten finanziell entlohnt, sodass man seine Motivation aus anderen Dingen schöpfen muss. Zum Beispiel aus dem guten Zweck, den die jeweilige Tätigkeit erfüllt. Oder man wägt ab, inwiefern das Ehrenamt den Ausbau praxisrelevanter Fertigkeiten fördert und eventuell auch Zugang zu wichtigen Unternehmen aus dem jeweiligen Fachbereich bietet.

Wirkt man als Marketing-Student beispielsweise in einer Initiative, wie dem gemeinnützigen MTP e.V. mit, so kann man die Marketingaktivitäten bekannter Unternehmen mitgestalten und verschafft sich somit Zugang zu einem großen Netzwerk bestehend aus Wissenschaftlern, Unternehmen und Professionals. Das kann sich bei der eigenen Karriereplanung als äußerst hilfreich erweisen und bietet somit viele Vorteile, für die es sich lohnt, ein paar Stunden pro Woche abzuzwacken.

Zeit schaffen durch Kompromisse und Organisation

Wer sich dafür entscheidet, neben Vorlesungen, Referaten und Hausarbeiten ehrenamtlich tätig zu sein, braucht genau zwei Dinge: Organisationstalent und Kompromissbereitschaft. Hat man den passenden Verein bzw. die passende Initiative gefunden und ist man bereit, Kompromisse im Hinblick auf den eigenen Stundenplan zu machen, beispielsweise indem man ein Seminar weniger besucht, um Zeit für das Ehrenamt zu haben, kann es eigentlich los gehen. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass es einiger Disziplin bedarf, einer solchen Aufgabe neben dem Studium konsequent nachzukommen, auch wenn man mit Begeisterung bei der Sache ist. 

Die Nadel im Heuhaufen – Was will ich machen?

An der Uni, aber auch in der eigenen Studienstadt bieten sich zumeist zahlreiche Möglichkeiten, wie man sich freiwillig engagieren und nebenbei wertvolle praktische Erfahrungen sammeln kann. Die Auswahl fällt da manchmal gar nicht so leicht. Hier ein erster Überblick über die verschiedenen Bereiche bzw. Institutionen, in denen man tätig werden kann:

I. Mitarbeit in Gremien

Das wohl bekannteste Studentische Gremium ist die studentische Regierung, der sogenannte Allgemeine Studierendausschuss (AStA). Dieser ist in den meisten Bundesländern das geschäftsführende Organ der Studentenschaft, welches mit der Außenvertretung betraut ist. Gewählt wird der AStA vom Studierendenparlament (StuPa).

Vorrangig in Ostdeutschland und der Schweiz verbreitet, ist der Studentenrat (StuRa). Dieser entspricht häufig dem Studierendenparlament und wählt den AStA. Teilweise vereint er jedoch auch beide Funktionen: die Executive und die Legislative.

Wenn du dich lieber fachspezifisch engagieren möchtest, kannst du dich in den Fachschaftsrat, auch Studierendenrat genannt, wählen lassen. Dieser wird zu Beginn des Jahres aus jedem Fachbereich gewählt. Die Mitglieder vertreten die Gesamtheit der Studierenden (die Fachschaft), übernehmen die Erstsemestereinführung und auch die Skriptverteilung. Der Fachschaftsrat steht bei Fragen zu Studien- und Prüfungsordnung bereit, organisiert Exkursionen und Semesterpartys und berät in wöchentlichen Sitzungen bevorstehende Angelegenheiten.

II. Studentische Initiativen

Studentische Initiativen gibt es mindestens so viele, wie es Studiengänge gibt. Ob Marketingstudenten, Jungingenieure oder Informatiker – sie alle haben die Möglichkeit, sich über eine studentische Initiative zu vernetzen und bereits während des Studiums wichtige Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen. Ob das anhand konkreter Praxisprojekte erfolgt oder im Rahmen von Netzwerkveranstaltungen und Jobmessen unterscheidet sich je nach Initiative. Doch nicht in jedem Fall sind studentische Initiativen (ausschließlich) auf die praktische Anwendung theoretischer Studieninhalte bedacht. So gibt es auch Initiativen für Studenten mit gleichen politischen Interessen oder Glaubensrichtungen.

Studierende aus dem Medien- und Kommunikationsbereich und allgemein Journalismus-Interessierte können bereits an der Uni praktische Erfahrung für ihr späteres Berufsfeld sammeln. Uni-Zeitung, Radio und -TV bieten angehenden Moderatoren oder auch Journalisten die Gelegenheit, sich in den verschiedenen Formaten auszuprobieren, eigene Beiträge zu produzieren und erste Kontakte in der Medienbranche zu knüpfen. Doch die Unimedien bieten nicht nur Studenten journalistischer oder medienwissenschaftlicher Studiengänge eine großartige Lernplattform. So sind hier u.a. auch immer Informatiker gefragt, die die Technik in Schuss halten oder Wirtschaftswissenschaftler, die den Posten des Schatzmeisters übernehmen. Insgesamt kann eine Tätigkeit bei einem studentischen Magazin, beim Radio oder Campusfernsehen wichtige, praxisrelevante Grundlagen vermitteln und zudem dabei helfen, erste Kontakte zur Medienbranche zu knüpfen.

