Der Praktikumsvertrag

Der Praktikumsvertrag
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Laut Gesetzgebung ist ein schriftlicher Praktikumsvertrag keine Pflicht. Jedoch dient ein solcher Vertrag sowohl dem Unternehmen als auch dem Praktikanten als wichtige rechtliche Absicherung. PRAKTIKUM.INFO beantwortet die wichtigsten Fragen zum Praktikumsvertrag.

Inhalt

  1. Wieso ist ein Praktikumsvertrag für beide Seiten sinnvoll?
  2. Was gehört in den Praktikumsvertrag?
  3. Ist es wichtig, ob es sich um ein freiwilliges oder ein Pflichtpraktikum handelt?
  4. Was gibt es bei freiwilligen Praktika zu beachten?
  5. Was gibt es bei Pflichtpraktika zu beachten?
  6. Soll ich als Praktikant auf einen Praktikumsvertrag bestehen?

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Praktikumsvertrag

Auch wenn er gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, hat der Praktikumsvertrag einige Vorteile – und zwar für beide Seiten. Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den Praktikumsvertrag.  

Wieso ist ein Praktikumsvertrag für beide Seiten sinnvoll?

Ein schriftlicher Praktikumsvertrag schafft Sicherheit für beide Vertragsparteien. So wird der Praktikant über seine Rechte und Pflichten während des Praktikums aufgeklärt. Das Unternehmen hingegen kann mit einem schriftlichen Vertrag die Rahmenbedingungen des Praktikums und die Anforderungen an den Praktikanten transparent darstellen und gegebenenfalls Rechtsstreitigkeiten vorbeugen.

Was gehört in den Praktikumsvertrag?

Obwohl laut § 26 Berufsbildungsgesetz für Praktika keine Pflicht für einen schriftlichen Vertrag besteht, wird von Experten empfohlen, stets einen solchen aufzusetzen. Dieser kann in Anlehnung an das Berufsbildungsgesetz §10 und §11 gestaltet werden. Zwar handelt es sich dabei um ein Gesetz für Berufsausbildungen, dennoch gibt es wichtige Hinweise, welche Punkte in einem Praktikumsvertrag festgehalten werden.

Demnach gehören in einen Praktikumsvertrag:

  • Name und Anschrift der Vertragsparteien
  • Art des Praktikums (freiwilliges oder Pflichtpraktikum)
  • Dauer des Praktikums
  • Einsatzbereich des Praktikanten
  • Wöchentliche Arbeitszeiten
  • Pflichten des Praktikumsunternehmens (Aufgaben, Haftungsfragen, Vertraulichkeit, Erstellung eines Praktikumszeugnisses)
  • Pflichten des Praktikanten (Einhalten der Praktikumsordnung/Vorschriften, Stillschweigen, Verhalten bei Verhinderung/Krankheit)
  • Angaben zu Kündigungsfristen/zur Probezeit
  • Ort, Datum und Unterschriften der Vertragsparteien

Ist es wichtig, ob es sich um ein freiwilliges oder ein Pflichtpraktikum handelt?

Der Praktikumsvertrag muss angepasst werden, je nachdem ob es sich um ein freiwilliges oder ein Pflichtpraktikum handelt. Dabei hat die Art des Praktikums zum Beispiel Auswirkungen auf den Urlaubsanspruch, die Sozialversicherungspflicht und die Vergütung.

Was gibt es bei freiwilligen Praktika zu beachten?

Vergütung: Bei freiwilligen Praktika über drei Monate wird der Mindestlohn fällig. Angaben über die Vergütung gehören dann zwingend in den Vertrag.

Urlaubsanspruch: Bei freiwilligen Praktika haben die Praktikanten Anspruch auf den gesetzlichen Mindesturlaub. Dieser liegt bei 20 Tagen im Jahr, wenn der Praktikant fünf Tage die Woche arbeitet. Da sie zumeist weniger als ein Jahr im Betrieb arbeiten, wird der Urlaub anteilig gerechnet: Für jeden Monat ein Zwölftel, also etwas weniger als zwei Tage pro Monat. Hält sich der Praktikant jedoch nur sehr kurz im Unternehmen auf und leistet keinen wirtschaftlich verwertbaren Beitrag, kann der Urlaubsanspruch erlöschen.

Versicherungspflicht: Ob der Praktikant sozialversicherungspflichtig wird oder nicht, entscheidet sich danach, ob und wie hoch die Vergütung ist. Einzelprüfung ist hier ratsam. 

Was gibt es bei Pflichtpraktika zu beachten?

Vergütung: Der Arbeitgeber ist nicht zu einer Vergütung verpflichtet. Zahlt der Arbeitgeber dennoch eine Vergütung, so entfällt der Lohnanspruch bei Krankheit im Pflichtpraktikum.

Urlaubsanspruch: Der Praktikant hat laut gesetzlichen Bestimmungen keinen Urlaubsanspruch.

Versicherungspflicht: Hier besteht grundsätzlich keine Versicherungspflicht für Kranken-, Arbeitslosen-, Renten und Pflegeversicherungen. Erhält der Praktikant aber monatlich über 450,- € kann sich das ändern. Eine Einzelprüfung ist hier erforderlich. 

Wie hoch ist die Vergütung für Praktikanten?

Die Vergütung für freiwillige Praktika unter drei Monaten ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Das Bundesministerium für Bildung und Kultur empfiehlt den Unternehmen in seinem Praktikumsleitfaden allerdings, Praktikanten fair für ihren Einsatz zu entlohnen.

Dauert ein freiwilliges Praktikum länger als drei Monate, hat der Praktikant Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Dieser beträgt 8,50 € die Stunde, sodass die Praktikanten bei einer 40-Stunden-Woche auf ein Praktikantengehalt von annähernd 1.400 Euro brutto monatlich kommen.

Bei Pflichtpraktika entfällt der Anspruch auf Vergütung vollständig.

Soll ich als Praktikant auf einen Praktikumsvertrag bestehen?

Falls das Unternehmen dem Praktikanten von sich aus keinen Praktikumsvertrag vorlegt, darf und sollte ein Praktikant das Thema ansprechen und freundlich darum bitten.

Ein Praktikumsvertrag sollte nicht nur an die Art des Praktikums angepasst, sondern ebenso auf den jeweiligen Einsatzbereich des Praktikanten und die Anforderungen des Unternehmens abgestimmt werden. Ist dies der Fall, schafft ein schriftlicher Praktikumsvertrag eine wichtige Vertrauensbasis für Praktikanten und Unternehmen – und legt somit einen wichtigen Grundstein für eine gelungene Zusammenarbeit, von der beide Seiten profitieren.

 

Über den Autor

Jana Teuber
Jana Teuber

Als Content Managerin für PRAKTIKUM.INFO ist die studierte Germanistin sowohl mit der Praktikantenlandschaft in Deutschland als auch mit Karrierethemen bestens vertraut.

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