Der Praktikumsvertrag

Der Praktikumsvertrag
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Laut Gesetzgebung ist ein schriftlicher Praktikumsvertrag keine Pflicht. Jedoch dient ein solcher Vertrag sowohl dem Unternehmen als auch dem Praktikanten als wichtige rechtliche Absicherung.

Praktikumsvertrag als Orientierungshilfe

Ein schriftlicher Praktikumsvertrag schafft Sicherheit für beide Vertragsparteien. So wird der Praktikant über seine Rechte und Pflichten während des Praktikums aufgeklärt. Folglich dient ein Praktikumsvertrag als wichtige Orientierungshilfe. Das Unternehmen hingegen kann mit einem schriftlichen Vertrag die Rahmenbedingungen des Praktikums und die Anforderungen an den Praktikanten transparent darstellen und gegebenenfalls Rechtsstreitigkeiten vorbeugen.

Was sollte im Praktikumsvertrag drin stehen?

Obwohl laut § 26 Berufsbildungsgesetz für Praktika die Pflicht auf einen schriftlichen Vertrag entfällt, wird von Experten empfohlen, stets einen solchen aufzusetzen. Dieser kann in Anlehnung an das Berufsbildungsgesetz §10 und §11 gestaltet werden. Zwar handelt es sich dabei um ein Gesetz für Berufsausbildungen, dennoch beinhaltet es wichtige Hinweise, welche inhaltlichen Punkte in einem Praktikumsvertrag festgehalten werden sollten.

Demnach gehören in einen Praktikumsvertrag:

  • Name und Anschrift der Vertragsparteien
  • Art des Praktikums (freiwilliges oder Pflichtpraktikum)
  • Dauer des Praktikums
  • Einsatzbereich des Praktikanten
  • Arbeitszeiten
  • ggf. Angaben über Vergütung und Urlaub (bei freiwilligen Praktika)
  • Pflichten des Praktikumsunternehmens (Aufgaben, Haftungsfragen, Vertraulichkeit, Erstellung eines Praktikumszeugnisses)
  • Pflichten des Praktikanten (Einhalten der Praktikumsordnung/Vorschriften, Stillschweigen, Verhalten bei Verhinderung/Krankheit)
  • Angaben zu Kündigungsfristen/zur Probezeit
  • Ort, Datum und Unterschriften der Vertragsparteien

Freiwilliges vs. Pflichtpraktikum

Der Praktikumsvertrag muss darauf angepasst werden, ob es sich um ein freiwilliges oder ein Pflichtpraktikum handelt. So besteht bei Pflichtpraktika kein rechtlicher Anspruch auf Urlaub. Handelt es sich jedoch um ein freiwilliges Praktikum, hat der Praktikant laut Bundesurlaubsgesetz Anspruch auf zwei freie Tage pro Monat. Hält sich der Praktikant jedoch nur sehr kurz im Unternehmen auf und leistet keinen wirtschaftlich verwertbaren Beitrag, kann der Urlaubsanspruch erlöschen.

Unabhängig davon, um welche Art des Praktikums es sich handelt, ist eine Vergütung für Praktika gesetzlich nicht vorgeschrieben. Das Bundesministerium für Bildung und Kultur empfiehlt den Unternehmen in seinem Praktikumsleitfaden allerdings, Praktikanten fair für ihren Einsatz zu entlohnen.

Praktikumsvertrag schafft Vertrauensbasis

Ein Praktikumsvertrag sollte nicht nur an die Art des Praktikums angepasst, sondern ebenso auf den jeweiligen Einsatzbereich des Praktikanten und die Anforderungen des Unternehmens abgestimmt werden.

Ist dies der Fall, schafft ein schriftlicher Praktikumsvertrag eine wichtige Vertrauensbasis für Praktikanten und Unternehmen – und legt somit einen wichtigen Grundstein für eine gelungene Zusammenarbeit, von der beide Seiten profitieren.

Falls das Unternehmen dem Praktikanten von sich aus keinen Praktikumsvertrag vorlegt, darf und sollte ein Praktikant das Thema ansprechen und freundlich darum bitten.

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