Fremdsprachenkenntnisse sind eine Grundanforderung an heutige Berufseinsteiger. Wer nicht gerade ein sprachwissenschaftliches Studium absolviert, kann in einem sogenannten Tandem-Programm seine Sprachkenntnisse aufbessern. Fast jede Uni bietet jene Art von interkulturellem Lernen zwischen heimischen und ausländischen Studenten an. Jeder Tandempartner ist Experte für seine Sprache, steht für Nachfragen zur Verfügung, korrigiert Fehler oder gibt Verbesserungsvorschläge. Die Teilnehmer verabreden sich zu gemeinsamen Kochabenden, Ausflügen oder Sportaktivitäten und erweitern durch die Gespräche ihr Sprachniveau fast nebenbei. Wie oft diese Treffen stattfinden, bestimmen die Beteiligten selbst, denn eine feste Vorgabe gibt es hier nicht.

Ein Patenprogramm dient dazu, ausländische Studenten bei ihrem Semester in Deutschland zu unterstützen. Zu diesem Zweck ist man als Pate dafür verantwortlich, seinem „Schützling“ vor allem in den ersten Wochen an der neuen Uni zur Seite zu stehen und ihm bei der Einschreibung, der Semesterplanung und beim Entdecken von Campus und Stadt zu helfen. Von solch einem Patenprogramm profitiert man nicht nur im Hinblick auf die eigenen Fremdsprachenkenntnisse, sondern auch dann, wenn man selbst in sein Auslandssemester startet und auf einen Paten angewiesen ist.

III. Soziales Ehrenamt

Ehrenamtliche Tätigkeiten wie Schüler- oder Hausaufgabenhilfe schaffen nicht nur ein gutes Gefühl, sich unentgeltlich engagiert zu haben. Denn auch die Betreuer profitieren von der Lehrtätigkeit, da sie bestimmte Stoffinhalte gezielt wiederholen und Problemstellungen verständlich erklären müssen. Die Diakonie, das Kinderhilfswerk e.V. und zahlreiche andere Vereine freuen sich über engagierte Mitstreiter. Lehramts-Studenten haben bei Hausaufgabenhilfe und Co. außerdem Gelegenheit, ihr Theoriewissen in der Praxis zu erproben.

Der Bedarf an Altenpflege und Lebenshilfe ist im gesamten Bundesgebiet sehr groß. Initiativen und Vereine sind in der Regel auch auf die Mithilfe von Außenstehenden angewiesen. Allerdings ist die Arbeit mit älteren oder kranken Menschen nicht für jeden das Passende. Neben der Pflege können Studenten den Betroffenen schon dann viel Gutes tun, wenn sie ihnen einfach Gesellschaft leisten, etwas vorlesen, gemeinsame Spaziergänge unternehmen und ein offenes Ohr für ihre Anliegen haben.

Uni und Stadt helfen bei der Suche nach dem passenden Ehrenamt

Natürlich sind das längst nicht alle Institutionen, in denen du dich ehrenamtlich engagieren kannst. So gibt es auch Tierheime, Kunstvereine und Co., die sich fernab vom Campus über deine Unterstützung freuen. Je nachdem, in welchen Bereich du tätig werden möchtest, kannst du dich an das Studentenwerk, deine Fachschaft oder auch an entsprechende Vereine deiner Studienstadt wenden. Erste Anlaufstellen werden häufig auch auf den Studentenseiten der Uni-Homepage genannt oder im Rahmen der Einführungswoche vorgestellt. Auch im Gespräch mit Kommilitonen oder Studenten anderer Studiengänge tun sich häufig spannende Projekte und Bereiche auf, in denen du als ehrenamtlicher Helfer tätig werden kannst.

Wer die Wahl hat....

Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich während des Studiums in einer Initiative oder einem Ehrenamt zu engagieren. Gerade die Studienzeit bietet für ein solches Engagement die notwendige Flexibilität und auch die zeitlichen Kapazitäten. Ob und wie viel man sich letztlich in einem Projekt einbringt, hängt allerdings von dem individuellen Hintergrund, der Einsatzbereitschaft und der Motivation jedes Einzelnen ab.

Wer sich für eine freiwillige Tätigkeit entscheidet, sammelt nicht nur wertvolle praktische Erfahrungen, sondern gewinnt auch in der persönlichen Entwicklung dazu. Auch viele Unternehmen legen heute großen Wert auf die sozialen Qualitäten ihrer Bewerber (Soft Skills), die sich mit der Ausübung derartiger Tätigkeiten prima ausbauen lassen.

Wir wünschen dir viel Spaß und einen großen Lernfaktor bei deinem Engagement neben dem Studium!

Nur studieren? – Nein Danke! Was machst du neben dem Studium? Bist du Moderator beim Uniradio oder machst du Hochschulpolitik? Verrate uns, wie du dir die notwendige Portion Praxiswissen aneignest oder einfach nur den theoretischen Studienalltag ausgleichst. Schick uns gern eine E-Mail an redaktion@praktikum.info.

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